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Freitag, 10. Februar 2012
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Rußland Das böse D-Wort

25.05.2006 ·  Die Russen sind stolz auf ihr Land. Für ihre Währung gilt das nicht unbedingt. Jetzt soll ein neues Gesetz das Rubel-Image aufwerten: Minister dürfen nicht mehr „Dollar“ sagen. Wie teuer das böse D-Wort wird, steht noch nicht fest. FAZ.NET macht einen Vorschlag.

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In Deutschland sind seit einigen Jahren Sprachschützer unterwegs. Sie wollen, daß man „Treffpunkt“ sagt statt „Meeting Point“ - und in den meisten Fällen haben die Damen und Herren von der Anglizismus-Polizei ja recht.

Aus Rußland erreicht uns jetzt die Meldung, daß die Währungsschützer ihren Kampf begonnen haben. Russische Minister könnten nämlich künftig zur Kasse gebeten werden, wenn sie das Wort „Dollar“ in den Mund nehmen, so die Nachrichtenagentur Reuters.

Dollar auf der Speisekarte

Kein Scherz: Das russische Parlament stimmte am Mittwoch in erster Lesung einem Gesetzesentwurf zu, der eine Geldstrafe für Regierungsmitglieder vorsieht, wenn diese öffentlich Summen in Dollar an Stelle von Rubel ausdrücken.

Das Gesetz soll das Image des Rubels aufwerten. Die Abgeordneten wollen zudem unterstreichen, daß die Zeiten der amerikanischen Währung in Rußland vorbei sind. Wegen der galoppierenden Inflation entwickelte sich der Dollar seit den 90er Jahren mehr oder weniger zur inoffiziellen Währung des Landes. So schrieben einige Restaurants ihre Preise bereits in Dollar aus. Zuletzt legte der Rubel aber wieder kräftig zu, der Belebung der russischen Wirtschaft sei Dank.

Darf auch die Zeitung nicht mehr „Dollar“ schreiben?

Kritiker halten den Entwurf für nicht umsetzbar und werfen seinen Unterstützern Polit-Theater vor. Möglicherweise soll das Gesetz auch auf Abgeordnete und die Medien ausgeweitet werden.

Das Gesetz muß zwar noch zwei weitere Lesungen im Parlament durchlaufen, entscheidende Änderungen werden aber nicht erwartet. Wladimir Schirinowski, für seine nationalistischen Sprüche bekannt, frohlockte jedenfalls. Reuters zufolge konnte er sich sogar eine Anspielung auf den siegreichen Vormarsch der Sowjet-Armee auf Deutschland im Zweiten Weltkrieg nicht verkneifen: „Der Rubel rollt wieder. Der nächste Halt ist Berlin.“

Die Höhe der Geldstrafe steht übrigens noch nicht fest. Was soll es kosten, wenn Wladimir Putin oder ein Kabinettskolleg künftig das böse D-Wort sagt? Wir haben einen Vorschlag: Fünf Dollar für die Kaffeekasse.

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Von Holger Steltzner

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09.02.2012 17:45 Uhr
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