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Rente : Drei Säulen in der Schweiz

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Das Schweizer Renten-System gilt als beispielhaft, weil es auf drei Säulen ruht und Umlageverfahren und Kapitaldeckung kombiniert.

          Das Schweizer Renten-System gilt als beispielhaft, weil es auf drei Säulen ruht und Umlageverfahren und Kapitaldeckung kombiniert. Die Alters- und Hinterlassenen-Vorsorge (AHV) funktioniert nach dem Umlageverfahren. Die beiden anderen Säulen sind durch Kapital gedeckt, sowohl die berufliche Vorsorge (BVG) wie die freiwillige - steuerlich geförderte - private Vorsorge.

          In den Pensionskassen der beruflichen Vorsorge wurden bereits 400 Milliarden Franken (272 Milliarden Euro) angespart, die in der Börsenkrise etwas schmolzen. Daher wurde bereits der Mindestzins für das Altersgeld gesenkt. Außerdem hat man - wegen  der höheren Lebenserwartung - bei künftigen Pensionen den demographischen Faktor (Umwandlungssatz) verändert, was einigen Unmut weckte. Man wirft den großen Pensionskassen, die oft von Versicherungskonzernen geführt werden, nicht nur mangelnde Transparenz vor. Die Gewerkschaften sprechen gelegentlich auch von "Rentenklau". Im Börsenboom habe man Erträge für fragwürdige Firmenkäufe verwendet, heißt es, und nun kürze man dafür die Leistungen.

          Bürgerversicherung mit Umverteilung von oben nach unten

          Die AHV ist eine Volksversicherung (im deutschen Jargon eine "Bürgerversicherung") mit Umverteilung von oben nach unten. Es zahlen alle, also auch Beamte, Selbständige und jene Bürger, die allein von Vermögen leben. Weil es keine Bemessungsgrenze gibt (die Prämie also faktisch eine proportionale Steuer ist),  unterstützen die Reichen die Armen im Alter.  Mit der AHV allein kann man in der teuren Schweiz allerdings nicht überleben. Der monatliche Höchstbetrag für Renten beträgt zur Zeit 2100 Franken, während Leute mit wenigen Beitragsjahren nur auf 1000 Franken kommen. Das Existenzminimum liegt bei knapp 3000 Franken. Man braucht also die beiden anderen Rentensäulen. Wer sie nicht hat, der ist arm dran im Alter, und daher gibt es in der Schweiz etliche arme Alte, die oft ihr Los schamhaft zu verbergen suchen.

          In der Schweiz ist die Zeit der Wohltaten vorbei. Bei der jetzigen AHV-Reform (es ist die elfte seit 1948) wollte niemand den Beitragssatz erhöhen, um mehr Frühpensionierungen zu ermöglichen. Wer früher in Rente geht, muß künftig größere Abschläge hinnehmen. Das Rentenalter der Frauen wird - ähnlich wie bei den Männern - auf 65 Jahre erhöht. Weil mittelfristig eine Finanzlücke droht, wird bereits eine Pensionsgrenze von 67 Jahren diskutiert.

          Quelle: km., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2003, Nr. 193 / Seite 10

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