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Reise durch Südostasien Obama in Burma

Präsident Obama besucht Burma nicht aus reiner Menschlichkeit. Seine Reise durch Südostasien ist das Ergebnis globaler Strategiespiele – und der asiatische Staat ist eine der wichtigsten Stationen.

© dapd Welcome Obama: Burma freut sich auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten

Als der Sturm die Dächer der Häuser wegriss, als er Wände aus Bambusrohr eindrückte wie Pappe, und Schiffe abheben ließ als seien sie aus Papier, da wussten die Burmesen, es würde sich noch viel mehr ändern: Für sie war das Brausen nur ein Zeichen des Himmels.

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Der Zyklon Nargis, der 2008 mehr als hunderttausend Menschen ihr Leben kostete, war für sie ein Orakel, eine Offenbarung, ein göttlicher Fingerzeig darauf, dass das verhasste Militärregime bald weggefegt werde, der Sturm den Generälen ihre Uniformen vom Leib reißen würde, das Land von der Junta gesäubert werde, der Neuanfang bevorstand. Sie sollten recht behalten.

Opposition hofft auf „Oburma-Effekt“

Seit jeher blicken die Burmesen auf Zeichen von ganz oben. Nicht nur vor großen Entscheidungen ließ sich der brutale Junta-Chef Than Shwe die Sterne deuten. Anfang dieser Woche wurde die Hauptstadt Naypyidaw von Erdstößen erschüttert. Was wollen die Götter den Burmesen diesmal sagen? Wird nun die scheinbar bleierne Ordnung in diesem Teil Asiens zerfallen? Vieles deutet darauf hin. Doch ist es weniger göttliche Fügung als irdische Machtpolitik, die an den Grundfesten dieses Zentrums Asiens rüttelt.

Sie kommt an diesem Montag in Gestalt Barack Obamas nach Burma. Als erster amerikanischer Präsident wird er das Land besuchen, das sich selbst Myanmar nennt. Schon bei der ersten Wahl Obamas 2008 hoffte die burmesische Opposition auf den „Oburma-Effekt“ für ihr Land, das Stärken der Demokratiebewegung. Auch für Thein Sein, den vom General zum Erneuerer Burmas weiß gewaschenen Präsidenten, wird der Händedruck mit seinem amerikanischen Amtskollegen zum Ritterschlag.

Obama Asia © dapd Vergrößern Kennen sich schon: Hillary Clinton und Aung San Suu Kyi

Obama kommt nicht aus Menschlichkeit. Seine Reise durch Südostasien ab diesem Samstag ist das Ergebnis globaler Strategiespiele. Es spricht für die Weitsicht im Weißen Haus, diesen Knotenpunkt Asiens in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu rücken. „Kurz gesagt finden wir in Burma den Code, um die Welt der Zukunft zu verstehen. Burma ist der Preis, um den zu kämpfen sich lohnt - wie China und Indien dies alles andere als dezent schon machen“, sagt Robert Kaplan, Asienkenner und Berater des amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Zwar wurde Burma von der Junta abgewirtschaftet und ist heute eines der Armenhäuser Asiens. Doch liegt hier die wichtigste Kreuzung der Region, schiebt sich das Land wie ein Keil zwischen Indien, China und Südostasien. „Burma liegt genau in der Mitte zwischen Delhi und Bombay und Schanghai und Hongkong. Es ist die fehlende Verbindung“, sagt Thant Myint-U, burmesischer Historiker und Enkel des früheren Generalsekretärs der Vereinten Nationen, U Thant.

Mehr als ein Transitstaat

Hier stoßen die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt aufeinander, berühren sich die größte Diktatur und die größte Demokratie der Erde, ringt die größte Wirtschaftsmacht Asiens mit der drittgrößten um Rohstoffe. Durch Burma zogen Mönche und Legionäre, Kolonialherren und Söldner, Samurai und persische Prinzen, Händler und Emissäre.

„Insbesondere China wünschte sich Burma als einen Vasallenstaat für den Bau von Häfen, Autobahnen und Pipelines, die Chinas Süden und Westen den Zugang zum Meer verschaffen, durch den Chinas immer weiter wachsende Mittelklasse ihr Öl vom Persischen Golf erhalten kann“, beschreibt Kaplan die Lage.

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