Angesichts des anhaltenden Widerstands mehrerer europäischer Länder gegen Eurobonds wird in den Brüsseler EU-Institutionen einem Medienbericht zufolge an einem neuen Modell für gemeinsame europäische Schuldanleihen gearbeitet. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonntag vorab berichtete, geht es dabei um sogenannte Euro-Bills. Dies seien gemeinsame europäische Anleihen mit einer kurzen Laufzeit und einer begrenzten Summe.
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker und der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, wollten Ende kommender Woche den Staats- und Regierungschefs einen entsprechenden Vorschlag machen, berichtete der „Spiegel“. Den Plänen zufolge dürfe sich jeder Staat bis zu einem bestimmten Prozentsatz seiner Wirtschaftsleistung mittels Euro-Bills finanzieren. Wer die Regeln nicht einhalte, würde im folgenden Jahr vom Handel mit den Papieren ausgeschlossen.
Das Quartett hoffe, mit dem Modell auch die Bundesregierung überzeugen zu können, heißt es in dem Bericht des „Spiegel“ weiter. Während Frankreich gemeinsame europäische Anleihen fordert, lehnt Deutschland die gemeinsamen europäischen Anleihen bislang ab. Die Bundesbank hält gemeinschaftlich garantierte Staatstitel nur unter der Bedingung einer mit strengsten Haushaltsregeln unterlegten Fiskalunion für tragbar.
Das neue Modell könne mit dem deutschen Grundgesetz in Einklang stehen, da die gemeinsamen Schuldscheine in Höhe und Dauer begrenzt seien, hieß es dazu laut „Spiegel“ in Brüssel.
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