Home
http://www.faz.net/-gqp-74dpi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Musiktausch im Internet Eltern haften nicht für Raubkopien ihrer Kinder

Eltern können aufatmen: Sie müssen für den illegalen Musiktausch eines minderjährigen Kindes grundsätzlich nicht haften, wenn sie das Kind ausreichend über das Verbot von Internettauschbörsen belehrt haben. So haben es die Richter des Bundesgerichtshofs entscheiden.

© dpa Vergrößern Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Eltern müssen nicht für Urheberrechtsverletzungen ihrer minderjährigen Kinder haften. Das gilt zumindest dann, wenn sie das Kind ausreichend über das Verbot einer Teilnahme an Internettauschbörsen belehrt haben. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag entschieden und damit die Schadensersatzklage von vier Musikunternehmen zurückgewiesen. Nach Ansicht des BGH genügten Eltern ihrer Aufsichtspflicht über ein „normal entwickeltes“ 13 Jahre altes Kind schon dadurch, dass sie es über das Verbot einer rechtswidrigen Teilnahme an Internettauschbörsen belehrten. „Eine Verpflichtung der Eltern, die Nutzung des Internets zu überwachen, den Computer des Kindes zu überprüfen oder den Zugang zum Internet teilweise zu sperren, besteht grundsätzlich nicht“, stellten die Richter klar. Dazu seien sie erst bei konkreten Anhaltspunkten für rechtswidrige Internetnutzung verpflichtet (Az.: : I ZR 74/12).

Corinna Budras Folgen:    

In dem Fall ging es um 15 Musiktitel, die der damals 13 Jahre alte Sohn eines Chefarztes illegal aus dem Netz geladen und auch anderen Internetnutzern zur Verfügung gestellt hatte (Filesharing). Für diese Verletzung des Urheberrechts verlangten vier Musikunternehmen Schadensersatz und den Ersatz von Abmahnkosten in Höhe von insgesamt 5400 Euro.

Das Oberlandesgericht Köln hatte noch entschieden, dass sich Eltern in solchen Fällen nicht auf Unkenntnis berufen können und zu wirksamen Kontrollen verpflichtet sind. Der Fall werfe „ein grelles Licht“, darauf, dass für viele Eltern der Begriff Erziehungsaufgabe zu einem Fremdwort geworden sei, beklagte der Rechtsvertreter der Musikindustrie nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in der mündlichen Verhandlung vor dem Karlsruher Bundesgericht. Während früher „auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet“ habe, würden Kinder heute an freier Leine laufen gelassen.

Der Rechtsvertreter der betroffenen Familie argumentierte hingegen, der Familienfrieden werde zerstört, wenn Eltern ihre Kinder „unter Generalverdacht“ stellten. Von Eltern könne nicht verlangt werden, die Computer ihrer Kinder von einem Fachmann überprüfen zu lassen.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kampf gegen Masern Impfberatung für Kita-Kinder soll Pflicht werden

Die steigende Zahl von Impfgegnern erschwert den Kampf gegen Krankheiten wie Masern. Eine Impfpflicht lehnt der Gesundheitsminister weiter ab. Aber künftig soll zumindest die Beratung Pflicht sein. Mehr Von Henrike Roßbach, Berlin

10.12.2014, 16:47 Uhr | Gesellschaft
Ecuador Kinder ohne Eltern auf gefährlicher Reise

In vielen ecuadorianischen Städten wandern junge Eltern nach Amerika aus - und lassen ihre oft minderjährigen Kinder zurück. Diese versuchen, ihren Eltern auf eigene Faust in die Vereinigten Staaten zu folgen. Mehr

08.12.2014, 15:40 Uhr | Gesellschaft
Schule und Helikopter-Eltern Unterricht ist heilig

Durch den Brandbrief eines Stuttgarter Schulleiters hat die Diskussion um überfürsorgliche Helikopter-Eltern gerade neuen Schwung bekommen. Wie viel Engagement ist gut, wo ist die Grenze zum Zuviel? Eine Direktorin berichtet. Mehr

15.12.2014, 14:16 Uhr | Gesellschaft
Kinderschutz im Internet

Gewaltszenen, sexuelle Darstellungen oder Mobbingattacken: Im realen Leben versuchen Eltern, ihre Kinder vor solchen Gefahren zu schützen. Iim Internet sind die Jüngsten diesen Risiken häufig schutzlos ausgeliefert. Jugendschutzprogramme und spezielle Apps sollen dem entgegenwirken. Mehr

22.07.2014, 15:22 Uhr | Technik-Motor
Jugendkriminalität Doppelt gedemütigt

Eine Mädchengang verprügelt in Tübingen brutal eine 13 Jahre alte Schülerin. Früher wäre so was über die Region hinaus nicht weiter wahrgenommen worden, heute wird durch Facebook daraus ein nationales Ereignis. Mehr Von Rüdiger Soldt

08.12.2014, 13:14 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.11.2012, 16:52 Uhr

Gabriels Ente

Von Jan Grossarth

Sigmar Gabriel entsagt der Ente aus Massenhaltung. Das ist gut für die Ente - doch auch ziemlich arrogant, den Entenbraten der meisten Wähler „Mist“ zu nennen. Mehr


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages In Griechenland wird die Arbeit wieder teurer

Jahrelang sanken in Griechenland die Arbeitskosten. Diese Entwicklung scheint nun am Ende zu sein, im vergangenen Quartal stiegen sie erstmals seit 4 Jahren wieder deutlich an. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden