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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Schlecker-Tochter IhrPlatz baut über 900 Stellen ab

 ·  Auch bei der Schlecker-Tochter IhrPlatz sollen Filialen geschlossen werden. Die Einschnitte fallen aber geringer aus als beim Mutterkonzern.

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Die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz streicht 908 Stellen und will ein knappes Viertel seiner Filialen schließen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider am Freitag mit. 142 von bundesweit 612 Märkten der Osnabrücker Drogeriekette sollen kurz nach Ostern dicht machen.

Dennoch machte Schneider den verbleibenden Beschäftigten Hoffnung. IhrPlatz sei „ein im Kern gesundes Unternehmen mit guten Lagen und positivem Image“, glaubt der Insolvenzverwalter.  Doch der Stellenabbau sei unvermeidlich. Er strebe einen Interessensausgleich mit den Beschäftigten an.

Für das Osnabrücker Unternehmen ist es die zweite Pleite in sieben Jahren. IhrPlatz hatte bereits 2005 Insolvenz angemeldet und wurde Ende 2007 von Schlecker übernommen.

Unabhängig vom Mutterkonzern Schlecker werde jetzt nach einem Investor gesucht. Ziel sei ein rascher Verkauf. IhrPlatz hatte kurz nach Schlecker aus dem schwäbischen Ehingen Ende Januar Insolvenz angemeldet - weil die Kette sehr abhängig von Schlecker ist.

Die Einschnitte bei Ihr Platz fallen geringer aus als beim Mutterkonzern. Schlecker hatte in dieser Woche angekündigt, jede zweite Filiale zu schließen. Fast 12.000 Mitarbeiter, in der Mehrzahl Frauen, werden ihren Arbeitsplatz verlieren.

Für entlassene Schlecker-Beschäftigte soll Transfergesellschaft kommen

Bei Schlecker will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bis Ende nächster Woche Klarheit über eine Transfergesellschaft für betroffene Mitarbeiter schaffen. In einem Gespräch mit dem Insolvenzverwalter Geiwitz und Verdi-Chef Frank Bsirske sei klar geworden, dass alle Beteiligten eine
solche Gesellschaft anstrebten, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin.

Wenn die rechtlichen Hürden genommen seien, könnten die Betroffenen bis zu zwölf Monate lang Transfer-Kurzarbeitergeld erhalten. Damit werde aber keine Beschäftigungsgesellschaft geschaffen - Ziel sei eine schnelle Jobvermittlung.

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