30.08.2004 · Nach Anschlägen auf Ölpipelines im Irak wurden sämtliche Erdölexporte aus der Region ausgesetzt. Die Opec erklärte unterdessen, sie wolle ihre Kapazitäten zur Ölförderung in den kommenden Monaten ausweiten.
Nach einer Reihe von Anschlägen auf Ölpipelines im Süden des Landes hat der Irak sämtliche Erdölexporte aus der Region ausgesetzt. Der komplette Lieferstopp werde vermutlich für mindestens eine Woche anhalten, erklärte ein ranghoher irakischer Beamter am Montag.
Der Stopp der Ölförderung sei am späten Sonntag abend verfügt worden, sagte ein Beamter der staatlichen Gesellschaft South Oil. Über die Pipelines im südlichen Irak laufen 90 Prozent aller Erdölausfuhren des Landes. Aus dieser Region werden im Normalfall durchschnittlich 1,85 Millionen Barrel pro Tag exportiert (ein Barrel entspricht 159 Litern). Schon vor den jüngsten Anschlägen am Wochenende war die Exportmenge auf rund 600.000 Barrel pro Tag reduziert worden.
Opec-Mitglieder wollen Produktionskapazitäten ausbauen
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erklärte unterdessen, sie wolle nach den Worten ihres Präsidenten Purnomo Yusgiantoro ihre Kapazitäten zur Ölförderung in den kommenden Monaten um eine Million Barrel pro Tag (bpd) ausweiten.
"Die Opec wird alles tun, was sie kann, um am Markt Ordnung und Stabilität wieder herzustellen, mit einem vernünftigen Preis, der für Erzeuger und Verbraucher gleichermaßen akzeptabel ist", erklärte Purnomo am Montag. Derzeit habe das Kartell noch freie Förderkapazitäten für eine bis 1,5 Millionen Barrel täglich, die eine sofortige Erhöhung der Ölförderung erlaubten. „Außerdem planen die Mitgliedsländer - in Reaktion auf eine für die nahe Zukunft erwartete Zunahme der Nachfrage -, die Produktionskapazität zum Jahresende und bis ins Jahr 2005 hinein um rund eine Million Barrel täglich zu vergrößern.“
In der Regel helfenen neue Kapazitäten erst nach 18 Monaten
Die Ölpreise lagen am Montag deutlich unter ihren in den vergangenen Wochen erreichten Höchstständen. Ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Leicht-Öl kostete 43,30 Dollar und wurde damit mehr als sechs Dollar unter dem jüngsten Hoch von 49,40 Dollar gehandelt.
Es gebe bereits Pläne für eine Kapazitätserweiterung, die schon bald umgesetzt werden könnten, hieß es in der schriftlichen Erklärung Purnomos, der auch indonesischer Öl-Minister ist. Allerdings könne auf neue Kapazitäten in der Regel erst nach 18 Monaten zurückgegriffen werden. Experten schätzen, daß die Opec derzeit fast 30 Millionen Barrel am Tag und damit so viel wie seit 1979 nicht mehr fördert. In dem Kartell soll nur noch Saudi-Arabien über freie Kapazitäten verfügen. Wo die neuen Kapazitäten entstehen sollen, sagte Purnomo nicht.
Das weltweite Angebot an Rohöl kann zur Zeit kaum mehr Schritt halten mit einer Nachfrage, die im höchsten Tempo der vergangenen 24 Jahre zulegt. Neben der hohen Nachfrage sorgen auch immer wieder Unterbrechungen der Ölexporte des Iraks für steigende Preise am Ölmarkt. Wegen Sabotage an Pipelines in dem Golfstaat förderte der Irak zuletzt nur 1,4 Millionen Barrel pro Tag anstatt der zuvor üblichen zwei Millionen Barrel.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2463 | −0,21% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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