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Deutsche Bank Kopper soll im Mannesmann-Prozeß aussagen

03.11.2006 ·  Mit einer Flut von Beweisanträgen will der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser seine Unschuld beweisen. Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, soll ihn und die fünf anderen Angeklagten mit seiner Aussage entlasten.

Von Joachim Jahn
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Mit einem Großaufgebot an Zeugen und Dokumenten will der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser seine Unschuld beweisen. Sein Rechtsanwalt Daniel Krause stellte am Freitag im Mannesmann-Prozeß vor dem Landgericht Düsseldorf fast den ganzen Tag lang Beweisanträge.

Zu den prominentesten Personen, die Esser vorladen lassen will, gehören einige frühere Aufsichtsräte von Mannesmann - darunter der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, Klaus Liesen (ehemals Ruhrgas), der frühere Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber und der frühere Staatssekretär Werner Tegtmeier. Aussagen sollen ferner Michael Cohrs, ein führender Manager der Deutschen Bank, die Investmentbanker Alexander Dibelius und Colin Roy, Canning Fok - Geschäftsführer von Hutchison Whampoa - sowie der frühere Vodafone-Europachef Julian Horn-Smith. Schließlich will Esser eine Vielzahl weiterer Manager sowie Unternehmensmitarbeiter vernehmen lassen.

Prämien für beseondere Leistungen

Die Aussagen sollen insbesondere jene Umstände bestätigen, die der Bundesgerichtshof bei Aufhebung der Freisprüche im Mannesmann-Prozeß näher klären lassen wollte oder die die Karlsruher Bundesrichter nach Essers Auffassung falsch verstanden haben. Dabei geht es um drei grundsätzliche Behauptungen des früheren Vorstandsvorsitzenden. So seien die Millionenprämien für ihn nach der Übernahme Mannesmanns durch Vodafone praktisch Bestandteil seines Dienstvertrags gewesen, weil der Aufsichtsratsausschuß für Vorstandsangelegenheiten auch zuvor bereits achtmal Essers Bezüge angehoben habe; vielen anderen Führungskräften habe er nach besonderen Leistungen Prämien bewilligt.

Ferner will Esser belegen, daß die Zahlungen seine Motivation und Durchsetzungsfähigkeit in der Fusionsphase gestärkt hätten; damit hätten sie auch im Interesse des Unternehmens gelegen. Schließlich will er nachweisen, daß auch die Mitglieder des Aufsichtsratsausschusses bei der Bewilligung der damaligen Zuwendungen an ihn, weitere Manager und Angehörige sowie an Aufsichtsratschef Joachim Funk eine Belohnung für besondere Erfolge beim Umbau des Konzerns im Sinn gehabt hätten.

Chris Gent verweigert seine Aussage

Die Wirtschaftsstrafkammer muß nun entscheiden, ob sie den Beweisanträgen stattgibt. Ihr Vorsitzender Richter Stefan Drees hatte allerdings im Vorfeld signalisiert, daß er dies nicht beabsichtige. In diesem Fall könnte Essers Verteidigung die Zeugen auf eigene Kosten selbst vorladen. Zudem gab Drees nun bekannt, daß der frühere Vodafone-Chef Chris Gent seine Aussage verweigern wolle.

Zum Auftakt des dritten Verhandlungstages hatte der frühere Konzernbetriebsratschef Jürgen Ladberg unterstrichen, daß er „Anerkennungsprämien“ stets abgelehnt habe. Nur einmal habe er wegen Krankheit auf einer Sitzung des Aufsichtsratsausschusses gefehlt, sagte der Mitangeklagte. Dennoch habe die Mannesmann-Verwaltung mehrfach versucht, ihn zu einer Unterschrift zu bewegen, daß er sich bloß der Stimme enthalten habe. „Für die Zahlungen konnte ich keine Berechtigung erkennen“, sagte Ladberg. Essers Tätigkeit sei durch dessen Gehalt abgedeckt gewesen; zudem sei klar gewesen, daß er bald ausscheiden werde. Auch die Prämie an Funk habe ihm nicht eingeleuchtet. Denn auch am Ende seiner Vorstandszeit habe dieser keine Zuwendung erhalten.

Quelle: F.A.Z., 04.11.2006, Nr. 257 / Seite 13
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Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

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