09.09.2010 · Die Metro-Tochter Media-Saturn wird schon zum Weihnachtsgeschäft Toaster, Fernseher oder Kühlschränke unter eigenen Markennamen vertreiben. Der Discounter Aldi tut das schon seit Jahren. Und zwar geschickter.
Von Henning PeitsmeierWenn es in der Welt nur noch zwei Fabriken gibt, in der Mikrowellen hergestellt werden, spielt es fast keine Rolle mehr, unter welcher Marke die Geräte dem Kunden verkauft werden. Ob Sanyo oder Sharp, vielen Kunden ist das gleichgültig. Deshalb hatte der Discounter Aldi leichtes Spiel, als er vor Jahren die Marke Medion lanciert hat.
Was die Mutter aller Rabattschlachten schaffte, versucht nun auch die Metro-Tochtergesellschaft Media-Saturn. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft werden in den Elektromärkten unter der Eigenmarke „ok“ Eierkocher, Kühlschränke und Handys zu Kampfpreisen angeboten. Und vermutlich werden von der Krise gebeutelte Kunden beherzt zugreifen.
Nun begnügt sich Media-Saturn aber nicht mit „ok“, sondern fordert mit „Koenic“ und „Peaq“ auch Markenhersteller wie Bosch und Sony heraus. Das kann schiefgehen. Teure Waschmaschinen oder Fernseher werden oft mit dem Bekenntnis zur Marke gekauft, deren Bewerbung wiederum viel Geld kostet. Qualität, Design und Technologieführerschaft können entscheiden. Einfach Zulieferteile aus Asien geschickt zusammenzusetzen und ein Label darauf zu kleben reicht nicht. Media-Saturn hätte es besser bei der Aldi-Kopie belassen.