Home
http://www.faz.net/-gqp-74hwb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fragwürdige Hypotheken-Deals Betrugsklage gegen Credit Suisse

 ·  In Amerika ist die Bank Credit Suisse ins Visier der Ermittler geraten. Wegen fragwürdiger Hypothken Deals soll der Bank nun der Prozess gemacht werden. Der New Yorker Generalstaatsanwalt hat am Dienstag Klage eingereicht.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach JP Morgan Chase soll in den Vereinigten Staaten nun auch der Credit Suisse wegen fragwürdiger Hypotheken-Geschäfte der Prozess gemacht werden. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman warf dem Schweizer Institut vor, beim Verkauf von sogenannten Residential Mortgage Backed Securities (RMBS) in den Jahren 2006 und 2007 irreführende Angaben gemacht zu haben. Die Investoren derartiger Wertpapiere hätten Verluste von rund 11,2 Milliarden Dollar (8,7 Mrd Euro) erlitten.

Schneidermann reichte am Dienstag Klage vor einem New Yorker Gericht ein. Dies hatte er Anfang Oktober in einem ähnlichen Fall bereits beim größten US-Institut JPMorgan Chase gemacht. Hier sprach er von aufgelaufenen Verlusten von 22,5 Milliarden Dollar. „Die Klage gegen Credit Suisse ist ein weiterer wichtiger Schritt in unseren Bemühungen, die Finanzfirmen für ihre Verfehlungen zur Verantwortung zu ziehen, die zur schlimmsten Finanzkrise seit fast einem Jahrhundert führten“, erklärte Schneiderman.

Vorwurf: Qualität der Kredite beschönigt

Die Börsenaufsicht SEC hatte die beiden Banken erst in der vergangenen Woche mit 417 Millionen Dollar für Hypotheken-Deals zur Kasse gebeten: Banken hatten zu Zeiten des Immobilienbooms in den Vereinigten Staaten massenhaft Eigenheimkredite zu Paketen gebündelt und an Investoren weiterverkauft. Als die US-Immobilienblase ab 2007 platzte, konnten viele Hauskäufer ihre Raten aber nicht mehr zahlen - und wegen der Ausfälle verloren auch die damit unterlegten Hypothekenpapiere drastisch an Wert. Das war der Ausgangspunkt der Finanzkrise.

Ausgangspunkt der Klagen und SEC-Vergleiche ist der Vorwurf, dass die Banken die Qualität der Kredite beschönigt beziehungsweise bei der Auswahl geschludert haben. Im Falle der Credit Suisse hätten die Investoren deshalb bis Mitte diesen Jahres rund 12 Prozent ihres ursprünglichen Anlagebetrages von zusammen 93,8 Milliarden Dollar verloren. Zu den Leidtragenden zählten nach Angaben der Ermittler auch die beiden staatlichen Hausfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Präsident Barack Obama hatte im Januar eigens eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Betrug mit Hypothekenpapieren nachgehen soll. Zu den Mitgliedern zählen Staatsanwälte, die Börsenaufsicht SEC und andere Finanzmarkt-Regulierer. Die Klage gegen die Credit Suisse ist Teil dieses Feldzugs der Regierung.

  Weitersagen Kommentieren (6) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Hochfrequenzhandel Neue Runde im Kampf gegen Blitzhändler

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman setzt sich bei den Ermittlungen gegen Hochfrequenzhändler an die Spitze der Strafverfolger. Sechs Wertpapierhäuser haben jetzt Vorladungen erhalten. Mehr

17.04.2014, 06:16 Uhr | Wirtschaft
Börsengang in Gefahr Mit Hochdruck gegen die Hochfrequenzhändler

Der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman verschärft seinen Kampf gegen die „Flash Boys“. Das gefährdet auch den Börsengang von Virtu. Mehr

18.04.2014, 16:15 Uhr | Finanzen
Rechtsstreit um Immobilienkredit Citigroup zahlt 1,1 Milliarden Dollar

Für viele Banken ist die Immobilienkrise noch nicht vorbei. Nun hat die Citigroup einen jahrelangen Rechtsstreit beigelegt - für mehr als 1 Milliarde Dollar. Mehr

08.04.2014, 02:05 Uhr | Wirtschaft

21.11.2012, 11:51 Uhr

Weitersagen
 

BER wird vom Problem zum Monster

Von Kerstin Schwenn

Die Baustelle des Hauptstadtflughafens liefert nichts als Hiobsbotschaften. Der Flughafen-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn erntet viel Kritik. Aber niemand könnte an seiner Stelle zaubern. Mehr 12 6