Home
http://www.faz.net/-gqp-7476p
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Werksrabatte Keine Steuer für Arbeitnehmer auf üblichen Rabatt

In vielen Firmen erhalten Mitarbeiter einen Rabatt auf die hergestellten Produkte. Bislang sahen die Finanzamter die Rabatte in voller Höhe als einen zu versteuernden „geldwerten Vorteil“. Nun ist der Bundesfinanzhof von seiner strengen Linie abgerückt.

© dpa Vergrößern Der Bundesfinanzhof in München

Auf übliche Werksrabatte müssen Beschäftigte keine Lohnsteuer entrichten, wenn sie von ihrem Arbeitgeber verbilligte Produkte oder Dienstleistungen beziehen. Das hat der Bundesfinanzhof in zwei Fällen entschieden, die Arbeitnehmer von Autoherstellern betrafen. Nur wenn der Preisnachlass noch stärker ausfällt als üblich, werden darauf Steuern fällig.

Joachim Jahn Folgen:      

Maßstab ist dem Urteil zufolge nicht der Listenpreis, sondern der tatsächliche Endpreis. Das sei jener Preis, „der am Ende von Verkaufsverhandlungen als letztes Angebot des Händlers steht“, urteilten die obersten Steuerrichter. „Der angebotene Endpreis umfasst daher auch Rabatte.“

Mit dieser Entscheidung rückte der Bundesfinanzhof von seiner bisherigen Linie ab. Die Münchner Richter stützten sich dabei auf Paragraph 8 Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes (Az.: VI R 30/09). Dieser sieht zusätzliche Vergünstigungen dadurch vor, dass ein etwaiger Restbetrag zwar versteuert werden muss. Davon werden aber 4 Prozent zugunsten des Arbeitnehmers abgezogen; außerdem bleiben jährlich 1080 Euro steuerfrei.

Mehr zum Thema

Sonderrabatte, die nur für einzelne Branchen - etwa das Taxigewerbe - gelten, sind hingegen steuerpflichtig, wie das Gericht in dem zweiten Fall entschied. Hier hatte der Arbeitnehmer nicht nur einen Nachlass von bis zu 9 Prozent bekommen, den dieser Hersteller generell Abnehmern einräumte, sondern rund 20 Prozent. Dieser muss dem Urteil zufolge an sich versteuert werden.

Allerdings könne selbst ein solcher „Endpreis“ noch weit über den tatsächlichen Marktverhältnissen liegen, stellten die Richter fest. Dann können Beschäftigte sich stattdessen auf eine andere Vorschrift stützen (Absatz 2) und müssen nur den tatsächlichen Geldvorteil versteuern. In diesem Fall dürfen sie aber nicht zusätzlich den Bewertungsabschlag von 4 Prozent und den Jahresfreibetrag geltend machen (Az.: VI R 27/11).

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Sachlohn Länder wollen Steuer für Jobtickets

44 Euro darf ein Arbeitgeber abgabenfrei in Sachleistungen an den Beschäftigten auszahlen. Diesen Betrag hat der Fiskus jetzt ins Visier genommen. Stimmt die Bundesregierung zu? Mehr Von Andreas Mihm, Berlin

15.11.2014, 11:56 Uhr | Wirtschaft
Gewinnsteuer Ein Gipfel gegen Steuerschweinerei

Die G-20-Staaten werden gegen Steuertricks vorgehen. Reicht das aus, um die Gewinnverlagerung der Konzerne zu stoppen? Mehr Von Manfred Schäfers

12.11.2014, 07:53 Uhr | Wirtschaft
Mitarbeiter als Headhunter Kopfgeld für die neuen Kollegen

Immer mehr Arbeitgeber loben Prämien aus, wenn Mitarbeiter neue Mitarbeiter werben. Das ist für beide Seiten lukrativ. Doch es gibt Tücken. Mehr Von Sven Astheimer und Julia Löhr

21.11.2014, 19:39 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.11.2012, 16:11 Uhr

Griechische Widersprüche

Von Tobias Piller, Rom

Die Griechen sind zermürbt und wollen das Wort Reform nicht mehr hören. Ministerpräsident Antonis Samaras würde die Troika deshalb am liebsten los werden – und ist doch auf ihr Sicherheitsnetz angewiesen. Mehr 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutsche fühlen sich für Unternehmerdasein nicht gerüstet

Nur 34 Prozent der Deutschen glauben, ihre Ausbildung habe ihnen die Fähigkeit vermittelt, ein eigenes Unternehmen zu führen. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden