Home
http://www.faz.net/-gqp-749gf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Großbank Britische Steuerbehörde prüft Tausende HSBC-Konten

Die britischen Steuerbehörden überprüfen die Konten von Tausenden Kunden der größten europäischen Bank HSBC. Die Behörden wurden offenbar aktiv, nachdem ihnen eine Liste mit den Namen von 4388 Personen zugespielt wurde.

© AFP Vergrößern HSBC-Filiale in London

Die Behörden nehmen abermals die größte europäische Bank HSBC ins Visier: Nach einem Datenverlust überprüft die britischen Steueraufsicht die Konten von Tausenden Kunden des Geldhauses. „Wir erhalten aus vielen Kanälen Informationen, mit denen wir sicherstellen, dass die Steuervorschriften eingehalten werden“, hieß es in einer Mitteilung der zuständigen Behörde HMRC vom Freitag. Der „Daily Telegraph“ hatte zuvor berichtet, die Aufseher wollten herausfinden, ob einige HSBC-Kunden über ihren Konten Steuern hinterzogen haben. Die Bank erklärte, sie gehe dem angeblichen Verlust von Kundendaten nach.

Die Behörden wurden dem Zeitungsbericht zufolge aktiv, nachdem ihnen eine Liste mit den Namen von 4388 Personen mit Wohnsitz in Großbritannien zugespielt wurde, die auf den Konten auf der Kanalinsel Jersey 699 Millionen Pfund geparkt hätten. Darunter befänden sich Prominente, Banker, Ärzte sowie Bergbau- und Ölmanager. Außerdem führe die Liste etwa 4000 Kontoinhaber mit Adressen außerhalb Großbritanniens auf.

Mehr zum Thema

Wegen eines Geldwäsche-Skandals steht die Bank bereits in den Vereinigten Staaten unter Druck. HSBC hält Strafzahlungen von deutlich mehr als 1,5 Milliarden Dollar für möglich. Bankchef Stuart Gulliver rechnet nicht nur mit Schadenersatzklagen, sondern auch mit strafrechtlichen Konsequenzen. Ein Ausschuss des amerikanischen Senats hatte im Juli nach einjähriger Untersuchung festgestellt, dass HSBC Kunden über Jahre half, fragwürdige Gelder aus Ländern wie Mexiko, dem Iran, Saudi-Arabien oder Syrien zu transferieren. Die Bank hat sich dafür entschuldigt. Derzeit laufen interne Ermittlungen und Verhandlungen mit den amerikanischen Regulierern.

Trotz der Rückstellungen von 1,5 Milliarden Dollar wegen des Skandals konnte HSBC seinen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Das Geldhaus verdiente auf vergleichbarer Basis fünf Milliarden Dollar. Die Bank senkt massiv ihre Kosten: In den vergangenen beiden Jahren wurden knapp 30.000 der einst rund 300.000 Stellen abgebaut.

An der Londoner Börse gab die HSBC-Aktie 0,3 Prozent nach.

Quelle: RTR

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Großbritannien und Europa Shocking!

Der Streit um den EU-Beitrag der Briten zeigt vor allem eines: Die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit wird immer schmaler. Und ein Austritt Großbritanniens aus der EU immer wahrscheinlicher. Mehr Von Marcus Theurer, London

25.10.2014, 08:17 Uhr | Wirtschaft
Tausende protestieren gegen Regierung in Pakistan

Tausende Demonstranten fordern in Pakistan den Rücktritt von Ministerpräsident Nawaz Sharif. Mehr

31.08.2014, 14:33 Uhr | Politik
Radikale Islamisten In Wirklichkeit sind 1800 Salafisten ausgereist

Die Zahl der aus Deutschland in den Dschihad gezogenen Salafisten ist in Wirklichkeit viermal so hoch wie offiziell zugegeben. Nach Angaben von Verfassungsschützern ist es nicht möglich, diese Leute aufzuhalten - wegen Personalmangels. Mehr

25.10.2014, 15:59 Uhr | Politik
Geberkonferenz sagt mehr als fünf Milliarden Dollar zu

Im Krieg zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas waren im Sommer tausende Häuser im Gazastreifen zerstört worden. Auf einer Konferenz zum Wiederaufbau sind Hilfsleistungen im Umfang von rund 5,4 Milliarden Dollar zugesagt worden. Mehr

13.10.2014, 09:46 Uhr | Politik
Britische Großbank Lloyds streicht 9000 Stellen

Der britischen Großbank Lloyds steht offenbar ein massiver Stellenabbau bevor. Weil Kunden ihre Finanzgeschäfte zunehmend online erledigen, soll nach verschiedenen Medienberichten jede zehnte Stelle wegfallen. Mehr

23.10.2014, 08:01 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.11.2012, 17:34 Uhr

Indonesiens unerfahrener Hoffnungsträger

Von Christoph Hein, Singapur

Gerade wurde Indonesiens neuer Präsident Joko Widodo eingeschworen. Die Erwartungen an ihn sind riesig. Aber ist er seinem Amt gewachsen? Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wie wichtig ist die Raumfahrt für Deutschland?

Dass die Raumfahrernation Amerika viel in die Erforschung des Weltraums investiert, ist keine Überraschung. Aber selbst in Italien, Japan und Frankreich hat die Raumfahrt einen höheren Stellenwert als hierzulande. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden