04.08.2005 · Aus einem kleinen, britischen, nach einer Antilopenart benanntem Traditionsunternehmen, formte ein Amerikaner die drittgrößte Sportschuhfirma der Welt. Um am Puls der Zeit zu bleiben, produziert man neuerdings auch Hip-Hop-Schuhe.
Die Geschichte des zweitgrößten amerikanischen Sportschuhherstellers Reebok begann mit dem englischen Läufer Joseph Foster. Der erfand 1894 Laufschuhe mit Spikes und gründete das Unternehmen JW Foster & Sons, nachdem die Schuhe bei anderen Läufern gut angekommen waren. Zwei seiner Enkel gründeten 1958 das Unternehmen Reebok, in dem JW Foster später aufging.
Nach einer schnellen afrikanischen Antilope benannt, blieb Reebok bis 1979 aber ein kleiner britischer Schuhhersteller. Erst als Paul Fireman, der derzeitige Vorstandschef und Großaktionär, die Schuhe 1979 auf einer Messe in Chicago entdeckte, begann der Aufstieg zu einer Weltmarke.
Boom in den achziger Jahren
Fireman, der bis dahin Angel- und Campingausrüstung vertrieben hatte, erwarb die exklusive Vertriebslizenz für Nordamerika und formte Reebok USA. Ihm war klar, daß der Kampf gegen bereits etablierte Hersteller wie Nike oder Adidas schwer werden würde. Also konzentrierte er sich zunächst auf die Nische des gerade populär werdenden Aerobic-Marktes. Fireman brachte 1982 den Frauenfitness-Schuh „Freestyle“ auf den Markt, der mit der Aerobic- und Fitnesswelle zu einem der meistverkauften Schuhe aller Zeiten avancierte.
Der Umsatz von Reebok stieg von 1982 bis 1986 von 3,5 Millionen Dollar auf 919 Millionen Dollar, was Reebok USA zeitweise zur Nummer eins der Sportschuhbranche vor Nike machte. 1985 übernahm Reebok USA dann die britische Reebok und ging unter dem Namen Reebok International an die Börse. Es folgten zahlreiche Akquisitionen wie die des Freizeitschuhherstellers Rockport und des Sportschuhherstellers Avia. Berühmt wurde Reebok auch durch Innovationen wie den aufblasbaren Basketballschuh „Pump“.
Schuhe für Hip-Hoper
In den neunziger Jahren ließ der Aufschwung des Sportschuhmarktes allerdings nach. Reebok litt unter dem sich verändernden Geschmack der Verbraucher und der Konkurrenz kleinerer Hersteller. Der Marktanteil fiel von einst 22 Prozent auf 13 Prozent zurück. In den vergangenen Jahren hat sich Reebok aber wieder erholt, was teilweise auf die wieder steigende Popularität von Sportschuhen zurückzuführen ist. Ende der neunziger Jahre hatte sich Fireman zudem auf die Lizenzrechte für Profisportausrüstung konzentriert.
Reebok ist exklusiver Hersteller von Trikots für die amerikanische Basketball-Liga NBA und die Football-Liga NFL. Vor zwei Jahren hat Reebok mit „Rbk“ eine erfolgreiche Produktlinie für Freizeitschuhe eingeführt, die sich hauptsächlich an die modebewußte und trendsetzende Hip-Hop-Szene wendet. Rap-Musiker wie Jay-Z oder Mary J. Blige haben Werbeverträge mit Reebok. Im Sportbereich hat Reebok Basketballstars wie Allen Iverson und die Tennisspielerin Venus Williams unter Vertrag. Vorstandschef Fireman und seine Frau halten 19 Prozent an Reebok International.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2469 | −0,15% |
| Rohöl Brent Crude | 106,32 $ | −0,50% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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