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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Schuldenkrise Frankreich vor dem Abstieg

 ·  Die Wirtschaft ist zentrales Thema des Wahlkampfs in Frankreich: Die jungen Franzosen finden keine Jobs, die Industrie produziert zu teuer, das Staatsdefizit läuft aus dem Ruder: Unter den Ländern der ersten Liga in Europa ist Frankreich das Sorgenkind.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (54)

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Henrich FITGER

Frankreich nicht am Ende ...

Aus viele Beiträges spricht hier noch immer eine Gewisse Arroganz, und Unverständniss unseres Europaïschen Nachbarns. Auch wenn Frankreich nicht den selben Industrielle Schub in der Nachkriegszeit erfahren hat wie die BRD, so sollten wir nicht vergessen: Dass die Frauen in Frankreich selbsständiger sind und arbeiten. Dass die Kinderbetreuung besser funktionniert und damit auch die Integration fördert. Dass Frankreich in vielen Technologien Vorreiter war oder ist: TGV, Minitel ... Das Frankreich das am meist besuchte Land in der Welt ist. Ich selbst studierte, lebe und arbeite in Frankreich, nachdem ich 1990 keine Lust auf ZVS Wartesemester hatte. Hier fing ich mit 20 das studiern an, nach Abi und Wehdienst und fand Kommilitonen die mit 22 ein Diplom in der Tasche ihren Wehrdienst als Architekten absolvierten anstatt als Abiturient die Markieurungen am Flugfeld anzumalen ... Auch was die Dienstleistungen angeht hat Frankreich seit langem Öffnungszeiten von denen wir nur träumten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 14:37 Uhr
wolf haupricht

War es nicht arrogant und unverständlich von....

Seiten Mitterands, D und Europa gegen die ökonomische Logik die Gemeinschaftswährung "Euro" aufzuzwingen? Was hätte Mitterand davon gehalten, dass auch FR diese Suppe auslöffeln soll?

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Heinz Fromm
Heinz Fromm (gast007) - 29.04.2012 18:14 Uhr

Die französische Mentalität steht m.E. einem echten Wettbewerb entgegen

Ich lache mich bei jedem meiner Frankreichaufenthalte kaputt, wie desinteressiert die Franzosen in wirtschaftlichen und Servicedingen sind. Nicht nur, dass der mir bekannte Werkstattleiter jedes Mal jammert, dass die beauftragten Firmen nach Gusto liefern oder auch nicht und Reklamationen abbürsten, als hätten sie die Aufträge nicht im Geringsten nötig. Auch im Alltagsleben finde ich Spass am Beobachten. Hier eine Petitesse mit grosser Aussagekraft Nach einer ausgedehnten Mahlzeit im Restaurant fragen wir die Eigentümerin, ob sie die Nachtischportionen auch halb so gross servieren könne. Antwort: Das geht leider nicht! Entweder die ganze Portion oder gar nichts. Es blieb dann beim Garnichts. An diese vor Jahren erlebte Kleinigkeit werde ich im französischen Geschäftsleben fast täglich erinnert.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 10:32 Uhr
Henrich FITGER

... die Frz. Mentalität braucht sich nicht zu verstecken

Lieber Herr Fromm. Ihr Beitrag bringt mich zum Schmunzeln. Ich werde Ihnen mit einer französischen Sicht der Dinge antworten: Deutsche sind pünktlich, bauen Qualität und sind langweilig und schlecht angezogen. Wenn wir auf unseren Vorurteilen beharren kommen wir nicht weiter. Ich habe hier weder mit meinem Auto (einem Opel) noch im Restaurant Probleme(auch mit Allergien und Darmkranheit habe ich immer gut gegessen). Auch wenn deutsche Qualität hier geschätzt wird, sind hier deutsche Firmen als unflexibel arrogant und bürokratisch verschrien. Ich denke wir sollten voeinander lernen anstatt die Vorurteile zu verstärken. In Deutschland wundere ich mich noch immer (und dies ist keine Erfahrung "von vor Jahren") über die mangelnde Aktzeptanz von Kreditkarten, das schlechte Reservierungssystem der Bahn, verspätung bei Zügen und unfreundliche Behandlung im Einzelhandel. Bordeaux Paris in drei Stunden im TGV, gegen München Berlin in sechs Stunden im ICE, das muss man sich auch mal ansehen ...

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Rémy Malgouyres
Rémy Malgouyres (rm63) - 29.04.2012 14:46 Uhr

agenda 2010 is in Frankreich nicht möglich

Mit der Französiche sehle is es doch viel einfacher dir Wettbewerbfähigkeit durch EZB Regelungen veränderung zu ereichen als durch peinliche reformen wie agenda 2010. Damit könnten auch Deutsche Löhne scheinbar erhöt werden. Wieso is das gar unmöglich ?
rm63, Frankreich.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 14:53 Uhr
wolf haupricht

In einem gebe ich Ihnen recht...

Man sollte Staaten und deren Bewohner nicht ändern wollen. Chacun a son gout.!
Das gilt auch für Monsieur Mitterand, der D und Europa seine Einheitswährung (€) aufgezwungen hatte. Hätte er das unterlassen, brauchten wir uns um die heutigen Probleme nicht zu kümmern und alle wären wohl zufrieden.

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Wolfgang Richter

Selbst anpacken

Frankreich hat keinen Mangel an kreativen, intelligenten MINT-Kräften (in unserer Firma arbeiten diverse), es muß sie nur arbeiten lassen. Wenn die franösische Wirtschaft es nicht schafft, ihren beträchtlichen "Brainpool" auch auszuschöpfen, ist sie selber schuld. Sie hätte alle Chancen und wäre ein bedeutender und gefährlicher Konkurrent für Deutschland.
Staatswirtschaftliches Denken a' la Hollande allerdings zerstört diese Chancen. Wer sich selbst behindert, dem kann man nicht helfen.

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wolf haupricht

Siegt Hollande, ist der Abstieg nicht mehr aufzuhalten....

Auch wenn im Wahlkampf überzeichnet wird, ist und bleibt Hollande ein Sozialist und Bauernfänger. Die Realität wird ihn einholen, die Beschlüsse der EU kann er nicht revidieren, das käme FR teuer zu stehen. Das Rating würde dieses Land vollends in die Knie zwingen und Hollande weiss das. Nach der Wahl werden die frz Karten neu gemischt und H. wird sich in die EU einfügen (müssen), ohne Boden zu gewinnen. Er hat rein gar nichts vorzuweisen, mit dem er punkten könnte und leere Taschen dazu. Wen will er auf seine Seite ziehen? GR vielleicht, die anderen PIIGS nicht, denn diese würden unter dem Finanzbedarf FR`s leiden und verlangen, dass FR sich ebenso anstrengt. Schlechte Karten für H. politische Zunkunft in Europa.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 14:12 Uhr
wolf haupricht

Dass Sarkozy seine Chancen verspielt hat....

muss er sich anrechnen lassen. Bedenken habe ich wg der sozialistisch gefärbten Politik, für die Mitterand, Jospin und auch Hollande standen bzw stehen. Dass wir die heutigen Probleme haben, wurde auch von Mitterand durch die mehr oder minder erzwungene Einführung der Gemeinschaftswährung € erzeugt. In Wirtschaftsfragen gebe ich Sarkozy den Vorzug, obwohl er das nur halbherzig praktizierte. Hollande dagegen wird den status quo in der Verschuldung verschlimmern und dies zu Lasten anderer Nationen, die Reformen durchführten. Mit welchem Recht sollen solide wirtschaftende Staaten für Schuldnerstaaten einspringen, wenn diese nicht einmal sich bemühen, den Staat in Ordnung zu bringen?

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Henrich FITGER

Hollande die einzige Alternative

Sarkozy hat sich mit seiner Politik und seinem Gehabe selbst ins Abseits gespielt: Verringerung der Polizeikräfte, Abbau der Lehramtsstellen, Bevorzugung der Hochverdiener, Lawinenartige reformierung der Gesetze, populistische Versprechungen ... Vielleicht schmeckt Ihnen die Alternative Hollande nicht, aber Sarko ist nicht mehr tragbar. Nachdem er im Volke weniger als 25% Zustimmung bekam hat er Versucht massif Politik gegen Minderheiten zu machen, gegen Sinti und Roma, gegen Ausländer, gegen Muslime, gegen Homosexuelle ... das dies zu einem Rechtstruck in der Bevölkerung geführt hat, hat die erste Runde zur Präsidentschaftswahl gezeigt. Um sich und seine Freunde zu schützen greift er in den Medien und im Rechtswesen ein. Uns hier in Frankreich reicht es. Alles ist besser als weiter fünf Jahre Sarkozy.

