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Rekordumsatz Der Siegeszug der Drogeriekette DM

 ·  Die Drogeriekette DM ist nicht zu bremsen. Seit 2008 hat das Unternehmen mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und seinen Umsatz um 2,5 Milliarden gesteigert. An jeder Ecke gibt es mittlerweile einen „DM“ - und die Expansion soll weiter gehen.

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© dpa Vergrößern Weiter auf Wachstumskurs: Drogeriekette DM

Es ist ein rasanter Aufstieg, der seinesgleichen sucht: Die Drogeriemarktkette DM ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gewachsen - und zwar auf ganzer Linie: Die Umsätze stiegen seit 2008 um satte 2,5 Milliarden Euro. Das Filialnetz ist ebenfalls Jahr um Jahr gewachsen; mittlerweile gibt es in den Städten an fast jeder wichtigen Ecke einen DM; 1480 Märkte sind es in ganz Deutschland.

Und die Kette ist weiter auf Wachstumskurs. Sie will ihr Filialnetz kräftig ausbauen, wie das Unternehmen auf seiner heutigen Jahrespressekonferenz bekanntgab. Aus dem Mund von DM-Chef Erich Harsch klingt das keineswegs überambitioniert, sondern eher wie eine logische Folge aus den gleichzeitig verkündeten Zahlen: Im gerade beendeten Geschäftsjahr wurde abermals ein Rekordumsatz erzielt. Die Erlöse stiegen im ganzen Konzern um 11,9 Prozent auf 7,69 Milliarden Euro.

Das Karlsruher Drogerieunternehmen ist seit der Schlecker-Pleite Branchen-Primus. Doch der Wegfall des Konkurrenten ist bei weitem nicht der einzige Grund für die Erfolgsgeschichte von DM. Wer sich das langfristige Wachstum der Kette ansieht, kann schnell erkennen, dass der Umsatz in Deutschland schon seit 2009 jährlich zweistellig gewachsen ist. Auch Filialnetz und Mitarbeiterzahl wachsen schon länger kontinuierlich - der Anstieg begann lange bevor Schlecker in die Insolvenz schlitterte.

So führt DM das stetige Wachstum auch nur zu einem geringen Teil auf den Fall des ehemaligen Konkurrenten zurück. Konsumenten setzten verstärkt auf kompetente Beratung und würden deshalb mehr Fachmarktzentren aufsuchen, so das Unternehmen am Donnerstag in Karlsruhe. Das andauernde Wachstum ist für DM-Chef Erich Harsch vor allem ein Zeichen der Kundenzufriedenheit. Unter dem Strich plant DM für das nächste Jahr 150 neue Märkte und Investitionen in Höhe von 230 Millionen Euro.

DM hat sich in den letzten Jahren zudem zu einem bedeutenden Arbeitgeber gemausert: Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres lag die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland bei 33.893. Damit hat das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren hierzulande mehr als 10.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen - und noch einmal mehr als 5000 außerhalb Deutschlands.

In der jüngeren Vergangenheit war die Zahl der Angestellten auch deshalb gewachsen, weil DM etwa 800 ehemalige Schlecker-Mitarbeiter eingestellt hat. Doch auch hier ist der Schlecker-Effekt nur ein Teil der Entwicklung; die Expansion hat eine längere Geschichte.

DM versteht sich bis heute als ein Unternehmen mit besonderem Menschenbild und besonderer Haltung, das seinen Mitarbeitern relativ viel Freiheit zubilligt, „singende Kindergärten“ ebenso fördert wie kulturelle Weiterbildungen für die Angestellten. Fast ein bisschen naiv mutet sie an, diese Haltung als Kämpfer des Guten gegen das Böse. Der Gewinn, so die Philiosophie, ist nebensächlich. Das Unternehmen setzt sich vielmehr zum Ziel, den Kundennutzen zu maximieren und ein verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein.

Dass das Wachstum dabei nicht auf der Strecke geblieben ist, mag daran liegen, dass DM mit seiner nach außen getragenen „anständigen“ Haltung den Nerv der Kundschaft trifft. Offensichtlich fühlen sich die Menschen wohl, wenn sie den Bio-Babybrei von glücklichen Kassiererinnen in einem hellen, freundlichen Geschäft überreicht bekommen. Das Kontrastprogramm Schlecker, das sich als nicht erfolgreich erwies, ist mittlerweile verschwunden. Die Expansion von DM soll weitergehen, auch darüber hinaus, so wünscht es sich Harsch. Man prüfe „jede Möglichkeit“, um sich weiter zu vergrößern. Eine Bremse sieht er allerdings auch schon kommen: Durch den Geburtenrückgang könne das Marktvolumen insgesamt schrumpfen, befürchtet er. Vielleicht auch, weil er einen nicht unerheblicher Teil der Umsätze mit Windeln, Stramplern und Baby-Feuchttüchern bestreitet.

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