09.09.2012 · Bergsteiger Reinhold Messner lobt seine Wanderfreundin Angela Merkel, kritisiert die Politik der EZB und das italienische Gespann Draghi/Monti. Und preist das schöne Südtirol.
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Vielleicht ist Frau Merkel unter den Großen der Welt
tatsächlich die Uneitelste, wenn man an die "Herren" der
Schöpfung denkt, die wie Putin mit Muskeln protzen usw.
Es scheint, daß die Kanzlerin trotz des wirtschaftlichen Gewichtes
Deutschlands nicht viel zu sagen hat. Der Wegfall der Atomenergie macht
Deutschland politisch zu einem Zwerg! Wer soll D noch ernst nehmen?
Und das Engagement in Afghanistan war/ist ja auch so eine halbe Sache.
Friedensstifterin, THW Bundeswehr- oje!
Nicht mal bei Aktionen an der Piratenküste am Horn von Afrika darf
die BW mitmachen- lächerlich das grün-rote Gezänk
darüber; usw. usw.
Und weil D nix zu sagen hat, dürfen die Bundesbürger die
Schulden anderer begleichen.
Zunächst einmal gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen
Merkel und Messner: die eine ist zu Diplomatie verpflichtet, der andere nicht!
Merkel kann nicht sagen was sie denkt - selbst wenn sie meiner Meinung wäre:
Die Finanzmärkte, insbesondere die mächtige Finanzoligarchie,
von einem Dutzend Banken und deren "angechlossenen" Hedgefonds
plus Ratingagnturen bestimmen, welche Entscheidungen getroffen werden.
Da kann der eine oder andere Staat schon mal hinten rüber fallen.
Die informierten Leser kennen die Doku über Goldman Sachs. Das ist
aber nur EIN Spieler. Das Orchester aber ist übermächtig!
Ich bleibe dabei: Solange die Finanzmärkte nicht strikt reguliert
sind, wird KEINE Maßnahme Erfolg haben. Der
"demokratiekonforme Markt", der Merkel und CO so am Herzen
liegt, ist aber ein Hinweis darauf, dass die Macht des Finanzkartells
niemals gebrochen wird.
Jetzt bin ich nur noch gespannt, ob dieser Beitrag gepostet wird.
Zuerst; ich bin Südtiroler. Seinen Einschätzungen zu Südtirol kann ich weitgehend zustimmen. Zum Italienischen LFA hat Südtirol infolge der 9/10 Regelung und dem Mailänder Abkommen bisher nicht viel beigetragen. Wäre Südtirol mit seinem Durchschnittseinkommen&Reichtum ein Teil von D; müßte es wie BW oder Bayern weit mehr zahlen. Infolge der Italienischen Krise erhöht sich der Druck auf die Autonomen Gebiete I's und das führt zu schweren Querelen zwischen Land S und Staat. Die Separatisten sind eine politische Minderheit nur einer Sprachgruppe(der deutschen) in einem dreisprachigen Land. In letzter Zeit haben sie aber Aufwind weil sie den Traum gar Einiger repräsentieren Italien adieu zu sagen, die anteiligen Staatsschulden zurückzulassen sowie dem ital. LFA zu entgehen. Über deren Südtirol braucht man sich keine Illusionen zu machen. Aber zum Glück no way; internationale Verträge sowie der europäische Konsens der Nichtgrenzveränderung verhindern solche Spielchen; ansonsten hell. ;(
Messner auf einem Gipfel ist schlauer als Schäuble und Merkel auf dem Gipfel der Macht
Da muss sich das Duo Schäuble-Dr. Merkel leider dem Duo
Draghi-Monti geschlagen geben.
Nun man hätte die drei mal mit einem Heli auf einen Alpengipfel
fliegen müssen, damit zwei dazulernen, was Weitblick ist, und dass
es den in der Politik auch gibt, vgl. fortunanetz.
Und es ist ganz offensichtlich so, dass ein Bergsteiger mehr von
Strukturkrisen versteht als Merkel. Vielleicht sollten die beiden mal
die Position tauschen.
Die von Draghi anvisierte Lösung, nämlich
Stützungskäufe von Anleihen von taumelnden Staaten, ist
vielleicht noch das geringste Übel um der Krise Herr zu werden. Das
dient nicht nur Italien, sondern kann ein Zerfallen des Euros
verhindern.
Wenn man wie Herr Messner für den Erhalt der europäischen Idee
ist, muss man so oder so in den sauren Apfel beißen. Was
wären denn die Alternativen?
Die Rettung des Euro wird eine Gratwanderung bleiben. Links und rechts
tun sich Abgründe auf, und wenn einer das Gleichgewicht verliert
kann er alle in die Tiefe reißen, es sei denn der Taumelnde wird
vom Sicherheitsseil ausgeklinkt, und man nimmt in Kauf dass er dann in
die Tiefe stürzt... Darauf warten doch nur die Aasgeier in der
Finanzwelt, die dann Unternehmenswerte in den betroffenen Ländern
zu Spottpreisen aufkaufen können, während der Steuerzahler in
DE alle Ansprüche verliert... und die Strukturreformen bei den
Spottpreisen vergessen werde...
... man sieht: Die Südtiroler - jedenfalls vom Typ Messner - sind
in gewisser Weise die Deutschen Italiens, nur viel realistischer in den
Einschätzungen und Zielen, man könnte sagen erwachsener und
weniger provinziell.
Während sich alle über Draghi empören, sagt er es
nüchtern und richtig: Eine Seilschaft mit Monti, um italienische
Interessen durchzusetzen. So einfach ist das.
Gut, dass Frau Merkel fit ist; das wird sie bei Verhandlungen brauchen.
Die Messner Mountain Museen sind übrigens sehr besuchenswert.
mit dem was er über seine Heimat Südtirol sagt. Seine Meinung
teilen auch viele Deutsche und Österreicher, Südtirol hat bis
zum Vertrag (1920)von Rapallo noch zu Österreich gehörte. Und
wäre bestimmt nicht mit Österreich auf Platz 67 der
Korruptionsliste wie Italien abgefallen. Weit hinter Uganda.
Auch trügt seine Meinung nicht das Draghi und Monti die Schurken in
der Euro Krise abgeben. Aber ich frage mich immer noch, sind Frau M und
Herr S. wirklich so dumm, naiv oder nur einfach blöde. Also ich
kann das einfach nicht rational fassen. Was ist da los.
Was ist los?
Die Antwort ist m.E.|
Herr S. ist Überzeugungstäter. Der glaubt an Europa, so wie er
glaubt, dass er 100.000 Euro in einem Koffer nur deshalb bekam, weil
jemand das Programm der CDU gut fand. Er fühlt sich verbunden mit
Mario und sieht sich als bescheidener Kohlenträger auf einem
Schiff. Das ist also ein Träumer, der, wenn man ihm die Bettdecke
klaut, erst knapp vor Erfrieren aufwacht.
Frau M. ist deutlich schwieriger. Ich kann nur mit ihrer Sozialisation
spekulieren und glaube, dass sie keine Illusionen hat, aber weiß,
dass die DDR, pardon, der Euro eh fortbesteht und man den Rest, die
Politbürositzungen, halt schon erträgt. Die scheut daher
Veränderungen, wie eine Katze das Wasser, und wird GR im Euro
halten, solange nur die Fassade halbwegs stimmt ...
Draghi und Monti nutzen das einfach schamlos aus, sind
südländisch höflich und lachen nur unter sich... Die sind
professionell und haben noch dazu den besseren Schneider...
ja, so blöd kann man sein.
Und gleich die nächste Frage: Wieso braucht es einen Hobbypolitiker aus Südtirol um das europäische Problem recht objektiv auf den Punkt zu bringen? Kann das kein aktiver deutcher Politiker? Wozu sind die dann da?
Wenn Reinhold Messner in seinem Satz: ''Die machen so viele
Schulden auch weil ein mafiöses System ganz Italien runtergezogen
hat.''
''Italien'' durch ''EU'' ersetzt hätte, dann läge er in etwa richtig.
Wobei er mit dieser unbequemen Wahrheit wahrscheinlich jetzt eine
Wanderbegeisterte weniger hätte!
Draghi brilliert, Merkel und Schäuble, kopflos vor €-Rettung, liefern D dem illegalen Zugriff aus.
Das kurzweilige Interview mit dem sympathischen Denkmal zu
Lebzeiten-Bergsteiger hat interessante Hinweise erbracht. So war mir die
Draghi-Monti-Seilschaft als abgekartete Angelegenheit noch nicht
benkann. Im Nachhinein aber leicht nachvollziehbar.
D, das wichtigste Zahlerland, hat sich von Draghi in draghisch eleganter
Handstreichmanier zu einem modernen Zahlsklaven degradieren lassen.
Merkel und Schäuble, beide kopflos vor €-Rettung, haben
gemerkt, dass sie draghisch über den Tisch gezogen wurden, als es
schon zu spät war.
Es ist unfassbar, wie dilettantisch und leichtsinnig die Interessen von
D und seiner Bürger von der Kanzlerin u. ihrem dafür keines
Preises würdigen Finanzminister an den italienischen
Kapitalversager bei der EZB-Sorglosländer-Hausbank ausgeliefert
wurden, ohne zu murren
Mit Lobhudelei für Draghi u. Spitzenlob für Europa soll
übertüncht werden, wie rasch die Kanzlerin ihr "so lange
ich lebe"-Versprechen zum Nachteil von D aufgegeben hat.
Ja, Herr Schmid, Sie haben, infatti, den wirklichen Grund unterschlagen: Merkel zaehlt im realen
Europa soviel wie die Karo 7 im Skatblatt, zero. Die Achse in dem Spiel laeuft ueber Obama-Hollande-Draghi und die zu wahrenden Interessen sind jene der USA und der Franzosen; Deutschland hat keinerlei Machtbasis, Ihr versteckt Euch immer hinter dem Exportweltmeister-Trallala, aber auch Eure Grossindustrie hat mehr amerikanische, arabische und chinesische stakeholder als deutsche. Merkel ist der eiserne-Lady-Pausenclown zur Beruhigung des Steuer-Michels an der Heimatfront, aber sie ist nur Geschaeftsfuehrerin der BRD-GmbH, die das besetzte Land des Kriegsverlierers Deutschland verwaltet, fuer die 3 verbliebenen Siegermaechte.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.09.2012 22:16 Uhr@ Krause: Die Achse läuft so
Obama-Monti-Draghi. Hollande spielt fast keine Rolle, er war nur der Auslöser für diese Seilschaft. Obama läßt sich von Monti beinahe täglich telefonisch unterrichten was in Euroland läuft.
der Grossteil des Mittelstandes liefert just-in-time an den Grossindustriellen, der fuer ihn das
Tor zur Welt ist; Magneti Marelli, Pirelli, Brembo ecc. haben auch Werke bei Euch, weil dort die werke der Kunden stehen. Wenn Merkel ueber Energiekosten, Steuererhoehungen ecc.die Marschbelastung erhoeht, kannst Du versuchen, Deine Produktivitaet zu erhoehen ... aber irgendwann reisst das Seil. Und wenn ein Grosser geht, dann folgen auch seine Lieferanten.Der Anteil der Industrieproduktion am deutschen BIP liegt auch nur noch bei 39 % ... und die hidden champions unter den PMI haben auch die Italiener ... D schafft sich ab ... einen Weg dazu werdet Ihr schon finden.
Den Hauptteil unserer Exporte
erwirtschaftet der Mittelstand, meist als Weltmarktführer in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen - die sog. hidden champions. Die Großkonzerne und Banken beeinflussen die korrupten und verntwortungslosen Politiker, die in Deutschland eben keine Patrioten sind und kein Rückgrat haben. Es sind im Grunde vaterlandslose Gesellen ohne nationalen HIntergrund und bar jeden historischen Bewußtseins.
Schuster bleib bei deinem Leisten
Auch wenn ich Südtiroler mag, nicht zuletzt wegen ihrer Werte-orientierten Bodenständigkeit, bezerifle ich, dass Bergsteiger Messener in der Lage ist, Psychogramm und Politik der Frau Merkel einzuschätzen. Immerhin täuscht diese perfide Frau ja auch (noch) die Mehrheit der Bundesbürger. Was M. indes über Dragi und Konsorten sagt, ist weitgehend zutreffend.
Besser kann man's nicht formulieren: Draghi ist in erster Linie italienischer "Patriot",
in zweiter Linie italienischer Patriot, in dritter Linie italienischer
Patriot ....
Entsprechend übt er sein Amt als EZB-Präsident nahezu
ausschliesslich als italienischer Interessenvertreter aus. Wenn Draghi
in diesem Herbst nicht aktiv geworden wäre, hätte Italien zum
Ende des Jahres vor der Pleite gestanden. Draghi hat sein
europäisches Amt zu nationalen Zwecken missbraucht und eine
zentrale europäische Institution vertauensmäßig
marginalisiert - und nebenbei einer der deutschen ökonomischen
Mythen: die Deutsche Bundesbank, nominelles Vorbild für die EZB,
in die Mülltonne getreten. "Falschmünzer" ist eine
noch höfliche Umschreibung für die nationale Egozentrik
Draghis.