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Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 29.04.2012 11:48 Uhr

Die meisten Maßnahmen die die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs verbessern würden kosten nichts

Es ist 18 Uhr im Pariser Büro eines internationalen Unternehmens. Zur Einhaltung der Arbeitszeitgrenzen sind Mitarbeiter des Unternehmens angehalten das Büro zu verlassen egal auch wenn noch dringende Arbeiten anliegen. Ein Mitarbeiter der Security geht von Büro zu Büro und fordert alle auf das Büro zu verlassen. Die 35 Stundenwoche muss gesetzlich eingehalten werden. Frankreich ist überreguliert und schädigt damit seine Wirtschaft.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 29.04.2012 11:32 Uhr

Auf eigene Rechnung

Was immer die Franzosen zu tun für richtig halten, sie sollten es auf eigene Rechnung tun müssen. Darauf ist zu achten. Und auf gar gar keinen Fall dürfen die Statuten der EZB im Sinne Frankreichs nachträglich geändert werden. Die müssen gelten solange es den Euro gibt. Das war, ist und bleibt der Deal.

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Paul Banaschak

Die französische Wirtschaftspolitik ist nach wie vor von einer zentralistischen Staatsauffassung ...

das war schon zu Zeiten Ludwig Erhards so. Und genau deshalb hat Frankreich einen geringeren Lebensstandard als Deutschland. Das war schon immer so und wird sich mit diesem Modell auch nie ändern. Es sei denn, die Merkel ist so blöde, und verpflichtet Deutschland auch nach einem Sieg Hollandes, die grosskotzigen Franzosen mit Transfers zu alimentieren, wie es der Hollandes fordert.
Zuzutrauen wäre es der Pfarrerstochter.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 10:45 Uhr
Henrich FITGER

Lebensstandard

Was ist Lebensstandard ? Was heisst Grosskotzig ? Bedeutet ein hoher Lebensstadard dass Frauen nicht arbeiten, alle mit dicken Autos durch die Lande rasen und im Urlaub billig nach Mallorka fahren? Kann grosskotzig nicht auch auf Deutsche zutreffen die in Frankreich im Urlaub Schnitzel bestellen ? So kommen wir nicht weiter. Aber was stimmt, ist dass Sarkozy in fünf Jahren das Sozialsystem abbaute, den Rechtsextremismus stärkte, die Staatskassen lehrte und mit einer vielzahl von Reformen zu einer Rechtsunsicherheit führte die Investitionen schwierig macht. Mir als Unternehmer in Frankreich ist alles lieber als weitere fünf Jahre mit einem Präsidenten der seinen unerfahrenen Sohn an die Spitze der Verwaltung setzen wollte, der Urlaub auf dem Schiff von Grossindustriellen macht, vielleicht seine Kampagne von Gadaffi finanzieren lässt, und jeden Monat neue Versprechen macht, die nicht gehalten werden können und wenn es eng wird in die Justiz eingreifen lässt ...

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Boris Sunik
Boris Sunik (BorisSu) - 29.04.2012 11:03 Uhr

Es ist nicht sooooo kompliziert die Situation zu normalisieren

Man soll nur folgendes tun.
1. Als Stichjahr 2011 definieren, und den genauen Schuldenstand von allen Euro-Staaten ermitteln.
2. Schulden ermitteln, welche die EZB übernehmen muss, damit 2011-Haushalte balanciert sind. Ermittelte Schulden werden danach von der EZB für 0% finanziert..
3. Der Schuldenüberschuss ab 2012 soll auf 0.5% begrenzt werden. Ein Land welches es überschreitet muss entweder die Euro-Zone verlassen oder eine Strafe von 5-Mal in Defizitgroße zahlen.

Mehr Inflation bringt ein solcher Plan nicht, weil die Geld, welche EZB übernehmen muss, schon jetzt am Finanzmarkt gibt. Unfähige Staaten werden die Eurozone verlassen müssen, weil da nicht mehr zu holen ist. Finanzhaie werden kein Geld mehr mit Euroschulden verdienen, usw.

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Oswin Haas
Oswin Haas (osos1009) - 29.04.2012 11:01 Uhr

Was bedeutet Wettbewerb?

