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Schienenverkehr Bahnfahrkarten bald bei Aldi oder Tchibo

10.12.2004 ·  Die Deutsche Bahn will Fahrkarten künftig auch im Supermarkt verkaufen. Um neue Kunden zu gewinnen, sollten die Tickets nicht nur am Bahnhof, im Reisebüro und übers Internet zu bekommen sein.

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Die Deutsche Bahn will ihre Fahrscheine künftig auch in Supermärkten verkaufen und ihren Kundenstamm erweitern. Es werde daran gedacht, Tickets außerhalb von Bahnhöfen und Reisebüros anzubieten, bestätigte ein Unternehmenssprecher einen Vorabbericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom Freitag.

Mit einem Bündel von Maßnahmen wollen demnach Bahnchef Hartmut Mehdorn und seine Vorstandskollegen mehr Kunden für die Fernzüge gewinnen, die hohe Verluste einfahren. Umweltverbände, Vereine, Senioren und Geschäftsreisende sollen gezielt als Fahrgäste geworben werden.

Der neue, bis 2009 gültige Finanzplan des Staatsunternehmens enthalte das Projekt „Jump“, mit dem die Bahn in den nächsten fünf Jahren im Fernverkehr 180 Millionen Euro zusätzlich einnehmen wolle. Vorgesehen sei auch der Aufbau „alternativer Verkaufskanäle“ und beispielsweise „mit einem Discounter zu kooperieren“. Genannt werden Handelsketten wie Aldi, Lidl und Tchibo. Ein Bahnsprecher bestätigte den Angaben die Überlegungen mit dem Ziel, neue Kunden zu gewinnen. Bisher sind Tickets über Schalter, Reisebüros, Automaten oder das Internet erhältlich.

Gewinnziel für 2005 gesenkt

Die Deutsche Bahn senkt in ihrer neuen Finanzplanung zwar ihr Gewinnziel für 2005, will aber danach rasch auf den bisherigen ambitionierten Ergebniskurs zurückkehren. Bahnchef Hartmut Mehdorn will nächstes Jahr rund 500 Millionen Euro Gewinn erzielen, 300 Millionen weniger als bislang geplant. Er begründet die korrigierte Prognose mit den schwierigen konjunkturellen und wettbewerblichen Rahmenbedingungen im Personenfern- und Güterverkehr. Dennoch soll die Bahn auch nach der neuen mittelfristigen Finanzplanung, mit der sich der Aufsichtsrat am 21. Dezember befassen wird, schon 2006 rund 1 Milliarde und 2007 1,3 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaften. 2008 soll der Gewinn bei rund 1,8 Milliarden Euro liegen, 2009 bei 2,3 Milliarden Euro. Mit dieser Planung bekräftigt die Bahn ihr Ziel, bald kapitalmarktfähig zu werden. Der von Mehdorn für 2006 anvisierte Börsengang war im September vom Aufsichtsrat abgesagt worden.

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Von Heike Göbel

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