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Schuldenkrise EZB plant offenbar Zinsschwelle für Anleihekäufe

 ·  Die Europäische Zentralbank erwägt laut einem Bericht, für künftige Käufe von Staatsanleihen Zinsschwellen für jedes Land festzulegen. Demnach würde sie Staatspapiere von Krisenländern immer dann kaufen, wenn deren Zinsen einen bestimmten Aufschlag auf die Renditen deutscher Bundesanleihen überschreiten.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (85)

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Miklas Ross

Kein Investor der Welt kann sich mit einer Notenbank anlegen

Wenn es stimmt, dass die EZB Zinsobergrenzen für Anleihen angeschlagener Euro-Staaten festsetzen will, könnte das den Anfang vom Ende einiger akuter Probleme im Währungsraum bedeuten. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro überlebt, dürfte mit einem Schlag beträchtlich steigen. Denn Länder wie Spanien und Italien würden Zeit gewinnen, ihre Reformen durchzuführen.
Das große Problem ist doch, dass obwohl Länder wie Spanien und Italien kräftig konsolidieren und reformieren, die Finanzierungskosten dieser Staaten auf Niveaus steigen, die langfristig kaum zu stemmen sind und viele Reformerfolge torpedieren. Die Finanzmärkte reagieren zwar regelmäßig auf schlechte Nachrichten aus diesen Ländern, nicht jedoch auf positive. Offensichtlich, dass da eine gehörige Portion Irrationalität im Spiel ist.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.08.2012 19:33 Uhr
Valentin xyler
Valentin xyler (xyler) - 22.08.2012 19:33 Uhr

Leider falsch

wie ich ich meine. Ich schrieb schon an anderer Stelle meine Überlegung dazu:
Wenn die EZB das macht, dann ist sie bald die einzige, die noch Staatsanleihen aus dem €-Raum kauft. Den Markt kann die EZB nicht besiegen! Außer man betrachtet es als Sieg, wenn sie der einzige Käufer ist. Will hier das irgendwer ernsthaft als Sieg bezeichnen? Sicher nein - es ist der endgültige Niedergang und ein weiteres Eingeständnis, dass sie €-Staaten nicht im Stande sind, ihre Schulden zu bezahlen.
Bye, bye Euro.

p.s.: Wenn der Markt meint, die Anleihen sind das Risiko nur wert bei zB 10% Zinsen und die EZB es bei 7% deckeln will, dann wird sie der einzige Käufer sein - Punkt! Dem Markt ist es egal, denn er hat genug andere Investmöglichkeiten bzgl. Staatsanleihen.

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Werner Mueller

Wie soll das dabei helfen, insolvente Banken zu refinanzieren?

Und warum ist diese billige Finanzierung der Schulden ein Anreiz, Reformen durchzuführen?
Will man sich nicht eher dem Reformdruck durch hohe Zinsen entziehen?

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Joachim Richard

Italien konsolidiert ??

In Spanien sehe ich durchaus Konsolidierungsansprengungen im Staatsbudget, die allerdings durch die Unterstützung der Banken konterkariert werden. Habe ich aus Italien etwas übersehen ?

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Clemens Berg
Clemens Berg (CCBerg) - 20.08.2012 16:10 Uhr

Hallo Herr Ross,

vor der Einführung des Euros mussten Staaten wie Griechenland oder Italien Zinsen im zweistelligen Bereich zahlen, teilweise mehr als doppelt so hohe wie jetzt. Aber nun sind schon 6 oder 7 Prozent untragbar?

Die Märkte sind leider überhaupt nicht irrational: Die Südländer sind durch den und mit dem Euro nicht mehr wettbewerbsfähig, die Wirtschaft schrumpft, die Staaten sind praktisch pleite, da ist nichts zu beschönigen.

Eine derarige Intervention der Zentralbank ist nicht mehr als ein verzweifelter Selbstrettungsversuch, der massiv gegen alle westlichen Vorstellungen des freien Marktes verstößt, zu starker Inflation führen muss und die Märkte ganz im Gegenteil zu mehr Spekulation auf Kosten der EZB (bzw. der europäischen Steuerzahler) animiert.

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Antonio Sinigaglia

Ich erwundere...


...warum die Griechen nie etwas selbst tun; so sehen die aus. Natuerlich, ob wuerde es ueber Italien zu argumentieren...niemand gibt mal zu hoffen auf.

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gisela Sieber

Der € und unser "Profit"

In der Welt online ist heute ein schöner Artikel unseres "Profites" dank Euro zu lesen, der lag im Minusbereich. Unser Lebensstandard ist gesunken, na, da gibt uns doch die Realität recht, dass unsere gefühlte Inflation auch stimmt. Dagegen haben wir die Südländer alimentiert. Wie hübsch, was für eine aufgezwungene "Solidarität". Schwarz auf weiß steht es da, ich erwarte schon Schäubles Dementi. Sicher waren wieder "Milchmädchen" am Werk. Merkel sagt wie gehabt eh nichts dazu... Was für eine Farce!

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Hans Böhringer

Lire

Draghi kann es offenbar nicht verschmerzen, dass der Euro nicht so viele Nullen hat - aber wartet ab, 1000 Euro Scheine mit denen man ein Brötchen kaufen kann, dazu wird er uns schon noch bringen.

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christoph schlobies

macht sie doch schon lange

das macht sie doch schon lange-
sie kauft anleihen,wenn die zinsen für spanien zu hoch sind bspw

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Ole Maidag
Ole Maidag (Maidag) - 20.08.2012 07:38 Uhr

Daß Spanien und Italien ....

mal ein Paar Basispunkte mehr für neue Anleihen zahlen, die sie am Kapitalmarktaufnehmen, kann doch kein Grund für einen solchen Riesen-Bohai sein. In Wirklichkeit dürfte es um etwas ganz anders gehen, der Spanier sagt es ja auch ganz unverblümt: Den unbegrenzten Kauf span Anleihen durch die EZB. Das wäre dann keine Hilfe zur Selbsthilfe mehr, sondern ein Dauertransfer von den Nord-in die Südänder zur Finanzerung deren Wohlstandsniveaus, zu lasten der ersteren. So eine Art Finanzausgleich nach dem Muster der deutschen Bundesländer. Also die absolute Steigerung der Perversion bestehender Verträge.

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IAN LANCASTER

das wars dann (H J Reisch)

hier kann man nur sagen - die Schreiber haben recht...
Man kann nur jedem jungen Menschen in diesem Lande raten, lerne einen guten Beruf sowie mindestens eine Fremdsprache - und verlasse dieses Land auf immer...
Vielleicht kapieren dann mal unsre Politiker was sie anrichten und kommen vielleicht so zur Vernunft...aber da fehlt mir doch der Glaube...und wenn dann die wirkliche "Elite" fort ist und niemand mehr da ist, der das so notwendige Bruttosozialprodukt erwirtschaftet und auch noch Steuern zahlt.... Man sollte mal ernsthaft drüber nachdenken.. Tschüss!!!

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Claus Maier

Über Europa lacht die Sonne,

über Deutschland lacht die Welt!

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Winston Smith

'Free lunch' für die Bankster im Club Med!

Neben der völligen marktwirtschaftlichen Absurdität (seit wann haben wir die Planwirtschaft?) und der rechtlichen Illegalität (aber wen im Brüsseler Politbüro interessiert das schon?) gibt es einen weiteren herrlichen Aspekt: Auch wenn die EZB die bösen bösen über die Zielmarke liegenden Anleihen aufkauft, können die Zinsen für unsere Pleitiers ja weiterhin auf hohem verharren. Und wer wird diese hohen (aber validen!) Zinsen kassieren? Unicredit, Santander, Societe General und Co.! Eben die cleveren Club Med Bankster, die in einer korrupten Symbiose mit ihren Staatschefs und ihrem Buddy in der EZB einfach frei nach gusto bestimmen, wo den diese böse böse Zinsschwelle liegt. Je nachdem wieviel Zins 'free lunch' sie gerade benötigen (für die zugegebenermaßen unfair teure Betankung ihrer Yachten).

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Sandra Winkler
Sandra Winkler (commba) - 20.08.2012 06:20 Uhr

Nix wie weg . .

Hallo Herr Reisch,

genau so gehts. Wir sind auch schon am packen und das Geld ins Ausland zu bringen
Sollen die doch hker machen was sie wollen, aber nicht mit meinem Geld.

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Frank Hausmann

Hand aufs Herz

Mir ist bewusst, dass weniger als 30% aller Menschen aus spieltheoretischen Erwägungen heraus zu einem Verzicht eines kurzfristigen Vorteils bereit sind, erst Recht wenn deren Gegenüber persönlich unbekannt ist. So lässt sich die deutsche Position auch gut erklären. Aber mal im Ernst: Wo befindet sich Deutschland? Auf einer einsamen Insel im Pazifik oder im Herzen Europas?

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Thomas Weber

Manchmal glaub ich das unsere angeblichen Experten....

... keine Ahnung davon haben was Sie da betreiben. Sobald wirklich eine solche Zinsschwelle und Anleihenkauf eingeführt werden sollte, dann wird der Markt diese Schwelle sehr schnell herausfinden und die EZB aussaugen wie nen Cocktail. Ohne unsere kompetenten Unternehmern wären wir einfach nur kaputt!

Ich kann gar nicht beschreiben wie empört ich über unsere unfähige Politik in Deutschland und Europa bin! Und ja, noch geht es uns gut. Schaut man aber mal andere Währungen an, dann sieht man welcher Verlust uns Bürger erwartet und dann verjagen wir auch noch unsere Wirtschaft. Die bringt nämlich ihr Cash schon außerhalb der Euro-Zone in Sicherheit.

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Clemens Berg
Clemens Berg (CCBerg) - 19.08.2012 22:56 Uhr

Eines muss man den Eurokraten ja lassen,

sie sorgen echt für permanente Heiterkeit! Beispiele?

Die EZB ist unabhängig von der europäischen Politik.
Die EZB ist der Preisstabilität verpflichtet.
Der Euro ist genauso hart wie die DM.
Es geht hier nicht um zusätzliche Haftung.
Spanien ist auf einem guten Weg.
Alle Verträge müssen eingehalten werden.
...

Ein "Brüller" nach dem anderen, besser als jede Comedy-Show. Und die Liste ließe sich noch leicht weiterführen...

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peter myer

endlich ist der kommunismus in reichweite

danke der ezb und der politker, wird es uns bald wunderbar gehen.

erst werden 4 % zins zu viel sein, dann 2% und dann sind ziensen überhaupt böse und kredit gibt es für 0%, oder noch besser , die ezb legt noch ein paar scheinchen drauf, wenn italien oder spanien ihnen kredite einfach so abnimmt.

wunderbar, mit dem vielen geld, kaufen wir in spanien und italien uns alle schöne dinge und leben glücklich und in frieden bis zum ende unserer tage.

vielleicht kaufen wir uns auch in D ein paar dinge ein, wir haben schließlich geld. geldausgeben macht spaß- am ende haben wir jede menge sachwerte und lassen es richtig krachen.

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Wolfgang Richter

Scala Mobile für Pleitestaaten

Der von Draghi beabsichtigte Automatismus ähnelt fatal der "Scala Mobile", mit der in Italien die Löhne automatisch entsprechend der Inflation erhöht wurden.
Das System divergierte und ruinierte die italienische Wirtschaft.
Draghis System wird ziemlich zügig die EZB ruinieren oder massive Inflation auslösen. Aber da einer der Hauptkunden Draghis Heimatland sein wird, wird ihm das nichts ausmachen.

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Andreas Jansen

Befangenheit bei Draghi?

