Berlin beschließt das Rettungspaket für wankende Banken und mit ihm staatliche Vorgaben. So weit, so richtig. Wirkung aber wird es auch dort entfalten, wo keine Hilfe in Anspruch genommen wird. Der zur Rettung zentraler Säulen des Finanzsystems wohl unumgängliche Staatsbeistand wird allerorten zu dem Bemühen um eine kräftigere Kapitalausstattung führen. Rund um die Welt füllen Banken ihr Kernkapital auf, eine Quote von 8 bis 10 Prozent gilt als Untergrenze. Da werden die deutschen Institute mitziehen müssen, am freien Markt oder über Staatsgeld.
Schließlich will keiner zurückfallen, weder auf eine absolut bedrohliche Quote noch relativ zur Konkurrenz. Dann nämlich stellten Ratingagenture die Kreditbonität der Bank unter Beobachtung – Fachjargon credit watch –, wodurch sich die Refinanzierung verteuerte und ein neues Liquiditätsproblem heraufzöge. Für die schon unter Kursverlusten leidenden Altaktionäre ist keine der Lösungen erfreulich. Ist der Staat an Bord, sind die Dividenden dahin. Nimmt die Bank zu den niedrigen Kursen privat Kapital auf, verwässert sich der Anteil stark, man muss künftige Gewinne also mit viel mehr Eigentümern teilen.