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Rems-Murr-Kreis Der Müll bleibt gar nicht erst liegen

20.02.2006 ·  Mit dem Streik im öffentlichen Dienst haben die Einwohner des baden-württembergischen Rems-Murr-Kreises kaum etwas zu tun. Sie müssen sich jedenfalls keine Gedanken darüber machen, daß ihr Müll tagelang auf den Straßen liegenbleibt.

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Mit dem Streik im öffentlichen Dienst haben die Einwohner des baden-württembergischen Rems-Murr-Kreises kaum etwas zu tun. Sie müssen sich jedenfalls keine Gedanken darüber machen, daß ihr Müll tagelang auf den Straßen liegenbleibt. Denn der Landkreis hat die Entsorgung im vergangenen Jahr in private Hände gegeben.

Müllmänner sind nicht mehr länger öffentlich Bedienstete, sondern privat angestellt. Zunächst wurde das operative Geschäft in eine "Abfallwirtschaftsgesellschaft" eingebracht. Die AWG wiederum hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag für das "Sammeln und Transportieren der Abfälle" im Landkreis für die nächsten zehn Jahre an die Städtereinigung Schäf aus Murrhardt vergeben. Zehn Jahre läuft der Vertrag mit einem Gesamtvolumen von 35,7 Millionen Euro - der größte Einzelauftrag, den die kommunale Gesellschaft vergeben hat.

Betrieb trotz Streik und geringere Gebühren

Seit Beginn dieses Jahres ist nun die Firma Schäf mit der Müllabfuhr betraut, ein mittelständisches, im Kreis ansässiges Unternehmen. Die AWG schreibt immer wieder Aufträge für die verschiedensten Dienstleistungen rund um die Entsorgung aus. Sie selbst betreibt auch Deponien, Kompostier- und andere Anlagen, die kurzzeitig vom Streik betroffen waren. Trotzdem konnten die Anlagen mit Springer-Personal aus der privaten Wirtschaft offengehalten werden.

Die Gebühren, die die Haushalte für die Müllentsorgung bezahlen müssen, werden von der Kreisverwaltung kalkuliert, die ansonsten nichts mehr mit der Abfallbeseitigung zu tun hat. Und siehe da: Im Jahr 2006 wurden die Gebühren für die Entsorgung gesenkt. Denn das Sammeln der Abfälle kostet den Kreis insgesamt nun 3,3 Millionen Euro weniger. Ein Vierpersonenhaushalt zahlt jetzt zum Beispiel statt 137 Euro nur mehr 126,66 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.02.2006, Nr. 7 / Seite 40
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Von Heike Göbel

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