http://www.faz.net/-gqe-76gro

Schiefergas-Förderung : Altmaier gibt Fracking in Deutschland kaum Chancen

  • Aktualisiert am

„Ich sehe auf absehbare Zeit nicht, dass irgendwo in Deutschland Fracking zur Anwendung kommen kann“: Peter Altmaier Bild: dapd

Umweltschützer würden „Fracking“ am liebsten verbieten. So weit will Umweltminister Altmaier nicht gehen. Doch er will strikte Auflagen.

          Bundesumweltminister Peter Altmaier gibt der umstrittenen Förderung von Schiefergas in Deutschland in den kommenden Jahren keine Chance. Mit neuen Regelungen für das sogenannte Fracking solle der Einsatz erschwert werden. „Die Botschaft ist, wir wollen einschränken, wir wollen es nicht ermöglichen“, sagte der CDU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. „Im Übrigen sehe ich auf absehbare Zeit nicht, dass irgendwo in Deutschland Fracking zur Anwendung kommen kann.“ Er empfehle auch dringend allen Beteiligten, in der nächsten Zeit keine Anträge zu stellen, sagte Altmaier mit Blick auf Tests mit dem Verfahren, die in Deutschland bereits begonnen worden.

          Bisher existieren keine klaren Regelungen, die auf Fracking zugeschnitten sind. Das Bergrecht gibt ihm aber großen Spielraum. Während Umweltschützer es generell verbieten wollen, wollen Union und FDP es mit einem neuen Gesetz unter strikten Auflagen regeln, aber nicht ausschließen.

          Mit Auflagen soll Unterstützung von rot-grünen Ländern gewonnen werden

          Eine Arbeitsgruppe „Fracking“ hat sich auf Eckpunkte geeinigt und fordert die Regierung in einem Brief an Wirtschafts- und Umweltministerium zu Gesetzesvorschlägen auf. Die Punkte sehen eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einen umfassenden Schutz von Grund- und Trinkwasser vor. Mit den Auflagen soll auch die Unterstützung von rot-grün regieren Ländern gewonnen werden, damit das Vorhaben den Bundesrat passieren kann. Den Grünen gehen diese aber nicht weit genug.

          Bild: dpa

          Fracking hat in den Vereinigten Staaten zu einem Gasboom mit einem Preisverfall geführt, der den Standort vor allem für energieintensive Betriebe weltweit interessant macht. Der Chemiekonzern BASF will selbst in die Förderung einsteigen und dies auch in Deutschland testen. Es ist vor allem aber wegen Gefahren für das Grundwasser umstritten: Beim Fracking werden Wasser und Sand mit Chemikalien vermischt und dann unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dieses aufzubrechen und unerschlossene Reserven freizusetzen.

          Heimische Erdgas-Vorräte decken in Deutschland derzeit etwa 14 Prozent des Verbrauchs, allerdings mit stark sinkender Tendenz.

          Öl und Gas für die Fracking-Methode
          Öl und Gas für die Fracking-Methode : Bild: dpa

          In Amerika sind die Unternehmen bislang nicht einmal verpflichtet, alle Chemikalien offen zu legen, die beim Fracking eingesetzt werden. In Deutschland hat unter anderem das Umweltbundesamt auf Risiken hingewiesen. Der Widerstand von Bürgerinitiativen und in den Wahlkreisen ist groß. Bereits die Speicherung von Kohlendioxid in ehemaligen Gas-Lagerstätten war an Protesten gescheitert.

          Quelle: RTR

          Weitere Themen

          Fahrerbewertungsportal muss geändert werden

          Urteil : Fahrerbewertungsportal muss geändert werden

          Ist es ein Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr - oder ein Internet-Pranger? Ein Portal zum Bewerten von Autofahrern verstößt nach Ansicht von Datenschützern gegen gesetzliche Vorgaben. Ein Gericht in Münster hat das nun bestätigt.

          Die neue Kluft zwischen Briten und Franzosen Video-Seite öffnen

          Brexit : Die neue Kluft zwischen Briten und Franzosen

          Der Südwesten Frankreichs ist für viele Briten Wahlheimat. Seit den 1960er Jahren zieht es sie vor allem in die Dordogne. Doch seit dem Brexit müssen sie sich als Nicht-EU-Bürger auf Einschränkungen einstellen.

          Konsumklima in Europa auf hohem Niveau Video-Seite öffnen

          GfK : Konsumklima in Europa auf hohem Niveau

          In der Europäischen Union ist die Stimmung der Konsumenten so gut wie seit Jahren nicht mehr. Das Barometer stieg am Ende des dritten Quartals um knapp 2 Punkte auf 20,9 Zähler im Vergleich zum Vorquartal, wie die Gesellschaft für Konsumforschung am Mittwoch mitteilte.

          Topmeldungen

          Seehofer in der Krise : Wie die eigene Ära beenden?

          Horst Seehofer wankt. Wie es weitergeht? Unklar. Nur gemütlicher wird es wohl nicht mehr. Eine Telefonumfrage sagt bereits neues Unheil für die CSU voraus – und befeuert Debatten, die noch vor kurzem undenkbar waren.
          Chinas Notenbankchef Zhou

          Zhou Xiaochuan : Chinas Notenbankchef warnt vor Einbruch an Finanzmärkten

          In China läuft das wichtige Treffen der Kommunistischen Partei. Am Rande spricht der renommierte Zentralbankchef des Landes eine brisante Warnung aus. Das ist nicht die einzige Sorge, die gerade die Runde macht.

          Minus 75 Prozent seit 1990 : Insektensterben, na – wer weiß?

          Der Rückgang an Schmetterlingen, Fliegen, Motten, Käfern und so weiter ist dramatisch. Und was macht der Bauernverband - er wiegelt wie immer ab, wenn es um seine Geschäftsinteressen geht. Ein Kommentar.

          F.A.Z. exklusiv : Forcadell: Europa kann nicht mehr wegsehen!

          Die Präsidentin des katalanischen Parlaments kritisiert die Untätigkeit der EU im Katalonien-Konflikt. Diese ignoriere eine „offensichtliche Verletzung von Grundrechten in einem ihrer Mitgliedstaaten“, schreibt Carme Forcadell in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. In Spanien gebe es wieder politische Gefangene.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.