Bei der Eurokrisendiskussion wird permanent vorgebracht, dass das Weh und Wohl der Länder von der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit abhinge. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass die Lebensqualität der Menschen und oft auch ihr Überleben einem selbst auferlegten (besser: von wenigen aufgezwungenen) Prinzip überlassen wird, das die Menschen brutal in Winner und Loser aussiebt. Der Sport liefert das Modell. Im Wettbewerb „Tennisturnier“ trainieren alle Teilnehmer ihre Wettbewerbsfähigkeit. Nur wenige kommen in die Ränge, nur einer gewinnt. Die meisten werden die Niederungen des Losertums NIE verlassen. Nur: der Sport ist bloßes Spiel und die Dauerloser können jederzeit den Wettbewerb verlassen. Das ist im Leben anders. Wer das Verhältnis der Menschen in der Ressourcenverteilung auf Wettbewerb gründet, akzeptiert, dass die meisten von ihnen dauerhaft leer ausgehen. Wenn Deutschland in diesem System Winner ist, dann NUR, weil die meisten anderen Loser sind. Sonst wäre es kein Wettbewerb!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.04.2012 18:14 Uhr
Oswin Haas
Oswin Haas (osos1009) - 29.04.2012 18:14 Uhr

Nein!

Der „Sozialstaat“, der ja nur bei den „Winner“-Staaten auffindbar ist, dient lediglich der Aufrechterhaltung des die Menschen untereinander entfremdenden Wettbewerbs im Spiel „homo homini lupus est“ („Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen“), indem er den Winnern ein gutes Gewissen und die Loser nicht vollends ertrinken lässt. Er ändert nichts an der alltäglichen Bestimmung der Menschen durch das spielgemäße alle menschlichen Beziehungen sabotierende Gegeneinander.

Was wir brauchen, ist ein schrittweise Abkehr von diesem betäubenden Spiel, eine Be-Sinnung, in welcher die Menschen, da wo sie gerade sind, ihre wahre Situation als aufeinander Angewiesene in der Natur und ihre sich daraus ergebenden Bedürfnisse erkennen und solidarisch befriedigen. Die Menschen im Großraum Athen (z.B.) sollen ihre Autos selbst produzieren, wenn sie in solcher Erkenntnis zur dem Entschluss kommen, dass sie welche brauchen. Niemand braucht Autos, die nur wegen des Profits weniger Investoren gebaut werden.

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Wolfgang Richter

Was ist die Alternative?

Soll die Alternative ein innereuropäischer Sozialstaat sein, wo die Fleißigen/Erfolgreichen für alle zahlen und der Rest sich fröhlich alimentieren läßt?
Mit steigenden Steuern und "Sozialismus" sinkt auch hier der Leistungswille rapide. Dann ist Schluß mit dem Sozial-Zirkus.

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Siegfried Kellner

Da bin ich mir nicht sicher, daß Frankreich "VOR" dem Abstieg steht.

Als der (T)Euro noch nicht Gemeinschaftswährung war, haben die Südeuropäischen Problemländer sich das Leben einfach gemacht und wieder mal eine Null auf ihren Geldscheinen weg operiert.
Infolge dessen hantierte man in Frankreich mit "ALTEN" und "NEUEN" Francs hin und her. Leider oder Gottseidank ist das mit dem Teuro nicht mehr so einfach und deshalb sucht Francois HOLLLANDE nach anderen Lösungen um die Notenpresse wieder anzuschmeißen.

Als Kolonialmacht konnte Frankreich gut leben; doch diese Quelle ist nun auch versiegt. Die Schwierigkeiten werden auch noch dadurch verstärkt, daß sich man sich teuere Spielsachen wie Flugzeugträger für Milliarden leistet, weil sie ja sonst den Ruf einer GRAND NACION verlieren.
Wenn der Franzose im Restaurant speist, spielt Geld keine Rolle und so lebt auch der Staat. Deshalb ist Frankreich nicht VOR dem Abstieg sondern unverändert UNTEN, weil sie schon immer über ihre Verhältnisse lebten.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 11:31 Uhr
Henrich FITGER

... Abstieg ... oder Aufstieg ?

