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Rußland Gasprom kauft Sibneft für 13 Milliarden Dollar

28.09.2005 ·  Der russische Gasmonopolist Gasprom übernimmt die Mehrheit beim Ölkonzern Sibneft. Damit weitet der Kreml seine Kontrolle über den russischen Energiesektor aus. Der Kauf ist das größte Geschäft in der russischen Wirtschaftsgeschichte.

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Mit der Übernahme des Ölkonzerns Sibneft durch den weltweit größten Erdgas-Produzenten Gasprom weitet der Kreml seine Kontrolle über den russischen Energiesektor aus. Im größten Geschäft der russischen Wirtschaftsgeschichte erwirbt die staatlich kontrollierte Gasprom für rund 13 Milliarden Dollar (10,82 Milliarden Euro) 72,6 Prozent des fünfgrößten Ölunternehmens Rußlands, wie beide Seiten am Mittwoch in Moskau mitteilten. Damit hält Gasprom nun insgesamt 75,68 Prozent an Sibneft. Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon ist mit 6,5 Prozent an Gasprom beteiligt.

Sibneft war bisher mehrheitlich im Besitz der Holding Millhouse Capital des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch. Abramowitsch ist Gouverneur der abgelegenen ostsibirischen Provinz Chukot und Eigner des britischen Ligaclubs Chelsea London. Moskau bekommt mit der Übernahme Zugriff auf den nach Lukoil, TNK-BP, Rosneft und Surgutneftegas fünfgrößten Ölkonzern des Landes.

Vorwurf der Wiederverstaatlichung des Energiesektors

Im vergangenen Jahr förderte Sibneft insgesamt 34,04 Millionen Tonnen Öl. Zur Finanzierung des Kaufs hatte Gasprom in den letzten Wochen bei westlichen Banken Kredite über zwölf Milliarden Dollar aufgenommen. Etwa die Hälfte davon kommt nach russischen Medienberichten von dem niederländischen Institut ABN Amro und der Dresdner Bank.

Kritiker werfen der Regierung von Präsident Wladimir Putin vor, über Gasprom den Anfang der 90er Jahre privatisierten Energiesektor wieder verstaatlichen zu wollen. Der russische Staat will seinen Anteil an dem profitreichen Gas-Unternehmen bis Ende Dezember für 7,1 Milliarden Dollar um weitere zehn Prozent auf über 50 Prozent aufstocken.

Auch der Sibneft-Rivale Rosneft wird bereits vom Kreml kontrolliert. Rosneft hatte Ende vergangenen Jahres die wichtigste Fördertochter des größtenteils zerschlagenen privaten Ölkonzerns Yukos - Yukanskneftegas - übernommen. Eine Fusion zwischen Rosneft und Gasprom war allerdings an einem Streit zwischen beiden Unternehmen gescheitert. Nach dem Gasprom-Einstieg bei Sibneft lägen etwa 30 Prozent der russischen Ölproduktion wieder in staatlicher Hand.

Die Händler an der Börse in Moskau reagierten auf den Mega-Deal skeptisch. Der Kurs von Gasprom fiel um 1,2 Prozent, die Sibneft-Notierung sogar um 2,7 Prozent.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP
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