26.04.2009 · Bad Banks: Sie sind Auffanglager für die Banken und sollen deren giftige Papiere abwickeln. Die große Frage ist, wer das am Ende bezahlt.
Vor kurzem waren sie noch verpönt, auf einmal sind sie das neue Instrument zur Rettung der taumelnden Banken: Bad Banks. Dass das "Bad" in ihrem Namen gleichzeitig böse und schlecht bedeutet, ist durchaus gewollt. Denn einerseits können dort schlechte Papiere ausgelagert werden, andererseits kann die Finanzierung teuer werden, und die Banken (oder der Steuerzahler) können damit böse auf die Nase fallen.
Grundsätzlich funktionieren Bad Banks so: Ein Geldinstitut, das viele Fehlinvestitionen in seinen Büchern hat, beschließt, sich aufzuspalten in einen guten und einen schlechten Teil. In den guten Teil steckt es das, was es für zukunftsträchtig hält: Zurzeit könnte das etwa das Geschäft mit solventen deutschen Privatkunden sein oder die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen. In den schlechten Teil kommt das, was die Bank loswerden will: die Subprime-Papiere zum Beispiel oder auch Staatsanleihen, die stark an Wert verloren haben. Es ist eine wichtige Entscheidung, was in die Bad Bank geschoben wird. Experten wie Jan Kvarnström, der schon Bad Banks in Schweden und bei der Dresdner Bank geleitet hat, plädieren dafür, sich genau zu überlegen, welches Geschäft die Zukunft der "Good Bank" garantiert - und dann den Rest in die Bad Bank abzuschieben.
Wer wird Eigner?
Ob das geht, hängt auch davon ab, wer der Eigner der Bad Bank wird - eine zweite wichtige Entscheidung. Im Prinzip kann zwar beinahe jeder die Bad Bank besitzen, doch er muss dann auch die Risiken tragen. Gehört sie zum Beispiel dem Staat, so muss der Steuerzahler für all ihre Verluste aufkommen - und Verluste wird sie in jedem Fall machen. Deshalb plädiert Kvarnström dafür, dass Eigner der verbleibenden Good Bank und der Bad Bank identisch sein sollten. Wenn also der Staat die Bad Bank mitfinanziert, sollte er auch an der Good Bank beteiligt sein und von ihr profitieren. Ist er nicht dabei, dann hilft er auch der Bad Bank nicht.
Die Pläne der Bundesregierung sehen das bisher nicht vor. Sie gehen in eine andere Richtung und versuchen zu garantieren, dass der Staat am Ende nur einstehen muss, wenn die Verluste unerwartet hoch sind.
Drittens muss entschieden werden, ob die Bad Bank organisatorisch von der Good Bank abgetrennt wird oder nicht. Bisher zieht es die Regierung vor, dass die Bad Banks nicht abgespalten werden. Sie sollen als Zweckgesellschaften der jeweiligen Bank gegründet werden und ihr somit weiterhin gehören. Kvarnström findet das gut - aus ganz pragmatischen Gründen: denn dann geht es schneller, die Bad Bank zu gründen. Das liegt daran, dass ein großes Problem zunächst vermieden wird: das Finden eines Preises für die Papiere, Immobilien und sonstigen Wertgegenstände, die das Geldhaus loswerden will. Sie können einfach zum Buchwert in eine Zweckgesellschaft verschoben werden. Würde die Bad Bank hingegen abgespalten, so müsste ein Preis zwischen Good Bank und Bad Bank verhandelt werden. Das wäre langwierig und schwierig.
Wer muss am Ende wie viel bezahlen?
Allerdings bleibt damit aber auch ein Grundproblem der Bad Banks ungelöst. Und das lautet: Wer muss am Ende wie viel bezahlen? Das ist dann weniger problematisch, wenn der Staat sowieso schon direkt oder indirekt der Eigner ist, etwa bei Landesbanken. Höchst problematisch wird es hingegen, wenn der Staat nur zum Teil oder gar nicht an der Ursprungsbank beteiligt ist, aber trotzdem verspricht, für einen Teil der Verluste der Bad Bank aufzukommen, etwa über Garantien. Genau das sieht der Plan der Regierung zurzeit vor. Das ist gefährlich, denn so bleibt es schwer abschätzbar, wie viel der Staat am Ende wirklich zahlen muss.Würde die Bad Bank hingegen sauber abgespalten, würden die Kosten gleich transparent.
Trotz dieser Schwierigkeiten: Die Banken sollten nicht zu lange zögern, eine Bad Bank zu gründen, wenn sie sie brauchen. Denn die Bad Bank hat einen entscheidenden Vorteil. Sie kümmert sich allein um die Restrukturierung und entlastet die restliche Bank. "Man muss das gezielt machen", sagt Bad-Bank-Experte Kvarnström. "Sonst konzentriert sich die ganze Bank auf die Abwicklung, und keiner kümmert sich mehr um die Zukunft."
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2463 | −0,21% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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