Ich habe hier verschiedenen Formen von Abstieg erlebt: Bei de letzen Fussball WM und unter Sarkozy der den Sozialstaat abbaute. Was ich nicht erlebt habe, ist dass sich Deutschland ein Vorbild an der Kinderbetreuung in Frankreich genommen hätte, an der für "Südländische" Staaten doch sehr hohen Selbständigkeit der Frauen, oder an dem sehr freundlichen Empfang, der immer noch dafür sorgt dass Frankreich eine führende Nation im Tourismus ist. Ihr Beitrag ist ein bischen simple: "der Franzose" würde antworten dass "der Deutsche" im dicken Auto sein Geld zu Fenster rausschmeisst und im Urlaub das Ausland finanziert aber leider, leider schlecht angezogen ist und in seiner Entwicklung bei Sauerkraut, Wiener Schnitzel und Currywurst stehengeblieben ist. So einfach ist es nicht. Wir haben auch unter dem nuklearen Schutzschirm Frankreichs den kalten Krieg besiegt, und diese Grande Nation hat auch ein bischen dazu beigetragen uns von einer Diktatur zu befreien. Ich sage Merci!

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Rudolf Zeiler

Herr Kellner, machen Sie sich keine Sorgen um die GRAND NACION,

( wird übrigens GRANDE NATION geschrieben und auch entsprechend anders ausgesprochen.). Als offensichtlich guter Kenner Frankreichs ist Ihnen sicherlich bewusst, dass es - wohl wegen der Kolonien ? - noch einiger Jahre bedarf, bis Frankreich auf das Niveau Deutschlands absinken wird, ganz abgesehen von den teuren französischen Restaurants, die m.E. weiterhin in stratosphärischer Höhe über dem Niveau der deutschen Gasthäuser schweben. Ich esse lieber Tournedos à la Reine garniert mit einer Voilée de Truffe de la Saison, selbst wenn ich mit von Herrn Hollande persönlich gedruckten Geldscheinen bezahlen muss.

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Wolfgang Wurtz
Wolfgang Wurtz (wolwul) - 29.04.2012 10:17 Uhr

Keine Sorge um Frankreich.

Es muss nur wie Griechenland, Spanien und andere bald aus der EU austreten, seine Währung und damit seine Schulden abwerten oder gleich seinen Staatsbankrott erklären, seine Banken enteignen und sich seine Wirtschaft so gestalten, dass sie ohne unnötiges Wachstum ihr eigenes Volk hervorragend versorgt. Das ist alles keine Kunst. Und dann werden Deutschland und die USA, die größten Schuldnerländer der Welt, dies nachmachen, und alles wird gut.

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Rudolf Zeiler

Frankreichs Abstieg ?

Ein ziemlich oberflächlicher Artikel und eine willkürliche Aneinanderreihung von Klichés, der zur gefährlichen Selbstüberschätzung der Deutschen beisteuert. Ja, die Deutschen werden auch in Zukunft mehr und bessere Autos bauen, ja, die Lohnstückkosten werden in Deutschland weiterhin fallen und in Frankreich weiterhin steigen usw. usw. And so what ?
Man muss wie ich längere Zeit in Frankreich gelebt haben, um den ungeheuren Reichtum dieses Landes an Naturschätzen, an Kulturgütern, an Talenten ermessen zu können, der sich in Frankreich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hat, ein Land, das dem Abstieg Europas mutig die Stirne bietet und das auf einen Großteil der Menschheit weiterhin eine geradezu magische Anziehung ausstrahlt.
Obwohl es auch in Frankreich einige Verzagte gibt und Frankreich sich tatsächlich nur schwer von seiner großen Vergangenheit lösen kann, so arbeitet und lebt man immer noch viel besser in Frankreich als in Deutschland. A bientôt, mes amis !

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.04.2012 19:14 Uhr
Siegfried Kellner

So arbeitet und lebt man immer noch viel besser in Frankreich als in Deutschland

Das glaube ich Ihnen aufs Wort !

Frankreich hat die 35 Stunden Woche und das Renteneinstiegsalter mit 62 Jahren. Dem gegenüber hat Deutschland die 38 bzw 40 Stunden Woche und das Renteneinstiegsalter mit 62 Jahren.
Wahrscheinlich glaubt Hollande deshalb, daß man sich das schöne französische Leben zu Lasten anderer Länder weiter ruhig leisten kann.
Wenn diese Einstellung sich in Europa ausbreitet, dann GUTE NACHT !

