11.01.2010 · Ursula von der Leyen knöpft sich den Discounter Schlecker vor. Sie geißelt dessen rüde Personalpolitik. Der Ruf nach dem Staat ist bei solchen Gelegenheiten wohlfeil, doch wird wohl auch diesmal das Getöse folgenlos verstummen.
Von Corinna BudrasEs liegt wieder Wahlkampf in der Luft: Wenige Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bringt sich die CDU gegen den Discounter Schlecker in Stellung und geißelt seine rüde Personalpolitik. Die frischgebackene Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kündigt mit energischen Worten an, das Gebaren zu überprüfen.
„Dagegen muss man doch was machen können“, mag auch so mancher entrüstete Bürger denken, der selbst lieber 12,70 Euro als 6,78 Euro in der Stunde verdienen würde. Kann man – die Frage ist nur, wer. Der Ruf nach dem Staat ist bei solchen Gelegenheiten wohlfeil, doch wird wohl auch diesmal das Getöse folgenlos verstummen. Gegen solche Tricks ist nun einmal kein Kraut gewachsen – vorausgesetzt, es geht mit rechten Dingen zu und die Löhne sind nicht sittenwidrig.
Auch andere Unternehmen versuchen schließlich, Spielräume zu nutzen. Wem solche Machenschaften zu viel sind, der kann sehr wohl etwas dagegen tun: Niemand ist gezwungen, mit seinen Einkäufen solche Geschäftsmodelle zu fördern. Meist aber siegt der eigene kleine Vorteil im Geldbeutel über die guten Vorsätze. Da ist es einfacher, nach dem Staat zu rufen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2461 | −0,22% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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