Home
http://www.faz.net/-gqe-6ydg9
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Schuldenkrise Griechenland muss warten

 ·  Nach dem Schuldenschnitt für Griechenland entscheiden die Euro-Finanzminister erst am Mittwoch über die endgültige Freigabe des zweiten Hilfspakets von 130 Milliarden Euro für das hochverschuldete Land. Unterdessen ist die „Task Force“ wieder in Athen eingetroffen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Die Euro-Länder werden voraussichtlich erst am Mittwoch endgültig über das zweite Griechenland-Hilfspaket entscheiden statt wie erwartet an diesem Montag. Wie Diplomaten berichteten, müssten in einzelnen Mitgliedstaaten noch parlamentarische Hürden genommen werden.

Die 17 Euro-Finanzminister hatten am vergangenen Freitag rund 35 Milliarden Euro aus dem zweiten Hilfspaket auf den Weg gebracht, um den Schuldenschnitt für private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Fonds abzusichern. Insgesamt hat das bereits grundsätzlich vereinbarte zweite Hilfspaket für Athen einen Umfang von 130 Milliarden Euro. Eine Entscheidung über die verbleibenden rund 95 Milliarden Euro steht noch aus.

Das neue Paket soll dafür sorgen, dass Griechenlands Schuldenberg von rund 160 Prozent der Wirtschaftsleistung bis Ende des Jahrzehnts auf ein einigermaßen erträgliches Niveau von rund 120 Prozent schrumpft. Erlaubt sind eigentlich nur 60 Prozent.

Die Renditen der griechischen Umschuldungsbonds haben gleich an ihrem ersten Handelstag am Montag die Angst der Anleger vor einem Staatsbankrott widergespiegelt. So lagen die Renditen von Anleihen mit kürzeren Laufzeiten über denen mit langen Laufzeiten. Die 2023 fällig werdenden Anleihen rentierten 19,3 Prozent, die 2042 fälligen Papiere dagegen 14,25 Prozent.

„Task Force“ arbeitet an 180 Projekten

Unterdessen ist die „Task Force“ der EU an diesem Montag wieder in Athen eingetroffen. Die Expertentruppe mit ihrem deutschen Chef Horst Reichenbach will dem Land helfen, seine am Boden liegende Wirtschaft wiederzubeleben. Außerdem soll der marode Staatsapparat mit Reformen auf Vordermann gebracht werden. Insgesamt habe die „Task Force“ 180 Projekte in den Sektoren Verkehr, Tourismus und Energie sowie Landwirtschaft ins Visier genommen. Dorthin könnten Gelder aus EU-Fonds fließen.

Zunächst will die „Task Force“ nach Möglichkeiten suchen, wie für Griechenland bereitstehende Gelder aus EU-Fonds in Höhe von rund 15 Milliarden Euro eingesetzt werden könnten. Investitionen sind dringend nötig. Zugleich wird aber damit gerechnet, dass die „Task Force“ auch weitere Kürzungen und Reformen in allen Bereichen des Staates vorschlagen wird. Mit diesen neuen Maßnahmen sollen bis 2014 weitere zehn Milliarden Euro gespart werden.

Die griechische Wirtschaft schrumpft seit mehr als vier Jahren ununterbrochen. Allein 2011 erreichte die Rezession den Rekordwert von rund minus 7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 21 Prozent.

Quelle: FAZ.NET mit dpa-AFX, Dow Jones
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Zypern schnelle Wiedervorlage

Von Werner Mussler

Die zyprische Regierung stellt zentrale Bestandteile des Hilfspakets in Frage. Dabei ist das Paket noch nicht einmal vor drei Monaten geschnürt worden. Das Schlamassel ist noch nicht gelöst. Mehr 6 37


Wichtigste Werte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --