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Rüstungsbranche EADS und BAE Systems verhandeln über Fusion

 ·  In Europa bahnt sich eine riesige Fusion auf dem Rüstungsmarkt an. Der europäische Raumfahrtkonzern EADS verhandelt mit seinem Londoner Konkurrenten BAE Systems über einen Zusammenschluss.

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In der Luftfahrtindustrie zeichnet sich die größte Fusion seit vielen Jahren ab. Am Dienstagabend bestätigte die britische BAE Systems plc, dass sie mit dem europäischen Konzern EADS NV über einen Zusammenschluss verhandelt. Die Gespräche sind weit gediehen, da Details genannt wurden. Die Nachricht kam, nachdem eine Stunde vor Börsenschluss Gerüchte der BAE-Aktie einen Kurssprung von 11 Prozent bescherten; die EADS-Aktie verlor 5 Prozent an Wert.

Es wäre der größte Luftfahrtkonzern der Welt

Die Aktionäre von BAE sollen 40 Prozent am verbundenen Unternehmen halten, das weiterhin die Notierung beider Unternehmensteile an ihren Börsenplätzen zulässt. Die EADS-Aktionäre werden mit 60 Prozent größerer Anteilseigner sein. Beide Unternehmen bleiben bestehen, erhalten aber eine einheitliche Vorstands- und Aufsichtsratsstruktur. Das erinnert an die binationale Struktur im Zusammenschluss der Mineralölkonzerne Royal Dutch aus den Niederlanden und der britischen Shell.

BAE ist mit 13,4 Milliarden Euro, EADS mit 23,2 Milliarden Euro an der Börse bewertet. Mit dem Zusammenschluss würde der größte Luftfahrtkonzern der Welt entstehen. EADS/BAE würde einen Umsatz von rund 74 Milliarden Euro haben und den amerikanischen Konkurrenten Boeing (rund 53 Milliarden Euro) in den Schatten stellen.

Beide Konzerne arbeiten seit Jahren vor allem in der Rüstung zusammen. Sie bauen gemeinsam das Kampfflugzeug Eurofighter und kooperieren im Raketengeschäft. Die Briten haben zudem eine starke Basis in den Vereinigten Staaten, wo EADS nur beschränkten Zugang hat. Nach dem Übernahmekodex müssen beide Seiten bis zum 10. Oktober über einen Zusammenschluss entschieden haben. Es wurde schon seit längerem darüber spekuliert. Die Nachricht kommt, nachdem kurz zuvor die Bundesregierung zu verstehen gegeben hatte, über die KfW die Hälfte der derzeit vom Daimler-Konzern gehaltenen 15 Prozent EADS-Anteile zu übernehmen.

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Jahrgang 1958, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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