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Legale Lücken Im Steuerloch

 ·  So kann es nicht bleiben: Amerikanische Konzerne nutzen jede Gesetzeslücke, um ihre Steuerlast auf im Ausland erwirtschaftete Gewinne zu drücken. Hier hilft nur internationale Zusammenarbeit.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (14)
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klaus keller (klkeller) - 18.02.2013 15:49 Uhr

Wer sorgte für die Löcher im Käse ?

Das Bild past ggf nicht ganz aber die Firmen sind für die Steuergesetzgebung nicht zuständig.
Es ist unwahrscheinlich das die Konzerne zB Irland gekauft haben. Es sind m.E. Politiker gewesen die ein Interesse daran hatten das die Firmen Ihre Sitze verlagern und köderten die Mäuse mit niedrigen Steuersätzen. Das findet idR der Rest der Welt blöd.
Was hielt die Politik im Rest der Welt davon ab diese Praxis wirksam zu bekämpfen ?
Wenn es um Irland geht sollte die Sache einfach sein.
Keine Rettung ohne Änderung des dortigen Steuerrechts sage ich mir als Dilletant.

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Edda Wiegand

Stagnation

Das Vermeiden von konkreten Verpflichtungen- z.B. der rechtzeitigen Überprüfung der Körperschaftssteuer- ist in der EU seit drei Jahren konditioniert. Der EU-Rat und das EP produziert bewusst nicht nur Undurchsichtigkeit, sondern bewirkt Stagnation in den EU-Ländern auf den Kostenanreiz Deutschlands.
Wenn Deutschland den Hund und das Halsband des Hundes nicht dort sucht, wo er weggelaufen ist, wird die Harmonisierung der Steuern weder in Europa noch international gelingen, in Petersburg im Sep. sowieso nicht.
Kehren Sie endlich nach "Deauville" zurück!

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Im Ausgabenloch!

Jedes Jahr feiert unser Finanzminister Rekordsteuereinnahmen. Gleichzeitig decken in keinem Jahr die Steuereinnahmen die öffentlichen Ausgaben. Es heißt, wenn nur alle Unternehmen und Privatleute ihre Steuern zahlen würden, dann hätten wir kein Staatsschuldenproblem. Diese Aussage ist die größte Lebenslüge unseres Staates. Es ist längst an der Zeit, dass die FAZ diese Lüge beim Namen nennt.

Das Problem sind nicht Unternehmen, die die Gesetzeslücken im kompliziertesten Steuerrecht der Welt auszunutzen wissen. Das Problem ist, dass die Steuern in ein Fass ohne Boden gekippt werden. Es wäre mehr als wünschenswert, wenn die Einnahmenseite nicht jedesmal vollkommen von der Ausgabenseite abgekoppelt betrachtet wird.

PS: Gleichzeitig zum Kommentar von Manfred Schäfers gibt die FAZ mit dem Artikel "Sie nennen es Arbeit" einen schockierenden Einblick über den Umgang unserer Politiker mit dem Geld anderer Leute (= Steuern) am Beispiel Berlin.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 13:21 Uhr
Horst Ziegler

Nun gut.

Dann machen Sie "Das Fass ohne Boden" doch zu.

Ein erster Schritt ist die Schaffung von Transparenz durch die Abschaffung der Kameralistik und die Einführung der kaufm. Buchführung bundesweit. Erst dann lässt sich erkennen, wo der Hammer hängt.

Bis dahin aber läuft alles so weiter, dass sich die Politiker "ihre Elb-Harmonien" bauen und sich hinter der Kameralistik verstecken.

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Horst Ziegler

Nationale Quellensteuer ist Pflicht

Man sagt zwar, an der "Quelle saß der Knabe", aber wenn dann z.B. der IKEA-Gründer in die Schweiz geht, um dort seine Einkünfte versteuern zu lassen, dann haben wir in Deutschland das Nachsehen. Der "Knabe an der Quelle" hat somit das Nachsehen.

Schaut man sich die juristisch möglichen "Verrenkungen" an, die z.B. der IKEA-Gründer anstellt, um Steuern zu sparen, dann wird klar, dass die Besteuerung immer auf Betriebsebene (Grundlage: Kostenrechnung) und nicht auf Unternehmensebene ( G & V - Rechnung) zu erheben ist. Entsprechende Regelungen wären EU-weit bzw. auf G-20-Ebene einzuführen. Dabei muss klar bleiben, die Besteuerungshoheit muss auf nationaler Ebene bleiben und darf nicht nach Brüssel abwandern.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 10:41 Uhr
Arndt Pool
Arndt Pool (Ghr0nt) - 18.02.2013 10:41 Uhr

Bis die Krise kommt

geht alles gut. Nur was machen Sie, wenn die Unternehmen ihre Preise übermäßig senken müssen, um ihre Kunden in einer Krise zu halten? Bei Ihren Vorschlägen würden dann Konzerne wie VW reihenweise in die Insolvenz gehen müssen, wenn die Konjunktur zurückgeht.

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Torsten Krause
Torsten Krause (tkrause) - 18.02.2013 10:04 Uhr

europa- und weltweit herrscht ein Krieg um die Ansiedlung qualifizierter Arbeitsplaetze; Laender mit

niedriger Steuerbelastung gibt es auch im erweiterten Europa; Litauen und Russland fordern maximal 13 bzw. 15 % etc; all diese Laender koennen sich das leisten, weil sie (mit Ausnahme Irlands) eine relativ geringe Staatsverschuldung haben, einen schmalen Sozialstatt unterhalten, kein Geld in stumpfsinnigen Transfermechanismen vergeuden .... Schaeuble und die anderen Traeumer werden sich nicht durchsetzen, schon gar nicht bei den US-Konzernen, die haben Rueckendeckung vom grossen Boss; D und F werden entweder die Steuern fuer Inlaender erhoehen muessen, weit ueber die Schmerzgrenze hinaus, massiv in die Privatvermoegen eingreifen ... oder sich endlich wirkliche Gedanken machen mussen ueber Einsparungen im ueberbordenden Sozialstaat fuer Armutseinwanderer und Leistungsunwillige. Das wird schmerzhaft, aber das wird kommen.

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Roland Müller

Herr Schäfers,

die Firmen versteuern ihre Einnahmen dort, wo sie zumindest auf dem Papier ihren Sitz haben. Was auch richtig ist. Deutschland besteht z. B. ja auch darauf, das Bürger mit Sitz in Deutschland ihre Einnahmen in der Schweiz in Deutschland versteuern. Wie wollen Sie das ändern? Wenn Sie vom Wohnsitzprinzip abrücken und statt dessen den Ort der Einnahmeerzielung zur Besteuerungsgrundlage machen, müssen z. B. Bundesbürger mit Zinseinnahmen in der Schweiz in Deutschland keine Steuern auf ihre Zinsgewinne mehr bezahlen. Und das die EU-Länder ihre Steuern nach dem Prinzip des LFA untereinander verteilen glauben sie doch wohl selber nicht. Dafür ist der Egoismus viel zu groß.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 12:30 Uhr
Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 18.02.2013 12:30 Uhr

Nein, Sprüche weniger...

aber Fragen stellen soll in diesem Land immer noch erlaubt sein...

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Roland Müller

Herr Schröder,

die Verfügung von qualifizierten Arbeitskräften sorgt zumindest dafür, das diese Arbeitskräfte statt Arbeitslosengeld zu kassieren, Lohnsteuer und Sozialabgaben zahlen. Was nützen höhere Einnahmen wenn man dadurch die Ausgaben noch stärker steigen als die Einnahmen. Zudem frage ich mich, was sie mit dem Satz meinen, Ebay und Amazon können wir selbst. Meinen Sie mit wir sich selber? Wenn da so ist, wünsche ich Ihnen viel Glück und einen baldigen Start in die Selbstständigkeit. Oder können wir selbst am besten nur halb zu Ende gedachte Sprüche klopfen?

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Rainer Egold

Wohnsitz = Geschäftssitz?

Nein eben nicht. Es geht um die Besteuerung von Konzernen, die einen Hauptsitz und viele Niederlassungen haben. Wenn Sie eine Zweitwohnung haben, sind sie am Ort für die Zweitwohnung auch steuer- und abgabenpflichtig. Aber die Besteuerung von Konzernen lässt sich eben nicht vergleichen mit der Einkommenssteuer, z. B. auf selbstständige Arbeit.

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Horst Ziegler

Firmensitzbesteuerung?

Genau die Firmensitzbesteuerung muss zu Gunsten der Betriebssitzbesteuerung abgeschafft werden.

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Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 18.02.2013 10:08 Uhr

Wenn das stimmt Herr Müller,

dann sollte man vielleicht gar keine ausländischen Konzerne mehr im eigenen Land wirtschaften lassen. Denn: Was hat man dann noch von deren Wertschöpfung im Inland? Nur die Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte günstig zur Verfügung stellen?

Ebay und Amazon könnten wir bestimmt auch selbst, dann vielleicht wieder mit ausreichender Beteiligung an Bildung und Infrastruktur.

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Klaus Hessenauer

hier könnte doch die EU mal Flagge zeigen...

einige dieser Steueroasen sind doch EU Länder wie z.B: Irland LUX ganz zu schweigen von Zypern die ja noch die Betrugsinfrastruktur für Briefkastenfirmen und Geldwäsche zur Verfügung stellen.

Aber D wird ja nicht nur um die Steuereinnahmen gebracht, wir finanzieren ja zum Teil auch noch die Rettung der Schmarotzer.

Ich mag schon nicht mehr glauben dass das Dummheit bei unseren Politikern ist, das scheint schon böswillig zu sein! Oder warum hält Schäuble den BND Bericht zur Geldwäsche in Zypern unter Verschluss ?
Fragt sich nur zu wessen Gunsten das alles?

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17.02.2013, 20:23 Uhr

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