@Torsten Krause
Alles richtig was Sie schreiben. Italiens Problem ist daß einer an
sich funktionierenden Wirtschaft ein ineffizienter Staat vorsteht. Die
ineffiziente, langsame Justiz und Verwaltung bremsen das Land aus. Das
Land braucht viel weniger Sparen und Steuererhöhungen; Italien ist
im Schnitt eigentlich ein sehr reiches Land. Was Italien braucht sind
Reformen. Auch das digitale Zeitalter wurde leider weitgehend
verschlafen. ;(
Was ich aber nicht teile ist R. Messners Pessimismus. In den letzten
Monaten hat sich eigentlich viel getan und Italien erwirtschaftet seit
einigen Monaten sogar ein Handels- und Leistungsbilanzplus. Denke
derzeit nicht daß Italien Mario Draghis Programm in Anspruch
nehmen muß; die italienischen Zinsen sinken bereits und Italiens
Schulden basieren in erster Linie auf Langläufer(Schnitt 7 Jahre).
Spanien wird den Schirm wohl in Anspruch nehmen; was Madrid aushandeln
wird, wird die Blaupause der Anderen(I?) sein.
Stimmt nicht
Draghi ist in erster Linie Goldman Sachs Mann und macht was ihm von den
"Märkten" vorgegeben wird.
Wenn es dann auch noch gut für Italien ist und schlecht für
Deutschland dann gibt es für ihn kein halten.
Auch, dass sein Amtssitz in Frankfurt ist hindert ihn nicht daran, denn
er hat ja die Rückendeckung von M & S.
wissen Sie, wovon Sie reden ? Italien hat die viertgroessten Staatschulden weltweit, ist die
drittgroesste Volkswirtschaft Europas, ist der zweitgroesste Industrieproduzent Europas, ist der drittgroesste Nettozahler in der EU, die groessten Investoren in italienischen Staatstiteln sind die USA und Frankreich ... Auch Weber haette Italien nicht fallen lassen, wenn Italien fiele, gingen auch die Deutschen aufs Land, um auf abgeernteten Aeckern Reste zu suchen, so wie 1948. Oder meinen Sie , die Merkel baut eine Mauer auf dem Brenner .... und Alles wird gut ?
Wie kann man Merkels Handeln erklären?
Ganz richtig sagt Messner dass Merkel genau wußte und weiß,
dass das Duo Monti Draghi an Italiens Wohl denkt und an sonst nichts.
Trotzdem hat sie Weber fallen lassen und Draghi zum EZB-Chef gemacht.
Wie ist das zu erklären? Da fallen mir nur diese Möglichkeiten ein:
- Sie will sich das Wohlwollen der Südländer für ihre
Barroso-Nachfolge erkaufen
- Sie will Deutschland ruinieren (Rache für das Schicksal der DDR?)
- Das Stichwort "Euro retten" blockiert ihr rationales
Denkvermögen
- Sie träumt von einem Europa nach Vorbild der alten DDR
Habe ich da etwas vergessen?
Aber alle diese Varianten lassen sie nicht gut aussehen.
-
Der Versuch, aus allen Europäern Deutsche zu machen, ist heute schon gescheitert. Daran wird auch der "Weltbürger" (Eigendefinition) R. Messner nichts ändern können. Es wird ihm auch nicht gelingen, aus allen Italienern (Süd-)Tiroler zu machen. Interessant ist allenfalls der Wunsch, dass das in Südtirol erwirtschaftete Steueraufkommen in Südtirol bleiben möge. Es wäre daher nur konsequent, das in den ehemaligen Hartwährungsländern erwirtschaftete Geldvermögen auch dort zu belassen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.09.2012 14:09 UhrDanke
Danke für die Information. Die steuerrechtlichen Bestimmungen für die autonomen Regionen Italiens waren mir als Österreicher nicht genau bekannt. Über die Geldentwertung des Euros, werden die fleißigen Südtiroler aber wohl auch zur Kasse gebeten werden. Die einzigen die's nicht treffen wird, sind die, die jetzt schon nichts haben. Um Sitzilien werden wir uns keine Sorgen machen müssen ... schlechte Steuermoral und jede Menge Zuschüsse. Das alte Lied.
Herr Hejl, das ist kein Wunsch, das ist die Realitaet der autonomen Provinzen in Italien. Suedtirol,
wie auch Sizilien und Aosta, behalten direkt 90% des in der Region erwirtschafteten Steueraufkommens - auch jene Steuern, die im Rest Italiens dem Zentralstaat zustehen. Daneben bekommen sie vom Zentralstaat Zuschuesse, z.B. fuer eventuelle regionale Defizite in der Sozialversicherung. Suedtirol finanziert sich allein, Sizilien greift hingegen weitere 6 bis 8 Milliarden jaehrlich in Rom ab ... und eine mir nicht bekannte Summe in Bruessel.
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