http://www.faz.net/-gqe-vy9q

Einkommensteuer : 10 Prozent zahlen 50 Prozent

Bild: F.A.Z.

Die einkommensstärksten zehn Prozent der Bevölkerung bestreiten mehr als die Hälfte der Einnahmen aus der Einkommensteuer. Das zeigt eine neue Erhebung des Statistischen Bundesamtes.

          Den größten Teil der Einkommensteuerlast trägt die besserverdienende Minderheit. Die 10 Prozent der Steuerpflichtigen mit den höchsten Einkommen zahlten nach der jüngsten Erhebung mehr als die Hälfte der festgesetzten Einkommensteuer. Das hat das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitgeteilt. Zu dieser Gruppe zählte, wer ein Jahreseinkommen von mehr als 65 950 Euro hatte. Dagegen trug die untere Hälfte der Einkommensbezieher (bis zu 27 216 Euro) nicht einmal 8 Prozent zum Einkommensteueraufkommen bei.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die 20 Prozent der Steuerpflichtigen mit den geringsten Einkommen - also mit einem Einkommen von maximal rund 11 100 Euro - zahlten sogar nur 0,1 Prozent der Einkommensteuer. Die aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2003 bestätigen frühere Erhebungen. Größere Verschiebungen hat es nicht gegeben.

          27,1 Millionen Steuerpflichtige

          Die Zahlen deuten nicht darauf hin, dass die Spitzenverdiener sich in größerem Maße ihrer Steuerpflicht entziehen können, indem sich sich Lücken im Steuerrecht zunutze machen - im Gegenteil. Auf das eine Prozent der Bestverdiener (Einkommen von mehr als 162.200 Euro) entfiel fast 20 Prozent der gesamten Einkommensteuer. Und allein das oberste Promille der Höchstverdiener steuerte nahezu 8 Prozent zum Aufkommen der neben der Umsatzsteuer mit Abstand wichtigsten Einnahmequelle des Staates bei.

          Die Progression zeigt ihre Wirkung: Wer viel hat muss auch viel abdrücken

          Insgesamt betrug die Zahl der Steuerpflichtigen im Jahr 2003 rund 27,1 Millionen, wobei zusammen veranlagte Ehegatten als ein Steuerpflichtiger gezählt werden. Dies ist ein Rückgang im Vergleich zum Veranlagungsjahr 2002 von etwa 1,8 Prozent. Die Angaben stammen aus der Einkommensteuerstatistik. Endgültige Zahlen liegen erstmals für das Veranlagungsjahr 2003 vor. Das Statistische Bundesamt begründet die deutlich verzögerte Veröffentlichung mit den zeitaufwendigen Veranlagungsarbeiten in den Finanzämtern, die sehr zeitaufwendig seien.

          Weitere Themen

          Wer den Staat finanziert

          Hessens Millionäre : Wer den Staat finanziert

          6100 Hessen mit den höchsten Einkünften haben zusammen mehr Einkommensteuer gezahlt als all diejenigen 2,1 Millionen Hessen, die die geringsten Einkünfte hatten. Die Hauptlast tragen aber andere.

          Delfine werden verdrängt Video-Seite öffnen

          Brückenbau : Delfine werden verdrängt

          Eine neue gigantische Brücke zwischen China und Hongkong hat die Zahl der weißen Delfine hier in den vegangenen zehn Jahren um rund 80 Prozent gesenkt.

          Topmeldungen

          Wegen Google-Strafe : Donald Trump droht der EU

          Der amerikanische Präsident poltert nach der milliardenschweren Wettbewerbsstrafe gegen Google auf Twitter los. Dass die Strafe auf Regeln basiert, will er nicht anerkennen. Stattdessen kündigt Trump Konsequenzen an.
          Ganz zufrieden: Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau.

          Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

          Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Neue Phase der Verhandlungen : EU-Kommission legt Szenarien für Brexit vor

          Brüssel nahm zu Theresa Mays Brexit-„Weißbuch“ Stellung: Es soll „keine Schlupflöcher an den Außengrenzen“ geben. Mays neuer Minister für den EU-Austritt Dominic Raab hat zudem erstmals an den Gesprächen mit der EU teilgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.