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Schuldenkrise : Deutsche Banken haben in Spanien hohe Risiken

Nach dem Platzen der Immobilienblase bleiben nur die Bauruinen wie hier auf der Kanareninsel Fuerteventura Bild: dpa

Nach dem Platzen der Immobilienblase haben die deutschen Banken ihr Engagement in Spanien zwar reduziert, stehen aber weiterhin mit 112 Milliarden Euro im Feuer. Die meisten ausstehenden Kredite weist die Deutsche Bank auf. Auch der deutsche Staat wäre von der Krise in Spanien getroffen.

          Von einem nennenswerten Engagement deutscher Banken in Spanien spricht der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Andreas Schmitz. Der Blick auf die jüngsten Zahlen der Bundesbank zeigt, dass die Bezeichnung „nennenswert“ eher eine Untertreibung darstellt. Ende Februar waren die deutschen Institute in dem von einer Immobilien- und Bankenkrise betroffenen Euroland mit knapp 112 Milliarden Euro engagiert. Das ist das höchste Kreditvolumen, das deutsche Banken in den einzelnen Euro-Krisenländern ausstehen haben. In Italien sind es 100 Milliarden Euro, in Irland 71 Milliarden, in Portugal und Griechenland jeweils 22 Milliarden Euro. Im Euroraum ist die deutsche Kreditwirtschaft nur in Frankreich (146 Milliarden Euro) und in den Niederlanden (121 Milliarden Euro) stärker engagiert als in Spanien.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach dem Platzen der Immobilienblase und der Eskalation der europäischen Staatsschuldenkrise haben die deutschen Banken ihre Risiken in Spanien abgebaut. In den zwölf Monaten bis Ende Februar beläuft sich der Rückgang auf 14 Prozent. Die Forderungen gegenüber spanischen Banken wurden um knapp 19 Prozent auf 42 Milliarden reduziert, gegenüber Unternehmen um 9,5 Prozent auf 52 Milliarden Euro und gegenüber der öffentlichen Hand um 15 Prozent auf 18 Milliarden Euro. Wie hoch die gewerblichen Immobilienkredite sind, die als besonders ausfallgefährdet gelten, darüber geben die Bundesbank-Zahlen keine Auskunft. Doch dürften diese wohl in das Segment Unternehmen fallen.

          Für Ende März wies die Commerzbank 4,0 Milliarden Euro an gewerblichen Immobilienkrediten in Spanien aus. Das ist das höchste Volumen, das für eine deutsche Bank bekannt ist. Grund dafür ist das Sorgenkind der Commerzbank, die auf Immobilien- und Staatsfinanzierung ausgerichtete Eurohypo. Insgesamt hat die Commerzbank in Spanien Kredite über 14,2 Milliarden Euro vergeben. Davon entfallen 4,4 Milliarden Euro auf Banken, 2,9 Milliarden auf den Staat und 3,0 Milliarden Euro auf Unternehmen.

          Die meisten ausstehenden Kredite in Spanien weist die Deutsche Bank auf. Das Volumen betrug Ende März 29 Milliarden Euro. Allein 11,4 Milliarden Euro hat die Deutsche Bank an Privatpersonen verliehen. Angesichts der gegenwärtigen Rezession in Spanien und der hohen Arbeitslosenquote von 24 Prozent ist hier mit Ausfällen zu rechnen. Gegenüber Banken ist Deutschlands größte Bank mit 6,4 Milliarden Euro engagiert, gegenüber Unternehmen mit 9,7 Milliarden und gegenüber dem Staat mit 1,4 Milliarden Euro. Diese Zahlen sind aber Bruttopositionen. Einschließlich Sicherheiten, Absicherungen und Risikovorsorge reduziert sich das Spanien-Risiko von 29 auf knapp 14 Milliarden Euro. Auffällig ist der Rückgang der Risiken gegenüber Privatpersonen von 11,4 auf 1,9 Milliarden Euro.

          Auch der deutsche Staat kann von der Spanien-Krise getroffen werden. Denn die Abwicklungsanstalt der verstaatlichten Hypo Real Estate, die FMS Wertmanagement, wies Ende Juni 2011 ein Kreditvolumen in Spanien von 11 Milliarden Euro aus. Der größte Betrag entfiel mit 9,9 Milliarden Euro auf die öffentliche Hand. Gewerbliche Immobilienkredite beliefen sich auf 900 Millionen Euro. Für die Risiken der FMS Wertmanagement haftet der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin. Deutschlands drittgrößte Geschäftsbank, die DZ Bank, hatte Ende 2011 ein ausstehendes Volumen in Spanien von 7,6 Milliarden Euro. Die Wertpapierpositionen machten mit 7,1 Milliarden Euro den Großteil aus. Diese Summe teilt sich zu 3,1 Milliarden Euro auf die öffentliche Hand und zu 4,0 Milliarden Euro auf Banken sowie Unternehmen auf. Allein die Banken machten 2,4 Milliarden Euro aus. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hatte zum Jahresende 2011 ein Engagement in Spanien von 5,9 Milliarden Euro, davon 2,6 Milliarden gegenüber Banken.

          Quelle: F.A.Z.

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