http://www.faz.net/-gqe-766me
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 31.01.2013, 11:17 Uhr

EUGH-Entscheidung Luftraum gesperrt: Fluglinie muss Hotel zahlen

Millionen Reisende saßen fest, als 2010 der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr lahmlegte. Jetzt gibt es eine höchstrichterliche Entscheidung für mehr Fluggastrechte: Airlines müssen in solchen Situationen für Hotel und Essen zahlen.

© dpa Höhere Gewalt? Trotzdem müssen sich die Fluglinien um ihre Passagiere kümmern.

Airlines müssen Kunden selbst dann betreuen, wenn deren gebuchte Flüge wegen „außergewöhnlicher Umstände“ wie etwa Luftraumsperrungen aufgrund eines Vulkanausbruchs annulliert wurden. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) zugunsten einer Kundin der Fluggesellschaft Ryanair in einem am Donnerstag in Luxemburg verkündeten Urteil.

Damit haben Reisende, die wegen Naturkatastrophen gestrandet sind auch über mehrere Tage hinweg Anspruch auf Kostenübernahme durch die Airline für Hotel, Mahlzeiten, Erfrischungen und ein Telefonat (Az: C-12/11).

Mehr zum Thema

Hintergrund des Falls ist der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010, der fast einen Monat lang für eine Sperrung großer Teile des europäischen Luftraums gesorgt hatte. Millionen Reisende auf der ganzen Welt saßen fest. Die Schließung des Luftraums kostete die Fluglinien damals rund 1,7 Milliarden Dollar. Fünf Tage lang berieten Europas Verkehrsminister, dann gaben sie schließlich den Luftraum wieder frei - obgleich zu diesem Zeitpunkt noch immer Vulkanasche in der Luft war.

Der Ryanair-Kundin, die nun vor dem EUGH Recht bekam, hatte die Fluglinie verweigert, für die Kosten von Hotel, Mahlzeiten und Erfrischungen aufzukommen. Ryanair argumentierte, dass die Schließung des Luftraums sogar noch über die “außerordentlichen Umstände“ etwa bei einem Streik oder bei schlechten Wetterverhältnissen hinausgehe. Für letztere Umstände sind Airlines nach dem EU-Gesetz von der Pflicht entbunden, ihre Kunden zu entschädigen.

Das Gericht sagte jedoch am Donnerstag, zwar seien die Fluglinien nicht verpflichtet, den Kunden eine Kompensation für gestrichene Flüge zu zahlen. Doch müssten sie sich dennoch, sich um die Fluggäste kümmern, die an einem Flughafen gestrandet sind und nicht weiterkommen.

Quelle: AFP / Bloomberg

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Folgen für den Tourismus Airlines streichen Türkei-Flüge

Das Auswärtige Amt rät Deutschen in Ankara und in Istanbul zu äußerster Vorsicht. Die Lufthansa hat alle Türkei-Flüge gestrichen, auch bei anderen Fluglinien geht nichts mehr. Und was sollen Touristen jetzt tun? Mehr

16.07.2016, 05:51 Uhr | Wirtschaft
Türkei 17-Jähriger erschießt drei Polizisten

Alarmzustand in der türkischen Stadt Sanliurfa im Südosten des Landes. Nach offiziellen Angaben hatte hier ein 17-Jähriger an einer Bushaltestelle auf Polizisten geschossen, die die Ausweispapiere der Reisenden kontrollieren wollten. Mehr

11.07.2016, 10:42 Uhr | Politik
Kampf um Entschädigung Wenn Fluggäste auf der Strecke bleiben

Für abgesagte Flüge oder große Verspätungen steht Reisenden Geld von der Fluggesellschaft zu. Aber der Anspruch steht oft nur auf dem Papier. Aus der Durchsetzung hat sich schon ein Geschäftszweig entwickelt. Mehr

19.07.2016, 08:23 Uhr | Finanzen
Panzanella Brotsalat aus der Toskana

Eigentlich ist Panzanella ein Reste-Essen armer Bauern der Toskana. Chefkoch Lucca Mani bereitet den Salat als erfrischendes Sommergericht zu. Mehr

16.07.2016, 15:35 Uhr | Stil
BGH fragt um Rat Geld für einen verspäteten Urlaubsflug?

Ein Streit deutscher Urlauber um Geldansprüche wegen eines verspäteten Flugs wird zum Fall für den Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof bat die Luxemburger Richter um eine Entscheidung. Mehr

19.07.2016, 14:01 Uhr | Finanzen

Terror, virtuell und real

Von Carsten Knop

Innenminister Thomas de Maizière klagt über das „unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet“. Viele vernünftige Menschen sehen das anders. Mehr 55

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden