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Veröffentlicht: 23.01.2014, 16:05 Uhr

Gerichtliche Überprüfung Vielleicht darf der ADAC bald kein Verein mehr sein

Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“, Kritik an der Pannenstatistik - der ADAC steckt in der Krise. Jetzt prüft auch noch ein Gericht, ob der Club weiterhin den Status eines Vereins haben darf.

© dpa Der ADAC - ein Verein für seine Mitglieder. Wirklich? Und wie lange noch?

Das Registergericht beim Amtsgericht München überprüft den Vereinsstatus des ADAC. Eine Gerichtssprecherin bestätigte am Donnerstag auf Anfrage einen Bericht der Zeitung „Märkische Allgemeine“. Es habe in den vergangenen Tagen einen entsprechenden Antrag gegeben. Das Gericht sei nicht von sich aus in der Sache tätig geworden.

Über Einzelheiten wollte die Sprecherin nichts sagen. In einem solchen Verfahren wird etwa geprüft, ob die wirtschaftlichen Aktivitäten eines Vereins noch mit dem Vereinsrecht im Einklang stehen. Mit einer Entscheidung rechnet die Sprecherin in spätestens einem Monat. Der Ausgang sei offen.

Skandal um Autopreis trat eine Welle los

Der ADAC steckt in der Krise, seit ein Skandal rund um gefälschte Zahlen beim Autopreis „Gelber Engel“ bekannt wurde. Der ehemalige Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte nach eigener Aussage im Jahr 2014 und in den  Jahren zuvor bei der Umfrage zum Lieblingsauto der Deutschen die Zahlen geschönt. Der ADAC musste daraufhin seine Mitglieder um Entschuldigung bitten.

Ebenfalls in die Kritik geraten ist die von Verbrauchern vielbeachtete Pannenstatistik des Automobilclubs, die der ADAC aber weiterhin verteidigt. Die Statistik sei „sachlich nachvollziehbar und überprüfbar“, erklärte der ADAC am Donnerstag in München. Die Methodik sei vom Statistik-Institut der Universität München überprüft.

Der ADAC veröffentlicht die Pannenstatistik seit 1978 jährlich in seiner Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ und schlüsselt sie auch nach Autotypen auf - ein für viele Autokäufer wichtiges Kaufkriterium. Grundlage sind die Anrufe von ADAC-Mitgliedern bei Pannen. Berücksichtigt für die Statistik werden nach Angaben des Vereins nur Fahrzeuge, die älter als ein Jahr und jünger als sechs Jahre sind. Reifenpannen und selbst verschuldete Pannen - falscher Kraftstoff oder im Auto vergessene Schlüssel etwa - werden demnach nicht berücksichtigt.

Ebenfalls nicht berücksichtigt werden die Einsätze, die der ADAC für Autohersteller fährt – und daran entzündet sich nun die Kritik. Die Hersteller geben ihren Kunden in der Regel eine sogenannte Mobilitätsgarantie, meist für die ersten drei Jahre nach dem Kauf. Der ADAC erfüllt diese Garantie dann im Auftrag der Hersteller – ganz oder teilweise etwa für Opel, Mercedes, Ford, Citroën, Peugeot, Honda, Nissan oder Volvo. Im Jahr 2012 seien dies rund 140.000 Einsätze gewesen, sagte ein ADAC-Sprecher. Insgesamt wertete der Autoclub demnach 2,6 Millionen Einsätze für seine Pannenstatistik 2013 aus.

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