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Schlecker-Insolvenz „Wettbewerber sind dieser Kette meilenweit enteilt“

21.01.2012 ·  Wer den Schaden hat, braucht für bissige Kommentare nicht zu sorgen: Einen Tag, nachdem Deutschlands größte Drogeriekette Schlecker einen Insolvenzantrag angekündigt hat, lästert der „Rossmann“-Chef über den Konkurrenten.

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Nach der angekündigten Insolvenz von Schlecker räumt zumindest die Konkurrenz der größten deutschen Drogeriekette keine großen Chancen mehr ein. „Ich wage die Prophezeiung, dass der Insolvenzverwalter nicht viele Läden weiter betreiben wird können“, erklärte der Chef der konkurrierenden Rossmann-Kette, Dirk Roßmann. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“ machte er klar, dass er nur an 50 bis 80 Schlecker-Märkten Interesse habe. Die allermeisten der noch rund 7000 Schlecker-Märkte in Deutschland müssten schließen, weil sie nicht mehr zeitgemäß seien. „Die Wettbewerber Rossmann, dm und Müller sind dieser Kette schon vor Jahren meilenweit enteilt.“

Katastrophale Image-Werte

Eine Umfrage unter Verbrauchern ergibt ein ähnliches Bild: Demnach ist Schlecker seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Aktuell lägen die Imagewerte von Schlecker mit minus 37,8 Punkten „dramatisch unter“ den äußerst beliebten Marken Rossmann (plus 79,4) und dm (88,3), heißt es in einer Markenstudie des börsennotierten britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov. „Auch die neue Strategie des Unternehmens hat nicht zu einer Trendwende geführt - die Lage ist aus Markensicht seit längerer Zeit ernst“, bilanziert YouGov.

Das Institut befragt für aktuelle Markenstudien in Deutschland nach eigenen Angaben täglich mehr als 2000 Personen. Demnach befand sich der Image-Wert von Schlecker Anfang 2008 noch im positiven Bereich. Seitdem zeige sich „ein schleichender aber weitgehend kontinuierlich Abstieg“.

Offene Rechnung führte zum Zusammenbruch

Schlecker hatte am Freitag eine so genannte Planinsolvenz angekündigt und will den entsprechenden Antrag „kurzfristig“ einreichen. Das könne Montag oder Dienstag sein, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Eine Planinsolvenz ist in der Insolvenzordnung ausdrücklich vorgesehen, wenn es darum gehen soll, ein Unternehmen möglichst weiterzuführen.

Schlecker hat angekündigt, große Teile des schrumpfenden Filialnetzes und damit auch viele der etwa 30.000 Arbeitsplätze in Deutschland erhalten zu wollen. Das Unternehmen begründete seine Schieflage mit einer geplatzte Zwischenfinanzierung, ging allerdings nicht ins Detail. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ konnte Schlecker am Freitag einen fälligen Betrag zwischen 20 und 30 Millionen Euro nicht mehr bezahlen. Weil die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Branchenkreisen bekannt waren, war die Zahlung in bar oder als Bundesbankscheck eingefordert worden.

Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz von Schlecker um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete der schwäbische Familienkonzern erneut mit sinkenden Erlösen.

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