Dass ein Italiener in dieser Situation nicht sein Land vertritt nur weil er einer angeblich unabhängigen Zentralbank angehört, halte ich nach wie vor für einen Wunschtraum. Und in den letzten Wochen wird dies immer deutlicher. Wo sind nun die Stimmen in der EZB, die dieses Treiben unterbinden können? Die natürlichen Funktionen des Marktes werden mit den geäußerten Absichten außer Kraft gesetzt. Wer kauft demnächst noch Anleihen von gesunden Staaten, deren Renditen aufgrund des geringeren Risikos für den Investor niedriger sind? Wo ist der Anreiz das Geld dort zu investieren wo eine Rückzahlung auf üblichem Wege möglich ist? Als kluger Akteur würde ich nun Südeuropäische Staatsanleihen kaufen, die mir eine höhere Rendite geben. Die weitere Finanzierung der Staaten übernimmt ja fortan die EZB. Prima, nur schade dass die folgende Inflation selbst eine Rendite von 5-6% auffressen kann.

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Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 19.08.2012 21:09 Uhr

Kaiser Diocletian

Suchen Sie bei Wikipedia (englisch) unter "Diocletian" oder googeln Sie den kleinen Aufastz "Four Thousand Years of Price Control" bei Mises. Mish Shedlock hat heute etwas Interessantes über die zu erwartenden Reaktionen auf diese ECB-Pläne geschrieben.

Wo nur hat Draghi Economy gelernt? ist doch alles nur Konkursverschleppung. Und es wird noch weitergehen.

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Gerhard Dünnhaupt

Wozu Kampf gegen die Spekulanten?

Spekulanten sind die Geier, die sich um ein verwundetes Tier sammeln. Bekämpft man sie, wird das Tier davon nicht gesünder.

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Hans W. Koerfges
Hans W. Koerfges (HansWK) - 19.08.2012 20:28 Uhr

Der Bürger wird sich durchsetzen

Was für ein verzweifelter Versuch der EZB. Das ist der Höhepunkt der Vertragsbrüche und Freibrief für noch grössere Manipulationen. Die PIG Staaten haben das aktuelle Zinsniveau selbst verschuldet. Niemand zwingt sie, immer mehr neue Schulden zu machen. Das Schuldenmachen ist auch kein Naturgesetz. Offensichtlich erleben wir die Wiederauferstehung einer Art von Feudalismus. Anders ist das Verhalten der politischen Klasse nicht zu verstehen. Im Feudalismus bestimmten 5% - 8% was die Mehrheit der Menschen zu denken und zu lassen hatten. Aber, wohin das geführt hat, zeigt die Geschichte des 18. Und 19. Jahrhunderts. Damals dauerte Informationsübermittlung Wochen, heute nur Minuten. Das wird helfen, den Unsinn mit Information und gerichtlicher Hilfe beenden. Wetten? Wir müssen die Politiker nicht beleidigen oder beschimpfen. Die besseren Argumente sind auf Bürgers Seite. Der Bürger wird sich durchsetzen. Wetten?

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christoph schlobies

was ist neu daran?

Das hat die EZB doch bisher auch schon gemacht- was ist neu daran?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.08.2012 09:03 Uhr
Horst Müller

Dies ist ein offizielles Porgramm. Unbegrenzt in Zeit und Geld.

Bisher war das nur ein spontanes Programm - das Unrecht wurde getarnt mit dem Titel "not kennt kein Gebot". Weiterhin neu daran ist die massive Diskriminierung des Landes für den Maßstab: dessen Staatsanleihenpreise massiv in die Höhe katapultiert werden, gleichwohl aber nie von der EZB erworben werden. Neu daran ist weiterhin, das dies ein unverdeckter Bruch der GG und Lissabon Grundrechte Charta "Besteuerungsgleichheit" darstellt: selbst als Notfallprogram ist so ein Unrecht eben immer noch Unrecht. Also offizielles Programm drückt es das Recht in die Tonne. Sie sollten auch bemerken, dass die EZB nicht dazu da ist, den Bankrott Spaniens einzugestehen. Dies aber tut sie gerade. Wie kommen Sie dazu, diese Frage zu stellen? Das Konzept hinter Ihrer Fragestellung ist unethisch, Herr Schlobies.

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