Home
http://www.faz.net/-gqp-7450t
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Entschädigung für Gemeinden S&P wegen zu guter Note verurteilt

S&P bewertete komplizierte Finanzprodukte mit der Bestnote „AAA“. Zwölf australische Gemeinden verloren mehr als 90 Prozent ihrer Investitionen und klagten. Die Ratingagentur muss nun Schadenersatz leisten.

© dpa Vergrößern Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat Investoren nach nsicht eines Gerichts in die Irre geführt

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) muss für eine zu gute Bewertung Schadenersatz leisten. S&P hatte komplizierte Finanzprodukte, in denen amerikanische Schuldverschreibungen gebündelt waren, mit der Bestnote „AAA“ bewertet. Zwölf australische Gemeinden hatten daraufhin geklagt, denn sie verloren in der Finanzkrise mehr 90 Prozent der in diese Produkte investierten 15,8 Millionen Australische Dollar (12,73 Millionen Euro).

Christoph Hein Folgen:    

Ein australisches Bundesgericht verurteilte S&P nun dazu, Schadenersatz und Zinsen in Höhe von 30 Millionen Australischen Dollar zu leisten. Die Ratingagentur will Berufung gegen das Urteil einlegen. Sie begründet die Ablehnung damit, dass sie die Gemeinden in einem Bericht darauf hingewiesen habe, dass diese sich nicht auf ihre Bewertung der Finanzprodukte als Rat zu einer Investition verlassen dürfe.

Mehr zum Thema

„Wir weisen jeden Verdacht zurück, unsere Meinungen seien unangemessen gewesen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Kämmerer der australischen Gemeinde räumten während des Prozesses ein, dass sie nicht alle Dokumente von vorne bis hinten gelesen hätten, sondern sich im Endeffekt auf die hervorragende Bewertung durch S&P verlassen hätten. Die in Finanzkreisen als „Rembrandt Notes“ bekannten Papiere wurden von der niederländischen Bank ABN Amro in Australien verkauft.

Auch gegen die Bank klagen die Gemeinde und die australische Finanzbehörde Local Government Financial Services, die insgesamt Rembrandt Notes im Volumen von 45 Million Australischen Dollar gekauft und dann an Gemeinden weitergereicht hatte. Das Urteil könnte sehr weite Kreise ziehen: Denn IMF Australia, die die jetzige Klage unterstützt hatte, plant eine vergleichbare Klage in den Niederlanden mit einem Streitwert von 2 Milliarden Euro. Betroffen sind auch hier ABN Amro als Verkäufer und S&P als Ratingagentur.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Überproduktion Der Kampf um die Kohle

Die Auseinandersetzungen auf dem Bodenschatzmarkt werden härter. Nun senkt China den Ausfuhrzoll für Kohle. Es zeigt, wie sehr die Branche unter Druck steht. Doch helfen wird es nicht. Mehr Von Christoph Hein

17.12.2014, 04:02 Uhr | Wirtschaft
Hauskäufer lässt sich Katze 140.000 Dollar kosten

Dass ihre Katze Tiffany bei der Versteigerung ihres Hauses mal das Zünglein an der Waage sein würde, hätten die Besitzer dieses Eigenheims im australischen Melbourne wohl nicht gedacht. Die geforderten rund zwei Millionen Australische Dollar wollte für die Immobilie mit fünf Schlafzimmern zunächst niemand zahlen. Erst als Tiffany noch oben drauf gelegt wurde, schlug ein Interessent zu - und bot sogar noch 140.000 Dollar mehr. Mehr

14.10.2014, 10:57 Uhr | Gesellschaft
Lobbyistenhilfe Banken in Australien haben keine Angst vor Regulierung

Banken in Down under sollen ihr Kapital aufstocken. Die Aktionäre stört das nicht. Die Stimmung steigt, auch weil Qantas seit Jahren erstmals wieder Gewinn einfliegt. Mehr Von Christoph Hein, Singapur

08.12.2014, 07:25 Uhr | Wirtschaft
Urteil Middelhoff zu drei Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige Arcandor-Chef Middelhoff ist zu einer Strafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Der Vorwurf lautet Untreue und Steuerhinterziehung. Mehr

25.11.2014, 13:08 Uhr | Wirtschaft
Geiselnehmer von Sydney Wer war Man Haron Monis?

Der Geiselnehmer von Sydney war bei den Sicherheitsbehörden kein Unbekannter. Er verbreitete islamistisches Gedankengut, war wegen sexueller Übergriffe angeklagt. Auch sein Heimatland Iran will die australischen Behörden vor dem 50-Jährigen gewarnt haben. Mehr

15.12.2014, 20:05 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.11.2012, 15:02 Uhr

Haudraufundschluss

Von Jan Grossarth

In einem Tierstall, der für Wiesenhof arbeitet werden Enten mit Mistgabeln erschlagen. Es sind Ausnahmen mit System. Die Massentierhaltung soll trotzdem nicht verboten werden. Mehr 14 17


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden