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Schuldenkrise : Ökonomen uneins über Target-Risiken

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Die Entwicklung seit 2007: Target-Salden auf hohem Stand Bild: F.A.Z.

Seit Monaten warnt der Ökonom Hans-Werner Sinn eingehend vor den Risiken der hohen Forderungen der Bundesbank im Target-2-Zahlungsverkehrssystem. Eine aktuelle Studie der amerikanischen Großbank Citigroup hält die Warnungen für überzogen.

          Der Chefvolkswirt der amerikanischen Großbank Citigroup, Willem Buiter, hat die Debatte über mögliche Risiken aus dem Zahlungsverkehrssystem „Target2“ kritisiert und zielt damit insbesondere auf den Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn. Dieser warnt, dass die hohen Forderungen der Bundesbank im Target-2-System von zuletzt rund 700 Milliarden Euro ein Risiko darstellten.

          „Die Debatte über die Bedeutung und die möglichen Konsequenzen aus den Target-2-Ungleichgewichten ist voller Missverständnisse“, schreibt Buiter in einer aktuellen Studie. Target-Forderungen seien „allgemein ein schlechtes Maß“ dafür, welche Verluste einer einzelnen nationalen Zentralbank drohen (Exposure). Selbst bei einem völligen Bruch der Währungsunion läge der Verlust nicht in der Höhe der Target-Forderungen.

          Der Bundesbank-Anteil am „Exposure“ aller Euro-Notenbanken gegenüber den GIIPS-Krisenländern (Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien) liege aktuell um die 323 Milliarden Euro. Buiter verweist darauf, dass sich die Zentralbanken des Eurosystems Verluste entsprechend ihrer Kapitalquoten (Deutschland: 27 Prozent) teilen würden.

          Sinn hat in seinem Buch „Die Target-Falle“ und anderen Aufsätzen jedoch betont, dass der Anteil rasch steigt, wenn andere Länder aus der Währungsunion ausscheiden. Buiter bezweifelt generell, ob Zentralbank-Verluste reale Verluste seien.

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