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Sarrazin-Affäre Mehr Klasse, bitte

19.10.2009 ·  Der Inhalt des umstrittenen Interviews von Thilo Sarrazin wäre es wert gewesen, anhaltend diskutiert zu werden. Doch gewinnt man den Eindruck, dass es gerade nicht darum geht, aus Deutschland ein Land zu machen, das von einer gelungenen Integrationspolitik profitiert.

Von Carsten Knop
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Die Frage ist leider schon gar nicht mehr, ob man der Meinung ist, dass der frühere Berliner Finanzsenator und heutige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin mit seinen Ausführungen zur Integration von Zuwanderern in Deutschland recht oder unrecht hat. Es geht auch nicht mehr darum, ob man mutig sein muss, um derartige Meinungen zu äußern oder nicht.

Die Diskussion läuft in eine Richtung, an der Menschen ihren Spaß haben, die Freude daran finden, Intrigen zu spinnen oder über solche zu reden - nicht zuletzt deshalb, weil sie sich daraus berufliche Vorteile versprechen. Auch das Intellektuellen-Magazin, in dem der Text zu finden ist, freut sich über jede Erwähnung, Sarrazin gewiss ebenfalls.

Indes: Der Inhalt des Interviews wäre es wert, anhaltend diskutiert zu werden, nicht so sehr die in diesem Fall sehr unglückliche Arbeit der Pressestelle der Bundesbank. Wenn danach nicht nur „die Politiker“, sondern alle Menschen guten Willens das Integrationsproblem neu anpackten, wäre viel gewonnen. Doch gewinnt man den Eindruck, dass es den Diskutanten gerade nicht darum geht, aus Deutschland ein Land zu machen, das von einer gelungenen Integrationspolitik profitiert.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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