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Schiffbau in Stralsund P+S Werften melden Insolvenz an

Wochenlang hatten Politik und Werftmanager versucht die P+S Werften zu retten. Doch Verhandlungen über finanzielle Zugeständnisse von Kunden und Zulieferern liefen ins Leere.

© dpa Vergrößern Auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft: Etwa 2000 Angestellte der P+S Werften bangen zurzeit um ihre Arbeitsstelle.

Die P+S Werften in Stralsund und Wolgast sind pleite. Geschäftsführer Rüdiger Fuchs werde am Mittwoch Insolvenzantrag beim Amtsgericht Stralsund stellen, sagte ein Unternehmenssprecher. Damit sind Rettungsversuche für die seit Monaten finanziell angeschlagenen Werften mit knapp 2000 Beschäftigten gescheitert.

Damit sind wochenlange Verhandlungen mit den Reedereien Scandlines, DFDS und Royal Arctic Line (RAL) gescheitert. Ein Gerichtssprecher erläuterte, P+S strebten eine Insolvenz in Eigenverwaltung an. Damit würde der Geschäftsführung ein Sachverwalter des Gerichts zur Seite gestellt, das Management könnte die Sanierung aber in Eigenregie vorantreiben. Die
Prüfung der umfangreichen Antragsunterlagen könne sich bis Donnerstag hinziehen, sagte der Sprecher Die Werften mit 1771 Beschäftigten und 116 Auszubildenden an den Standorten in Stralsund und Wolgast stecken seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten.

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Land und Bund hatten die Auszahlung von Rettungsbeihilfen vor kurzem gestoppt, als klarwurde, dass die zugesagten 152 Millionen Euro Staatshilfe für die Sanierung nicht reichen würden. Geschäftsführer Rüdiger Fuchs, der die Unternehmen seit Anfang August führt, hatte anschließend versucht, die Kunden zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen, war damit nach Darstellung der Werften aber vor allem bei Scandlines auf taube Ohren gestoßen. Als der Termin, an dem die August-Gehälter für die Beschäftigten fällig werden, näher rückte, sei dem Management nur noch der Gang zum Insolvenzrichter geblieben.

Bei Scandlines geht es um zwei neue Ostseefähren, die nahezu fertiggestellt sind. Mit den beiden Schiffen will die Reederei zwei ältere Fähren ersetzen, die störanfällig sind. DFDS hat zwei Spezialfrachter für Militärtransporte in Auftrag gegeben und dafür bereits Anzahlungen geleistet. Die grönländische RAL hat insgesamt fünf eisgängige Frachter geordert.

Die Schieflage von P+S ist ein weiterer Mosaikstein im Niedergang der einst starken deutschen Werftenindustrie. Den Schiffbauunternehmen setzt vor allem die scharfe Konkurrenz aus Asien zu. Viele von ihnen haben zu lange am Bau von Containerschiffen festgehalten. Einige Werften versuchen, in Nischen wie dem Bau von Mega-Yachten oder Spezialschiffen für die Errichtung von Windkraftanlagen vor der Küste zu überleben.

Quelle: FAZ.NET mit DPA und AP

 
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Veröffentlicht: 29.08.2012, 09:47 Uhr

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