Home
http://www.faz.net/-gqp-766me
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

EUGH-Entscheidung Luftraum gesperrt: Fluglinie muss Hotel zahlen

Millionen Reisende saßen fest, als 2010 der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr lahmlegte. Jetzt gibt es eine höchstrichterliche Entscheidung für mehr Fluggastrechte: Airlines müssen in solchen Situationen für Hotel und Essen zahlen.

© dpa Vergrößern Höhere Gewalt? Trotzdem müssen sich die Fluglinien um ihre Passagiere kümmern.

Airlines müssen Kunden selbst dann betreuen, wenn deren gebuchte Flüge wegen „außergewöhnlicher Umstände“ wie etwa Luftraumsperrungen aufgrund eines Vulkanausbruchs annulliert wurden. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) zugunsten einer Kundin der Fluggesellschaft Ryanair in einem am Donnerstag in Luxemburg verkündeten Urteil.

Damit haben Reisende, die wegen Naturkatastrophen gestrandet sind auch über mehrere Tage hinweg Anspruch auf Kostenübernahme durch die Airline für Hotel, Mahlzeiten, Erfrischungen und ein Telefonat (Az: C-12/11).

Mehr zum Thema

Hintergrund des Falls ist der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010, der fast einen Monat lang für eine Sperrung großer Teile des europäischen Luftraums gesorgt hatte. Millionen Reisende auf der ganzen Welt saßen fest. Die Schließung des Luftraums kostete die Fluglinien damals rund 1,7 Milliarden Dollar. Fünf Tage lang berieten Europas Verkehrsminister, dann gaben sie schließlich den Luftraum wieder frei - obgleich zu diesem Zeitpunkt noch immer Vulkanasche in der Luft war.

Der Ryanair-Kundin, die nun vor dem EUGH Recht bekam, hatte die Fluglinie verweigert, für die Kosten von Hotel, Mahlzeiten und Erfrischungen aufzukommen. Ryanair argumentierte, dass die Schließung des Luftraums sogar noch über die “außerordentlichen Umstände“ etwa bei einem Streik oder bei schlechten Wetterverhältnissen hinausgehe. Für letztere Umstände sind Airlines nach dem EU-Gesetz von der Pflicht entbunden, ihre Kunden zu entschädigen.

Das Gericht sagte jedoch am Donnerstag, zwar seien die Fluglinien nicht verpflichtet, den Kunden eine Kompensation für gestrichene Flüge zu zahlen. Doch müssten sie sich dennoch, sich um die Fluggäste kümmern, die an einem Flughafen gestrandet sind und nicht weiterkommen.

Quelle: AFP / Bloomberg

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Studie Billigflieger sind teurer geworden

Wer mit dem Billigflieger unterwegs ist, muss in diesem Jahr durchschnittlich mehr für sein Ticket zahlen als im letzten. Die meisten Günstigflieger-Passagiere verzeichnete Berlin, gefolgt von Hamburg und Köln/Bonn. Mehr

17.12.2014, 12:34 Uhr | Finanzen
Berlin Merkel unbesorgt über russische Flüge

Die vermehrten Militärflüge Russlands sind für Kanzlerin Merkel kein Grund zur Unruhe. Der Luftraum werde beobachtet. Sie rechne nicht damit, dass unerlaubte Grenzverletzungen erfolgen. Mehr

30.10.2014, 20:36 Uhr | Politik
Emirates will A380 kaufen Frische Hoffnung für den Riesen-Airbus

Airbus stellt die Zukunft seines größten Flugzeugs A380 in Frage. Daraufhin äußert sich der wichtigste Kunde und sagt, er will weitere Flieger kaufen. Aber nur mit Triebwerken, die weniger Treibstoff verbrauchen. Mehr

11.12.2014, 11:42 Uhr | Wirtschaft
Flüge nach Israel weiter gestrichen

Seit Dienstagabend ist kein Lufthansaflug mehr nach Tel Aviv gegangen. Auch andere europäische und amerikanische Maschinen verzichten darauf. Die Reisenden am Frankfurter Flughafen haben Verständnis. Mehr

23.07.2014, 15:56 Uhr | Politik
Meistgesuchte Wörter 2014 Mario Götze schlägt Helene Fischer

Die Fußball-WM war das Lieblingsthema der Deutschen 2014, wie die Google-Suchen zeigen. Da kommt nicht mal Helene Fischer mit. Mehr Von Susanne Preuß

16.12.2014, 15:47 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 31.01.2013, 11:17 Uhr

Gabriels falsches Signal

Von Heike Göbel

Sigmar Gabriel hat weiteren Sanktionen gegen Russland eine Absage erteilt. Das ist das falsche Signal. Mehr 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden