Home
http://www.faz.net/-gqe-75i8w
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Schauspieler wird Russe Depardieu bestätigt Nationalitätenwechsel

In einem Brief bestätigt Depardieu, einen russischen Pass beantragt zu haben. Er sei „angewidert“ vom Umgang mit ihm in Frankreich.

© PhotoXPress / VISUM Vergrößern Nun wirklich ein Russe: Gérard Depardieu

Der französische Schauspieler Gérard Depardieu hat nach eigenen Angaben aus Liebe zu Russland und Präsident Wladimir Putin die Nationalität gewechselt. „Ja, ich habe diese Anfrage auf einen Pass gestellt und ich bin erfreut, dass meiner Bitte stattgegeben wurde“, zitierte der Staatsfernsehsender Erster Kanal in der Nacht zum Freitag aus einem Brief Depardieus. Putin hatte dem 64 Jahre alten Schauspieler am Donnerstag per Erlass die russische Staatsbürgerschaft verliehen.

„Ich habe darüber sogar mit meinem Präsidenten François Hollande gesprochen. Ich habe ihm all dies gesagt. Er weiß, dass ich Ihren Präsidenten Wladimir Putin sehr schätze und dass dies gegenseitig ist“, hieß es in Depardieus Brief. Mit Frankreichs Präsident Hollande telefonierte der Schauspieler laut französischen Medien am Neujahrstag. Darin sagte Depardieu nach Angaben des befreundeten Filmproduzenten Arnaud Frilley, er sei „angewidert“ vom Umgang mit ihm in Frankreich. Die Berichterstattung sei fürchterlich, er brauche etwas Abstand. „Im Herz der Franzosen bleibt er Franzose“, sagte Frilley, „die Cineasten lieben ihn.“ Der Élysée-Palast bestätigte das Telefonat, sagte aber nichts zum Inhalt.

Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte Depardieus Flucht vor der geplanten Reichensteuer von 75 Prozent als „ziemlich erbärmlich“ kritisiert. In Russland beträgt der Steuersatz 13 Prozent. Moskau setzt jetzt auf internationale Signalwirkung. „Ich hoffe, dass nun noch mehr Prominente den Mut haben werden, künftig in Russland zu leben“, sagt der Außenpolitiker Leonid Sluzki.

In seinem Schreiben verspricht Depardieu, nun Russisch zu lernen. „Mein Vater war Kommunist und hat Radio Moskau gehört. Das ist ein Teil meiner Kultur.“ Der Brief „an die russischen Journalisten“ endet mit dem auch bei Nationalisten beliebten Ruf „Ehre sei Russland“.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Holocaust-Gedenken Putin warnt vor Geschichtsfälschung

Wladimir Putin hat in seiner Rede zum Holocaust-Gedenktag vor Versuchen gewarnt, die Geschichte umzuschreiben. Für die Taten der Nazis gebe es weder Entschuldigung, noch Vergessen. Auch auf die Lage in der Ostukraine ging er bei der Gelegenheit ein. Mehr

27.01.2015, 16:09 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Putin will Abschottung nicht zulassen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einem Interview betont, Moskau lasse sich nicht hinter einem neuen Eisernen Vorhang isolieren. Er sieht den Westen als Urheber der eisigen Beziehungen. Mehr

25.11.2014, 13:15 Uhr | Politik
Diplomatische Verwicklungen Doppelte Verstimmung im Kreml

Erst wurde Putin nicht explizit zum Holocaust-Gedenken eingeladen, dann behauptete der polnische Außenminister, Ukrainer hätten Auschwitz befreit - zwischen Moskau und Warschau herrscht am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung tiefe Verstimmung. Mehr

27.01.2015, 11:51 Uhr | Politik
Nach Terroranschlägen Höhenflug für Hollande

Noch vor kurzem war François Hollande der unbeliebteste Präsident Frankreichs. Doch nach den Terroranschlägen wuchs er an seinen Aufgaben. Jetzt steht François Hollande als Vater der Nation da. Mehr

19.01.2015, 17:09 Uhr | Politik
Berliner Außenministertreffen Ukraine und Russland vereinbaren Abzug schwerer Waffen

Das Berliner Außenministertreffen zur Ukraine bringt zwar keinen Durchbruch, aber einen Fortschritt. Moskau will nun die in Minsk vereinbarte Demarkationslinie anerkennen und schwere Waffen aus einer Pufferzone abziehen. Mehr Von Majid Sattar, Berlin

22.01.2015, 00:17 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.01.2013, 13:17 Uhr

Erst mal kommen lassen

Von Patrick Bernau

Griechenland macht sich in halb Europa unbeliebt. Und Angela Merkel wartet ab. Das ist die richtige Strategie: Griechenland darf sich auch mal mit anderen Ländern zerstreiten. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Grafik des Tages Geldmaschine Real Madrid

Der umsatzstärkste Fußballclub ist ein spanischer. Viel Geld verdienen auch britische Vereine. Aus Deutschland schafft es in dieser Rangfolge nur einer unter die ersten zehn. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden