12.11.2009 · Der Sachverständigenrat empfiehlt der Bundesregierung, eine "Bildungsoffensive" einzuläuten. Die Etatsanierung und Überwindung der Krise reiche für eine nachhaltige Erholung nicht aus.
Von Andreas MihmDer Sachverständigenrat empfiehlt der Bundesregierung, eine "Bildungsoffensive" einzuläuten. Die Etatsanierung und Überwindung der Krise reiche für eine nachhaltige Erholung nicht aus. Deshalb sei der Bildungspolitik höchste Priorität einzuräumen. Die Wirtschaftweisen kommen damit zum gleichen Schluss wie unlängst der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsminister. Der hatte starke Investitionen in die Bildung sowie in die frühkindliche und Vorschulerziehung empfohlen.
"Allemal gilt der Vorrang für eine Politik, welche zukunftsgerichtete Rahmenbedingungen für die Förderung von Forschung und Wissenstransfer schafft, von strukturkonservierenden Maßnahmen und der Schaffung nationaler Champions seitens des Staates jedoch absieht", schreibt der Sachverständigenrat. Bildungspolitik sei ein erfolgversprechendes Mittel, um einen höheren Wachstumspfad zu erreichen. In Deutschland gelte es, zwei Defizite zu beseitigen: das im internationalen Vergleich zu niedrige Bildungsniveau und die fehlende Chancengleichheit. Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern hätten weniger Chancen, höhere Abschlüsse zu erreichen.
Um das abzustellen, sollten die gesamtstaatlichen Ausgaben für Bildung und Forschung, wie von Bund und Ländern verabredet, bis zum Jahr 2015 auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Das mache die Konsolidierung zwar schwieriger, widerspreche ihrem Ziel aber nicht. Dabei raten die Sachverständigen, mehr in die frühkindliche Erziehung zu investieren, dann fielen die Erträge am höchsten aus. Dazu gehöre ein verpflichtendes Vorschuljahr und die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen. Schulen sollten mehr Autonomie und Möglichkeiten für Wettbewerb erhalten, Übergänge von der Grundschule in das Gymnasium flexibler werden. Vieles spreche für einheitliche Studiengebühren an Hochschulen und mehr Durchlässigkeit der dualen Berufsausbildung hin zu einem Hochschulstudium.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
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| EUR/USD | 1,2461 | −0,22% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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