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Entschädigung für Gemeinden S&P wegen zu guter Note verurteilt

S&P bewertete komplizierte Finanzprodukte mit der Bestnote „AAA“. Zwölf australische Gemeinden verloren mehr als 90 Prozent ihrer Investitionen und klagten. Die Ratingagentur muss nun Schadenersatz leisten.

© dpa Vergrößern Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat Investoren nach nsicht eines Gerichts in die Irre geführt

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) muss für eine zu gute Bewertung Schadenersatz leisten. S&P hatte komplizierte Finanzprodukte, in denen amerikanische Schuldverschreibungen gebündelt waren, mit der Bestnote „AAA“ bewertet. Zwölf australische Gemeinden hatten daraufhin geklagt, denn sie verloren in der Finanzkrise mehr 90 Prozent der in diese Produkte investierten 15,8 Millionen Australische Dollar (12,73 Millionen Euro).

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Ein australisches Bundesgericht verurteilte S&P nun dazu, Schadenersatz und Zinsen in Höhe von 30 Millionen Australischen Dollar zu leisten. Die Ratingagentur will Berufung gegen das Urteil einlegen. Sie begründet die Ablehnung damit, dass sie die Gemeinden in einem Bericht darauf hingewiesen habe, dass diese sich nicht auf ihre Bewertung der Finanzprodukte als Rat zu einer Investition verlassen dürfe.

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„Wir weisen jeden Verdacht zurück, unsere Meinungen seien unangemessen gewesen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Kämmerer der australischen Gemeinde räumten während des Prozesses ein, dass sie nicht alle Dokumente von vorne bis hinten gelesen hätten, sondern sich im Endeffekt auf die hervorragende Bewertung durch S&P verlassen hätten. Die in Finanzkreisen als „Rembrandt Notes“ bekannten Papiere wurden von der niederländischen Bank ABN Amro in Australien verkauft.

Auch gegen die Bank klagen die Gemeinde und die australische Finanzbehörde Local Government Financial Services, die insgesamt Rembrandt Notes im Volumen von 45 Million Australischen Dollar gekauft und dann an Gemeinden weitergereicht hatte. Das Urteil könnte sehr weite Kreise ziehen: Denn IMF Australia, die die jetzige Klage unterstützt hatte, plant eine vergleichbare Klage in den Niederlanden mit einem Streitwert von 2 Milliarden Euro. Betroffen sind auch hier ABN Amro als Verkäufer und S&P als Ratingagentur.

Quelle: F.A.Z.

 
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