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Steuerflucht : Geld in der Schweiz - was nun?

Bleiben oder gehen? Bild: dpa

Nur wer seit zehn Jahren kein Geld mehr unversteuert in der Schweiz hat, braucht keine Angst zu haben: Fünf Antworten für Steuerflüchtlinge nach dem Scheitern des Steuerabkommens.

          1. Das Abkommen ist gescheitert. Sind Steuersünder nun in der Schweiz sicher?

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nein. Hat der deutsche Fiskus einen Anfangsverdacht, ist es mittlerweile leichter geworden, in der Schweiz zu ermitteln. Die Kooperation zwischen deutschen und Schweizer Fahndern ist enger geworden. Hinzu kommt: Es dürften weitere CDs von Schweizer Banken mit den Daten deutscher Kunden im Umlauf sein. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die deutschen Behörden sie ankaufen. Allerdings verschärfen die Schweizer Finanzinstitute die Anstrengungen, den Datenklau zu unterbinden. Das hilft aber nur in der Zukunft. Wer schon länger in der Schweiz Kunde ist, ist eventuell schon auf den bereits im Umlauf befindlichen CDs zu finden.

          2. Ist die Selbstanzeige jetzt noch sinnvoll?

          Da niemand in der Schweiz vor Entdeckung geschützt ist, ist eine Selbstanzeige weiter sinnvoll. Sie ist in den meisten Fällen günstiger, als sie das Steuerabkommen mit der Schweiz gewesen wäre. Dazu muss der Kunde aber seine Anonymität aufgeben. Er muss dann alle Einnahmen der vergangenen zehn Jahre nachversteuern, bleibt dafür aber straffrei. Eine solche Erklärung sollte nur mit einem Steuerberater ausgefertigt werden, weil viele Fallstricke lauern, die die Straffreiheit gefährden. Wichtig ist der Zeitpunkt. Ist der Fall den deutschen Steuerbehörden bereits bekannt, weil er etwa aus einer vom Fiskus angekauften Daten-CD hervorgeht, nützt die Selbstanzeige in der Regel nicht mehr viel. Sie erleichtert allenfalls Verhandlungen über Strafmilderung. Nur wer seit zehn Jahren kein Geld mehr unversteuert in der Schweiz hat, muss keine Selbstanzeige mehr machen. Seine Taten sind verjährt.

          3. Soll man sein Geld jetzt nach Singapur bringen?

          Der asiatische Stadtstaat ist bekannt für sein strenges Bankgeheimnis und gleichzeitig seine politische Stabilität. Das macht ihn attraktiv für Steuerflüchtlinge. Schweizer Banken sind dort mit Außenstellen vertreten und helfen beim „Umzug“ von Konten aus der Schweiz. Allerdings ist auch Finanzminister Schäuble das nicht verborgen geblieben. Sein Ministerium führt bereits Verhandlungen mit Singapur über eine engere Zusammenarbeit der Steuerbehörden aus beiden Ländern. Singapur scheint dem nicht abgeneigt zu sein, weil die deutschen Kunden keine große Bedeutung für den Finanzplatz des kleinen Staates haben - aber viel Ärger mit der deutschen Regierung bringen können.

          4. Kann man das Geld heimlich nach Deutschland bringen?

          Wer mit Geldkoffern sein Bargeld über die Grenze schafft, könnte am Zoll hängenbleiben. Die Kontrollen direkt an der Grenze sind zwar abgebaut, aber der Zoll überprüft gerne weiter im Hinterland mit mobilen Fahndern. Alle mitgeführten Summen ab 10.000 Euro müssen dann angegeben werden. Die Fahnder schauen gerne auch einmal genauer im Auto nach und führen Leibesvisitationen durch. Banken müssen bei Einzahlungen ab dieser Schwelle die Herkunft des Geldes prüfen. Auch Rechtsanwälte und Notare sind bei Auffälligkeiten gezwungen, diese zu melden. Das könnte passieren, wenn der Steuersünder mit seinem Schweizer Geld ein Haus in Deutschland kaufen will. Schwieriger ist es weiterhin zu entdecken, wenn die Deutschen mit ihrer Kreditkarte Stück für Stück ihr Schweizer Konto für normale Konsumausgaben leeren.

          5. Soll ich zu meinem Geld in die Schweiz umziehen?

          Wer das Land eh liebt, kann das natürlich überlegen. Damit erlischt aber nicht seine Pflicht, für die Zeit, in der er in Deutschland lebte, Steuern nachzuzahlen, wenn er doch noch entdeckt wird. Zudem ist er trotz Umzugs in die Schweiz noch ein paar Jahre zum Teil steuerpflichtig in Deutschland.

          Quelle: F.A.S.

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