Home
http://www.faz.net/-gqp-wh5i
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Urheberrecht verschärft Riskante Downloads

Im neuen Jahr gilt ein verschärftes Urheberrecht: Wer aus zweifelhaften Internetquellen Musik oder Filme herunterlädt, macht sich strafbar. Privatkopien von CDs und DVDs bleiben dagegen erlaubt - solange nicht ein Kopierschutz geknackt wird.

© AP Vergrößern Wer zweifelhafte Quellen anzapft, macht sich ab sofort strafbar

Wer aus zweifelhaften Quellen im Internet Musik oder Filme auf den eigenen Computer herunterlädt, macht sich im neuen Jahr strafbar. Darauf weist der Branchenverband Bitkom hin. Das in diesem Punkt bislang nicht eindeutige Urheberrecht sei entsprechend verschärft worden, erklärte der Verband in Berlin. Nach der neuen Gesetzeslage dürfen „offensichtlich rechtswidrige“ Angebote nicht genutzt werden. Vorsicht sei deshalb bei kostenlosen Angeboten angesagt. Manchmal böten freilich Künstler und kommerzielle Anbieter Gratis-Songs zu Werbezwecken an. Dann sei der Download rechtlich unbedenklich.

Generell gelte, dass auch weiterhin alle Rechte beim Urheber eines Werkes lägen, erläuterte der Verband. Privatkopien würden aber geduldet. Das Kopieren einer Original-CD oder die Zusammenstellung eines Musik-Mix für Freunde sei zulässig, solange es bei geringen Stückzahlen bleibe. Eine feste Grenze gebe es nicht. Vor Jahren habe jedoch die Rechtsprechung ein Maximum von sieben Kopien akzeptiert.

Mehr zum Thema

Vorsicht bei Urlaubsschnäppchen

Eindeutig verboten ist laut Bitkom aber die Umgehung eines Kopierschutzes. Geschützte CDs dürfen zwar analog zum Beispiel auf Kassette überspielt werden, die direkte digitale Kopie nach Knacken des Schutzes gilt jedoch als Raubkopie und kann mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.

Eine feste Grenze für Privatkopien gibt es nicht mehr © picture-alliance/ dpa Vergrößern Eine feste Grenze für Privatkopien sieht das Gesetz nicht vor

Strafbar macht sich demnach auch, wer eine offensichtlich unrechtmäßige Kopie weiter vervielfältigt. Gebrannte Spielfilme sollten immer misstrauisch machen, weil nahezu alle DVDs einen Kopierschutz enthalten. Besonders die Legalität von Kopien von Filmen, die für die Kinos angekündigt, aber noch nicht angelaufen sind, ist laut Bitkom grundsätzlich zweifelhaft. Misstrauisch sollte man auch gegenüber Urlaubsschnäppchen sein, rät der Verband. Es könne sich dabei um professionelle, täuschend echt wirkende Raubkopien handeln, die der Zoll ersatzlos beschlagnahmen könne.

Auch Kartenverlage haben Rechte an ihren Produkten

Computernutzer müssen das Urheberrecht auch auf ihrer eigenen Homepage beachten. Wer mit Musik aus kommerziellen Quellen untermalte Urlaubsfilme im Internet veröffentlicht oder das Lieblingslied spielen will, muss sich in der Regel an die Verwertungsgesellschaft Gema wenden und Rechte erwerben.

Das gilt laut Bitkom auch für Podcasts, also selbstproduzierte Radiosendungen im Netz. Es sei nicht zulässig, urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Erlaubnis öffentlich zugänglich zu machen. Das gelte auch für Bilder, die von einer anderen Website kopiert wurden, und für Landkartenausschnitte: Wer den Weg zu einer Party zeigen wolle, solle lieber selbst eine Skizze machen - denn auch die Kartenverlage haben geschützte Rechte an ihren Produkten.

Quelle: AP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Verbotene Souvenirs Was Sie Urlaubsmitbringseln beachten müssen

Wer Fälschungen aus dem Urlaub mitbringt, hat am Zoll ein schlechtes Gefühl. Dabei sind die Regeln für Privatpersonen großzügig. Bei gefährdeten Tieren sieht es anders aus. Mehr

17.07.2014, 10:31 Uhr | Finanzen
Digitale Flut Her mit den Mails!

Rund 40 Mails erhält jeder Berufstätige pro Tag, so eine Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom. Das stört viele weniger, als gemeinhin postuliert wird. Der Verband fordert dennoch Alternativen zur Mail. Mehr

15.07.2014, 16:00 Uhr | Beruf-Chance
Bücher, Lieder, Videos Die neue Flatrate-Kultur

Erst Musik, dann Filme, bald auch Bücher: Flatrates kommen in Mode. Für die Kunden ist das gut - auch wenn sie manchmal mehr bezahlen. Mehr

18.07.2014, 11:06 Uhr | Wirtschaft

Was die Stahlindustrie drückt

Von Werner Sturbeck

Die deutsche Stahlindustrie ist leidgeplagt. In der Bevölkerung hat sie nicht mehr den Rückhalt, den sie verdient. Mehr 5 16


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr