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Rohstoffe Saudi-Arabien regt höhere Ölförderung an

10.05.2004 ·  Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt, hat höhere Fördermengen der Opec in Aussicht gestellt und damit Befürchtungen am Markt vor einem Versorgungsengpaß gedämpft.

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Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt, hat höhere Fördermengen der Opec in Aussicht gestellt und Befürchtungen am Markt vor einem Versorgungsengpaß gedämpft. Der jüngst rasant gestiegene Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent fiel um 1,35 Dollar auf 35,65 Dollar. Noch am Freitag war er auf mehr als 37 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit September 1990 gestiegen.

Eine Erhöhung der Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) sei unerläßlich, um die Versorgung und Nachfrage auf der Welt auszugleichen, sagte der saudiarabische Ölminister Ali el Naimi am Montag in Riad. Er forderte eine Produktionserhöhung von mindestens 1,5 Millionen Barrel täglich.

Der jüngste Preisanstieg sei Anlaß zu "großer Sorge", sagte Naimi. "Wir wollen keinen Preisanstieg auf einen Stand beobachten, der das Wachstum der internationalen Wirtschaft oder die Nachfrage nach Öl negativ beeinflußt", sagte er.

G10 unterstützen Saudi-Arabien

Die Gouverneure der elf wichtigsten Notenbanken der Welt (G 10) begrüßten die Forderung Saudi-Arabiens. Das sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, nach dem Treffen der G-10-Gruppe in Basel. Trichet ist derzeit Vorsitzender der G 10. Die G 10 sind nach den Worten von Trichet zuversichtlich, daß sich trotz des Rohstoff- und Ölpreisanstiegs das globale Wachstum fortsetzen werde.

"Wir sind zuversichtlich für das Wachstum und wachsam hinsichtlich der Inflation", sagte Trichet. Die globale Konjunkturerholung sei breit fundiert, doch müßten die von den Energiepreisen ausgehenden Inflationsrisiken aufmerksam beobachtet werden. Auch Norwegen als unabhängiger Erdölexporteur hieß die Äußerungen Naimis gut. Nach dem starken Anstieg des Ölpreises in den vergangenen Wochen hatten Volkswirte vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt.

Erhöhung der Förderquote beim nächsten Treffen erwartet

Die Ankündigung Saudi-Arabiens schürt die Erwartungen, daß die Minister des Kartells auf ihrem Treffen am 3. Juni in Beirut eine höhere Produktion beschließen werden. Bereits am Wochenende hatten die Vereinigten Arabischen Emirate die Opec aufgefordert, den jüngsten Preisanstieg durch höhere Produktion zu bremsen. Iran, der für seine harte Haltung in dieser Frage bekannt ist, signalisierte, einen solchen Schritt nicht zu blockieren. Der algerische Ölminister Chakib Khelil zeigte sich allerdings skeptisch, daß der Ölpreis durch eine Produktionserhöhung sinken werde.

Die Opec hatte zuletzt im April die Fördergrenze um eine Million Barrel auf 23,5 Millionen Barrel je Tag gesenkt. Die tatsächliche Opec-Produktion lag aber Fachleuten zufolge um mehr als 2 Millionen Barrel über dieser Marke. Begründet wurde die Förderkürzung mit einem erwarteten Rückgang der Preise infolge der üblichen Nachfrageschwäche im Frühjahr. Seitdem sind die Preise aber stark gestiegen.

Sabotageakt im Südirak

Für Nervosität am Markt sorgte am Montag zunächst die Nachricht von einem Sabotageakt an einer wichtigen Ölleitung im Südirak. Nach Angaben der amerikanischen Armee führte ein Anschlag auf eine Pipeline im Südirak vom Samstag zum Stopp des Ölexports aus der Region. Nach irakischen Angaben wurde der Export nur beeinträchtigt. Am Tag würden 1,2 Millionen Barrel exportiert. Dies sei etwas weniger als das Soll von 1,6 Millionen Barrel am Tag. Bis Mittwoch solle sich der Export wieder normalisieren.

"Wir wollen keinen Preisanstieg auf einen Stand beobachten, der das Wachstum der internationalen Wirtschaft oder die Nachfrage nach Öl negativ beeinflußt."

Ali el Naimi, saudiarabischer Ölminister

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2004, Nr. 109 / Seite 11
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