Somt gilt unverändert der Spruch :
Der Deutsche lebt um zu arbeiten und Franzose arbeitet um zu leben. Ob das auf Dauer gut geht, bezweifle ich stark.

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Jens Puhr
J. Puhr (jpuhr) - 29.04.2012 11:30 Uhr

Frankreichs Abstieg?

100 Prozent Zustimmung zu Ihrer Meinung. "Hochmut kommt vor dem Fall", sage ich zum momentan weithin herrschenden Selbstbild der Deutschen.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 29.04.2012 09:27 Uhr

„Frankreich schafft das schon“

Nein, NICHT unter dem EURO! Die Lohnstückkosten in Frankreich sind in den Jahren des EURO sieben mal stärker gestiegen als in Deutschland und damit hat die Wirtschaft entsprechend an Wettbewerbsfähigkeit verloren. In spätestens 2 Jahren dürften die Arbeitslosenzahlen den heutigen Zahlen von Spanien gleichen, wenn nicht vorher die nationalen Währungen wieder eingeführt werden und dem Land damit die Möglichkeit abzuwerten und einer eigenständigen Geld- und Währungspolitik gegeben wird. Das hochriskante EURO-Währungsexperiment ist sowohl politisch als auch ökonomisch krachend gescheitert und jeder Politiker der noch daran festhält und damit sein Land und andere Staaten in immer tiefere Verschuldung treibt, begeht Hochverrat. Es ist an der Zeit sich des Grundgesetzes zu erinnern, das Recht auf Widerstand ist hier niedergelegt.

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Joachim Schroeder

Teuere Verbindung!

Rätselt man noch heute über die Herkunft prähistorischer Gebäude und
Tempelkomplexe auf dem amerikanischen Kontinent, so dürfte, da wir
inzwischen über eine Geschichtsschreibung über neuere Bauvorhaben
in entlegenen Gegenden verfügen, die Zuordnung keine Schwierigkei-
ten mehr bereiten. So können sich noch nachfolgende Generationen über
die Verschwendung von EU-Geldern orientieren, wie z.B. die neueste franz.
Schöpfung im Dschungel von Franz. Guiana wo eine 30 Millionen Euro
Brücke einen Grenzfluß zwischen Franz. Guiana nach Brasilien über-
spannt. Offensichtlich wurde dieses Bauwerk symbolisch als ''Brücke
der Freundschaft'' zwischen der EU und Brasilien gebaut, denn auf
der brasilianischer Seite endet das Ganze im Nirgendwo, so daß diese
Verbindung inzwischen nur noch von der Flora und Fauna genutzt werden
kann. Eine sehr teuere Verbindung die der franz. Wirtschaft sicher-
lich nicht auf die Beine hilft!

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Matthias Elger
Matthias Elger (melger) - 29.04.2012 09:00 Uhr

Bleiben wird ein fader Nachgeschmack!

Börsen reagieren i.d.R. sehr gelassen auf politische Nachrichten, schon gar wenn sie noch keine Tatsachen zeigen und Hollande ist noch nicht gewählt. Aber nach der Vorwahl reagierten die europäischen Börsen sehr verschnupft. In Deutschland werden die Stimmen gegen die „angeblich“ nie für den realen Einsatz nötigen Euro-Rettungspakete immer lauter. Und ein Präsidentschaftskanditat will die Basis für diese Pakete neu verhandeln. Geld sind Scheine, deren Wert allein auf Vertrauen basiert. Vertrauen, dass solides wirtschaften der Emmitenten der Währung dahinter stehen und daran würde eben Hollande wackeln. Zweifel gibt es so schon genug und die werden stetig größer, denn alle bestehende Werte werden durch gigantische Schulden aufgehoben. Wenn also Frankreich Verträge zum Euro nicht mehr anerkennt, worauf soll dann noch Vertrauen für den Euro basieren? Zumal in Holland auch neu gewählt wird.
Also Vertrauen dahin, Bye, Bye Euro.

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Holger Baade

Frankreich ist kein Sorgenkind, sondern der Euro-Zombie

Staatsdirigismus vom Feinsten; Protektionismus wohin man schaut; Schattenhaushalte in denen Schulden versteckt werden, die, würden sie in die Schuldenbilanz einbezogen, Fr Negativ-Bilanz weit über 100 Prozent treiben.
Die Arbeitslosigkeit wird durch eine überbordende Verwaltung kaschiert, und bis auf die Luft- und Raumfahrt (vor allem Airbus), ohne die wir Dank der Berliner Schlafmützen dem Diktat der US-Industrie ausgeliefert wären, hat die französische Industrie nicht viel zu bieten: schon gar keine Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt.

