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Renten- & Kreditmärkte Zweifel an Aufspaltung amerikanischer Bondversicherer

19.02.2008 ·  Nach den Vorschlägen des New York Insurance Department zur Aufspaltung der amerikanische Bondversicherer sehen Banken das Rating für Wertpapiere im Wert von über 580 Milliarden Dollar gefährdet. Die schlechtmöglichste Wendung für den Markt?

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Nach den Vorschlägen des New York Insurance Department zur Aufspaltung der amerikanische Bondversicherer sehen Banken das Rating für über 580 Milliarden Dollar oder umgerechnet etwa 394,5 Milliarden Euro an forderungsunterlegten Wertpapieren gefährdet.

Eric Dinallo, der Chef der Versicherungsaufsicht, hatte angeregt, Unternehmen wie FGIC Inc., MBIA Inc. oder Ambac Financial Corp. in eine Kommunalanleihen- und eine Sparte, die Subprime-Hypotheken garantiert, zu zerschlagen. Dadurch würden die von Kommunen und lokalen Körperschaften emittierten Papiere ihre Bonitätsnote von „AAA“ behalten, während das Rating für so genannte Asset Backed Securities abrutscht.

Schlechtmöglichste Wendung für den Markt?

„Dies wäre eine der schlechtmöglichsten Wendungen für den Markt“, sagte Gregory Peters, Leiter Kreditstrategie bei Morgan Stanley in New York im Bloomberg-Interview. Eine Senkung der Bonitätsnoten würde Banken dazu zwingen, den Wert ihrer Hypothekenpapiere abzuschreiben. Peters schätzt, dass sich die Wertberichtigungen auf bis zu 35 Milliarden Dollar (23,8 Milliarden Euro) belaufen würden.

FGIC, der drittgrößte Anleiheversicherer der Vereinigten Staaten , hat vergangene Woche um die Genehmigung nachgesucht, sein Geschäft zu spalten. Dinallo zufolge dürften MBIA und Ambac Financial, die beiden Marktführer, denselben Schritt gehen, wenn sie kein Kapital mehr aufbringen können. Die genannten Unternehmen und Security Capital Assurance Ltd. garantieren Kommunalanleihen im Volumen von rund einer Billion Dollar sowie 580 Milliarden Dollar an weiteren Wertpapieren, darunter so genannte Collateralized Debt Obligataions oder CDOs, die Anleihen zu neuen Papieren bündeln.

MBIA, Ambac und FGIC gerieten in den vergangenen Wochen in Bedrängnis, da sie im Zusammenhang mit dem Wertverfall von Subprime-Hypotheken über 8 Milliarden Dollar an Verlusten verbuchten. Der Aktienkurs von MBIA ist in den vergangenen zwölf Monaten an der New Yorker Börse 82 Prozent eingebrochen, der Ambac-Kurs 88 Prozent. FGIC gehört dem in New York ansässigen Buyout-Fonds Blackstone Group LP und dem Hypotheken-Versicherer PMI Group Inc. aus dem kalifornischen Walnut Creek.

Citigroup, Merrill Lynch sowie über 20 weitere Banken und Investmenthäuser haben infolge des Zusammenbruchs des Marktes für immobilienkredite an Schuldner geringer Bonität 146 Milliarden Dollar an Verlusten und Abschreibungen verbucht. Sollten die Versicherer ausfallen, kommen nach einer im Januar vorgelegten Schätzung von Meredith Whitney, Analystin bei Oppenheimer, bis zu 70 Milliarden Dollar hinzu.

Anleiheversicherer bestreiten ihre Unterkapitalisierung

„Das kommt nach meiner Ansicht für den Markt völlig unerwartet, und ich sehe keinen Vorteil darin“, sagte Bruce Bonjour, Partner der Anwaltskanzlei Perkins Coie LLP in Chicago. „Wie sollen Investoren vertrauen, wenn die Behörden einfach das umgestalten, worin sie investiert haben?“ Analysten von Bank of America sehen bereits eine mehrere Jahre dauernde Prozesswelle auf die Branche zurollen.

Dinallo unterbreitete seinen Vorschlag, nachdem Milliardär Warren Buffett vergangene Woche anbot, für über 9 Milliarden Dollar ein Volumen von 800 Milliarden Dollar an von MBIA, Ambac und FGIC garantierten Kommunalanleihen zu übernehmen. Die Unternehmen
benötigten voraussichtlich etwa 5 Milliarden Dollar an direkten Mitteln sowie einen Kreditrahmen von 10 Milliarden Dollar, sagte der Behördenchef im Interview mit Bloomberg TV. Nach seinen Worten sind Buyout-Gesellschaften, Staatsfonds und andere Investoren an einer Beteiligung interessiert.

Die Rating-Agentur Moody's Investors Service senkte die Bonitätsnote von FGIC vergangene Woche von „Aaa“ auf „A3“. Der Versicherer habe rund 4 Milliarden Dollar Kapital zu wenig, um die Bestnote zu erhalten, hieß es zur Begründung. MBIA beschaffte 2,5 Milliarden Dollar, davon 800 Millionen Dollar durch eine Aktienplatzierung bei Warburg Pincus LLC. Ambac hat sein Versicherungsrisiko teilweise weitergegeben, um die Kapitalanforderungen zu senken.

Chuck Chaplin, der Finanzvorstand von MBIA, und Michael Callen, der Vorstandschef von Ambac, erklärten vergangene Woche vor dem Finanzdienstleistungs-Ausschuss des amerikanische Repräsentantenhauses, sie bräuchten weder eine Notfinanzierung noch eine strengere Regulierung.

Das Gespräch führte Jürgen Dunsch.

Quelle: Bloomberg
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