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Rückschlag für Energiesparte : Windkraft verdirbt Siemens das Geschäft

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Siemens muss Rückschläge bei wichtigen Windkraftprojekten hinnehmen Bild: dapd

Der Elektrokonzern Siemens hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch gesenkt. Verzögerungen beim Netzanschluss von Windparks und Probleme mit Hochspannungsleitungen lasteten auf der Bilanz.

          Der Elektrokonzern Siemens gibt wegen einer Millionenbelastung durch Projektverzögerungen im Windkraftanlagenbau die eigene Jahresprognose auf. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft wird im laufenden Jahr um 600 bis 800 Millionen Euro niedriger ausfallen und die bisher prognostizierten 6 Milliarden Euro Jahresgewinn wird verfehlt, wie das Unternehmen am Mittwoch in München erklärte.

          Im zweiten Geschäftsquartal lag der Gewinn um 67 Prozent niedriger als im Vorjahr und erreichte 1,05 Milliarden Euro, wie es weiter hieß. Das lag unterhalb der Markterwartung von 1,24 Milliarden Euro.

          Damit stößt das vom Siemens-Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher ausgegebene Umsatzziel von 40 Milliarden Euro aus umweltfreundlichen und energiesparenden Produkten innerhalb von zwei Jahren auf erste Rückschläge. Löscher hatte sich in den letzten fünf Jahren überdies an einer Stabilisierung der historisch vergleichsweise hohen Volatilität der Siemens-Bilanz versucht.

          Allerdings hatten Finanzvorstand Joe Kaeser und Vorstandschef Löscher die Erwartungen bereits im Januar gedämpft, die Gewinnwarnung nun kam nicht gänzlich unerwartet.
           

          „Das zweite Quartal war wie erwartet nicht einfach”, hieß es von Löscher in der Mitteilung. „Während der Umsatz deutlich zulegte, blieb der Auftragseingang aufgrund eines schwächeren Großprojektgeschäfts unter dem Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2012 sind wir bei Auftragseingang und Umsatz auf Kurs, unsere Ziele zu erreichen. Das Quartalsergebnis lag wegen erneuter Belastungen bei Energieübertragungsprojekten in Deutschland unter unseren Erwartungen”, wurde Löscher zitiert.

          Deutlich weniger Neuaufträge

          Auf der Umsatzseite profitierte Siemens noch von den Aufträgen der Vergangenheit. Der Umsatz wuchs um neun Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Analysten hatten 18,84 Milliarden Euro prognostiziert. Im zweiten Quartal sei der Umfang der Neubestellungen um 13 Prozent zum Vorjahr auf 17,9 Milliarden Euro gesunken. Überdies musste Siemens einen Beteiligungsverlust am Joint-Venture Nokia Siemens Networks in Höhe von 640 Millionen Euro bilanzieren.

          Ebenso wie Konkurrent ABB und andere Wettbewerber hat Siemens beim Anschluss von Windkraftanlagen auf hoher See an das Stromnetz mit einer Verknappung geeigneter Unterseekabel und qualifiziertem Personal in dem Bereich zu kämpfen, sagte Fraser Johnston von Bloomberg New Energy Finance.

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