Dennoch gönnt sich Frankreich soziale Wohltaten, von denen Deutsche nur träumen können. Nun raten Sie mal, wer die all die Jahre (mit)finanziert hat - und weiterhin finanzieren soll?

Frankreich spielt schon längst in der 2. Liga: Doch damit das nicht so auffällt, schlagen - wie an anderer Stelle in der FAZ zu lesen ist - einige pfiffige deutsche Genossen den Soli für unsolides haushalten vor. Da fällt für Fr sicher doch einiges ab!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.04.2012 23:03 Uhr
Werner Mueller

Wir wissen allerdings nicht...

..wieviele Milliarden der Herr Schäuble in diversen Schattenhaushalten versteckt hält. Thema Badbank (ehemalige Hyporeal Estate). Es dürfte erklecklich sein .. die Gesamtverschuldung von 80% des GDP dürfte geschönt sein, wie alles, was dieser Herr und seine Chefin der Öffentlichkeit präsentieren.

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Carsten Wohlgemut

Europa am Ende???

Ich hoffe nur, daß dieser ganze Europa-Schwachsinn endlich ein Ende hat!!!

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 29.04.2012 00:11 Uhr

Wer hat früher regelmäßig abgewertet? Richtig die PIIGS + F ! Damit haben sie dann ihre ...

LBbilanz wieder ausgeglichen. Mit dem EURO ist der Weg der Abwertung nicht mehr möglich, eine "Innere Abwertung" zerstört die Wirtschaft und verbietet sich von selbst, die LB-Defizite wachsen weiter. Den Abnickern im Bundestag, die offenbar nichts begreifen, sei ins Stammbuch geschrieben: Die Länder NL, FIN, A und D müssen die Kosten unterlassener Abwertungen der PIIGS + F von über 10 Jahren und in Zukunft bezahlen. Auch die gehebelten Rettungsschirme werden nicht helfen! Certeris paribus, werden für die VORÜBERGEHENDE Euro-Rettung mindestens 6-8 Billionen EURO erforderlich sein. Der EURO ruiniert die Wettbewerbsfähigkeit und die demokratischen Strukturen der Länder und muss schnellstens weg, bevor alle pleite sind. Einige Menschen huldigen dem armseligen Spruch "Scheitert der EURO, scheitert Europa". Nein, nicht der EURO muss gerettet werden, sondern Europa vor dem EURO. Nationale Währungen mit Abwertungsmöglichkeiten, nur hier liegt die wirtschaftliche und politisch sinnvolle Lösung

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.04.2012 23:00 Uhr
Werner Mueller

Die Armseligkeit der Sprüche...

...wird nur noch von der Armseligkeit der Politik dieser Sprüchemacher(innen) übertroffen.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 29.04.2012 00:00 Uhr

Es ist dringend erforderlich, dass etwas geschieht, denn es geht rasend schnell bergab.

Unsere Politiker meinen, alles wäre auf einem "guten Weg". Es ist völliger Quatsch von Entspannung zu reden, wenn die EZB den Markt unter EINER BILLION € begräbt, gleichzeitig die Target2-Salden weiter ausgefahren und zusätzlich noch die Rettungsschirme EFSF und ESM zusammengelegt und auch noch auf 800 Mrd aufgebohrt werden. Spätestens zur Jahresmitte sind wir bei EINER BILLION und die Target2-Salden dürften die EINE BILLION bis zum Jahresende erreicht haben. Dies ist ILLEGAL, sowohl die Bail-Outs als auch die (in)direkte Staatsfinanzierung durch die EZB. Aber alles wird nichts helfen, wenn nicht der EURO verschwindet, der diese Ungleichgewichte geschaffen hat. Die Länder müssen wieder auf-bzw abwerten können - nur so funktionieren disparate Volkswirtschaften untereinander. Innere Abwertungen, in denen die EURO-Illusionisten die Lösung sehen, haben einen höchst zerstörerischen Effekt auf die Wirtschaft, aber bis die Politiker dies begreifen, könnte es zu spät sein.

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Jahrgang 1969, Korrespondent für Wirtschaftspolitik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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