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Schuldenkrise Notenbanken sollen IWF zur Rettung der Eurozone finanziell stärken

05.12.2011 ·  Die amerikanische Notenbank Fed und die 17 Zentralbanken im Euroraum sollen einem Zeitungsbericht zufolge einen Spezialfonds zur Rettung der Krisenländer finanzieren.

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Die europäischen Regierungen erwägen laut einem Zeitungsbericht den Internationalen Währungsfonds (IWF) in großem Stil zu stärken, um die Staatsfinanzierungskrise zu beenden. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise, die 17 Zentralbanken der Eurozone und die amerikanische Notenbank Fed sollten demnach einen dreistelligen Milliardenbetrag in einen Spezialfonds einzahlen, aus dem dann Programme für Krisenländer finanziert würden. Die Federal Reserve wäre bereit, einen Teil der Kosten zu übernehmen.

Ein solcher Rettungsfonds könnte dem Vernehmen nach ein Bestandteil der Pläne werden, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy an diesem Montag in Paris besprechen wollen. Der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner kommt zudem diese Woche nach Europa, um sich mit führenden Politikern und Notenbankern zu treffen. Die Finanzierung über den IWF soll die Märkte beruhigen.

Offenbar machen vor allem die Verreinigten Staaten Druck, dass die Europäer dem Währungsfonds Mittel gesondert zukommen lassen, anstatt die Finanzierung der Programme über alle rund 190 IWF-Mitglieder laufen zu lassen. In den Schwellenländern wächst der Unwille, der reichen Eurozone beistehen zu müssen. Wie groß der Sonderfonds ausfallen soll, sei noch unklar, schrieb die Zeitung. Er könnte sich auf 200 Milliarden Euro belaufen, die dann neben den 440 Milliarden Euro des europäischen Rettungsfonds EFSF bereitstünden. Das Volumen könnte aber noch weitaus höher ausfallen.

„Ein Taschenspielertrick“

Spekulationen über eine Einbeziehung des IWF in eine Rettungsaktion für die krisengeschüttelten Staaten im Euroraum gibt es seit einigen Wochen. Allerdings ist das Vorhaben sehr umstritten. Denn der Umweg über den IWF ändert nichts an der Tatsache, dass es sich um eine Finanzierung von staatlichen Defiziten mit Zentralbankgeld handelt. „Das ist ein Taschenspielertrick“, zitiert die Zeitung aus Notenbankkreisen. „Wir sollen die Staaten nicht direkt finanzieren, sondern es wird über den IWF umgeleitet.“

Die Finanzierung über den IWF solle die Märkte beruhigen. Vorbild für diese Art der Finanzierung seien zwei Ölfonds, die der IWF Anfang der 70er für jene Länder schuf, die besonders vom Ölpreisschock betroffen waren. Derzeit hat der IWF noch rund 390 Milliarden Dollar (gut 290 Milliarden Euro) an freien Mitteln, was keinesfalls reichen würde, um Länder wie Italien oder Spanien zu finanzieren.
 

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