08.03.2012 · Geringverdiener, die lange Jahre gearbeitet und daneben auch privat vorgesorgt haben, sollen im Alter nicht auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sein. Sie sollen „Zuschussrente“ bekommen. Die Reform der Altersvorsorge für Selbständige wird derweil aufgeschoben.
Von Kerstin Schwenn, BerlinRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Frau Doktor hat mal wieder einen genialen Beitrag zur dt. Sozialpolitk mit ihren neuen Vorschlägen geleistet! Anscheinend hat sie sich nach längerer Zeit als Arbeitsministerin immer noch nicht in ihr Resort eingearbeitet, sonst würde sie die Lebenswirk-lichkeit des Prekariats kennen.
Tausche Zahnarztgattin gegen Schneiderin
Die Voraussetzung "Geringverdiener mit 30 Beitragsjahren und
privater Zusatzrente" kann wohl niemand erfüllen. Die
Schneiderin, die verantwortungsvoll 3 Kinder großgezogen hat und
deshalb während ihres Arbeitslebens über lange Jahre nur
Teilzeit beschäftigt war, hatte keine Gelegenheit, in eine private
Rentenversicherung einzuzahlen.
€ 850,-- Zuschußrente lohnen auch finanziell nicht - der
Barwert der Grundsicherung ist höher.
Die (mir bekannte) Schneiderin hat übrigens einmal den Fehler
gemacht, freiwillig € 8.000,-- in die staatliche Rentenversicherung
einzuzahlen. Bei den aktuellen Rahmenbedingungen und nicht mehr als 2%
Inflationsrate müßte sie 118 Jahre alt werden, um wenigstens
den eingezahlten Betrag zurückzubekommen...
Weiter so, Frau von der Leyen. Die Forderung nach einer Frauenquote
für Vorstandsposten zeigt, welche Klientel in Ihrem Blockfeld liegt!
"will von der Leyen Menschen mit langen Versicherungszeiten und
zusätzlicher Vorsorge im Alter die staatliche Grundsicherung ersparen?"
.
Für die wirklich Bedürftigen spielt es doch keine Rolle, ob
sie das für das Überleben notwendigen Gelder aus der einen
oder anderen Tasche bekommen - denn Vermögen dürften die
wenigsten ehemaligen Geringverdiener haben. Und wenn doch, dann brauchen
sie keine Finanzierung aus der Rentenkasse.
.
Hier geht es doch nur mal wieder darum, die Bürokratie auszubauen
und dem rechtschaffenen Bürger noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.
.
Im Übrigen geht es nicht nur um die "teilzeitarbeitende
Zahnarztgattin" - es gibt durchaus Fälle, wo durch
€400-Jobs bewusst ein relativ hoher Nettobezug angestrebt wurde -
teilweise aufgestockt durch "schwarze Kassen". Das diesen
Kreisen zu Lasten der ehrlichen Steuer- und Beitragszahler die Rente
vergoldet werden soll, ist schlichtweg ein Skandal!
"Außerdem soll der Rentenbeitragssatz in nächster Zeit weniger sinken als möglich,"
"um Spielraum für die Zuschussrente zu gewinnen." Dies
sagt alles.
Gerade Konservative lieben die Umverteilung. Von Arbeitnehmern auf
Rentner. Wegen gefühlter Altersarmut in der Stammwählergruppe.
Trotz erheblichen Vermögens in dieser Altersgruppe.
RVO - Reichsversicherungsordnung - Bismark. Was wollte er damit? Das Volk kontrollieren, den Staatsapparat legitimieren. Das funktionierte so gut, dass nachfolgende Politiker und ihre Hofschranzen in Form von Funktionären dieses Gebilde zum Zwangsbeglückungssystem ausbauten. Was haben wir nun davon? Irrsinnige Schuldlast und immer weniger Freiheitlichkeit (und Verantwortung). Ist es das was die 48er wollten? (1848, z. B. Carl Schurz (aus Erftstadt bei Köln) der danach in die USA auswanderte und dort mit die Republikanische Partei gründete) Mitnichten.
Das Sozialgesetzbuch sagt:
"....Geringverdiener sind in § 20 Abs. 3 SGB IV definiert.
Zählt ein Beschäftigter zu den Geringverdienern, hat der
Arbeitgeber den Gesamtsozialversicherungsbeitrag – also die
Beiträge zur Gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und
Arbeitslosenversicherung – alleine zu tragen."
Nun frage ich mich, wie jemand bei so einem Miniverdienst noch nebenbei
"privat vorsorgen" kann. Dieses Kunststück würde ich
gern einmal sehen.
Und wieder einmal finden wir die "teilzeitarbeitende
Zahnarztgattin", die ja schon als Schreckgespenst gegen das
Ehegattensplitting dauernd aus dem Hut gezaubert wird. Diese Frau
erinnert mich ein bisschen an die Bielefeld-Verschwörung, denn
weder kenne ich jemanden aus Bielefeld noch diese schnorrende
Zahnarztgattin. Die Ehefrauen unserer Zahnärzte - und derer hatten
umzugsbedingt einige - waren stets selber Ärztinnen und standen auf
eigenen Füßen.
Wo ist sie, die Bundes-Schnorrerin, wegen der so viel Wind gemacht? Sie
möge sich zeigen.
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