Home
http://www.faz.net/-gqp-wdu9
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Donnerstag, 16. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Glosse Wirtschaft Freizügigkeit

04.03.2008 ·  Von Corinna Budras

Artikel Lesermeinungen (0)

Im deutschen Anwaltsmarkt wird es immer ungemütlicher: Inzwischen balgen sich 146 906 Juristen um potentielle Mandanten. Da muss sich der Einzelne schon etwas Kreatives einfallen lassen, um aus der Masse herauszuragen. So wollte ein Familienrechtler die Vorzüge des Internetauktionshauses Ebay nutzen. Schließlich gibt es dort inzwischen nichts, was

keinen Käufer findet. Doch er musste für seine Idee bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Dort bekam er nun offiziell und von höchster juristischer Stelle bescheinigt, dass seine unorthodoxe Aktion nicht die Grundfesten des Standesrechts erschüttert. Schade, dass er für diese Erkenntnis viel Zeit und Nerven in den unteren Instanzen vergeuden musste. Es ist nicht das erste Mal, dass die Karlsruher Richter Fehlentscheidungen aufheben müssen, die Advokaten zu sehr einengen. Auch noch zwanzig Jahre nach der grundlegenden Bastille-Entscheidung, die das veraltete Standesrecht vom Kopf auf die Füße stellte, müssen die Richter Selbstverständlichkeiten geraderücken. Mehr Fälle dieser Art dürften folgen: Erst kürzlich untersagte ein Oberlandesgericht die zwanglose "Schnupperberatung" in einem Café - und sorgte für viel Unverständnis.

Quelle: F.A.Z., 05.03.2008, Nr. 55 / Seite 22
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Abschied ohne Schock

Von Holger Steltzner

Der griechische Staatspräsident hat sich in Rage geredet: Wolfgang Schäuble habe sein Land beleidigt. Was genau meint Papoulias damit? Mehr

16.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.751,96 −0,09%
 OK