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Schuldenkrise Banken zahlen EZB Krisenhilfe früher zurück als erwartet

Es ist ein kleines Zeichen der Entspannung in der Schuldenkrise: Die Banken des Euroraums wollen der Europäischen Zentralbank mehr Krisenhilfe schon jetzt zurückzahlen als erwartet.

© dapd Vergrößern Das Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

Die Banken des Euroraums wollen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich mehr an Krisenhilfe zurückzahlen als erwartet. In einer ersten Runde sollen der Notenbank insgesamt 137,2 Milliarden Euro zufließen, wie die EZB am Freitag in Frankfurt mitteilte. Bankanalysten hatten mit einem Rückfluss zwischen etwa 50 und 100 Milliarden Euro gerechnet.

An den Finanzmärkten wurden die Zahlen positiv aufgenommen.Bei den zurückfließenden Mitteln handelt es sich um Gelder aus der Ende 2011 gewährten Langfristhilfe der EZB.

Die „dicke Bertha“

EZB-Präsident Mario Draghi hatte die Hilfen in einem F.A.Z.-Interview damals scherzhaft als “Dicke Bertha“ bezeichnet - in Anspielung an ein schwere Kanone im ersten Weltkrieg und weil schon zuvor in der Schuldenkrise martialische Metaphern wie etwa „Bazooka“ (Panzerfaust) verwendet wurden.

Das Refinanzierungsgeschäft wurde seinerzeit mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit von bis zu drei Jahren aufgelegt. Zusammen mit einem zweiten derartigen Geschäft im Februar 2012 hatte die EZB insgesamt gut eine Billion Euro an die Geschäftsbanken ausgereicht. Grund war die drohende Eskalation der Euro-Schuldenkrise.

Wie die EZB weiter mitteilte, wollen insgesamt 278 Banken von der Möglichkeit Gebrauch machen, einen Teil der Nothilfen vorzeitig zurückzahlen. Die Rückzahlungen werden am kommenden Mittwoch (30. Januar) fällig. Da hohe Rückzahlungsbeträge prinzipiell auf eine Entspannung im Bankensektor hindeuten, sorgten die Zahlen für positive Reaktionen an den Finanzmärkten. Der Euro legte zu und stieg mit 1,3464 US-Dollar auf den höchsten Stand seit etwa elf Monaten. Sichere Anlagen wie deutsche Staatsanleihen gerieten entsprechend unter Druck.

Von nun an haben die Banken jede Woche die Möglichkeit, Mittel vorzeitig zurückzuzahlen

Dass sich die Geschäftsbanken bereits jetzt von einem Teil der Krisenhilfe entledigen können, war von Beginn an vorgesehen. Experten schätzen, dass vor allem Banken aus robusten Kernländern wie Deutschland von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Ausschlaggebend ist die deutliche Entspannung in der Schuldenkrise, nachdem die EZB Mitte 2012 zugesichert hatte, den Euro unter allen Umständen verteidigen zu wollen. Kreditinstitute aus Krisenländern wie Spanien oder Italien dürften hingegen einen Großteil der Krisenhilfe aus Sicherheitsgründen behalten haben.

Beobachter erwarten, dass in den nächsten Monaten sukzessive weitere Krisengelder an die EZB zurückfließen. Von nun an haben die Geschäftsbanken jede Woche die Möglichkeit, nicht mehr benötigte Mittel aus den dreijährigen Geschäften vorzeitig an die EZB zurückzuzahlen. Bankanalysten waren im Vorfeld der EZB-Zahlen davon ausgegangen, dass bis zur Jahresmitte etwa 200 Milliarden Euro an die Notenbank zurückfließen. Aufgrund der nunmehr überraschend hohen Rückzahlung in der ersten Runde könnte der Betrag aber höher ausfallen.

Quelle: FAZ.NET/DPA-AFX

 
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Veröffentlicht: 25.01.2013, 12:33 Uhr

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