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Steuer : Apple zahlt nur 25 Millionen an den deutschen Staat

Umsatz mit iPhones: Eine Frau hält in München neu gekaufte iPhones in die Luft. Bild: dpa

Zahlt Apple zu wenig Steuern in Deutschland? Der Streit tobt. Sicher ist: Beim deutschen Fiskus kommt weniger an als bei anderen Staaten.

          Der Computerkonzern Apple hat im vergangenen Jahr in Deutschland rund 25 Millionen Euro an Steuern gezahlt. Das sind immerhin zwei Drittel mehr als im Vorjahr, wie aus den jetzt veröffentlichten Jahresabschlüssen hervorgeht. Trotzdem bekommt Deutschland vom gesamten Steueraufkommen Apples relativ wenig ab.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Seit Jahren wird darüber debattiert, dass vor allem einige amerikanische Konzerne ihre Gewinne so zwischen den Staaten umverteilen, dass sie immer dort anfallen, wo am wenigsten Steuern fällig werden. So drücken die Konzerne insgesamt ihre Steuerlast – ganz legal, aber nicht unbedingt legitim. Patente zum Beispiel schieben die Konzerne gerne in Tochterfirmen in den Niederlanden, dann berechnen sie den übrigen Konzerngesellschaften Lizenzgebühren – und die werden in den Niederlanden besonders niedrig besteuert.

          Inzwischen verhandeln die Finanzminister rund um die Welt darüber, wie sie ihre Steuergesetze so verändern können, dass den Konzernen möglichst wenige Schlupflöcher bleiben. Das hat zu ersten Nachzahlungen geführt: Google zum Beispiel hat Anfang des vergangenen Jahres 130 Millionen Pfund extra an den britischen Staat überwiesen.

          Macht sich die Steuerdiskussion bemerkbar?

          Auch bei Apple könnten die höheren Steuerzahlungen mit der Steuerdiskussion zusammenhängen – darauf weist zumindest der Geschäftsbericht hin, der der „Bild am Sonntag“ zuerst aufgefallen war. Vor allem die „Apple GmbH“, in der Marketing und Entwicklung zusammengefasst sind, weist jetzt einen höheren Umsatz und höhere Steuern aus. Dabei bekommt sie all ihren Umsatz aus dem Apple-Konzern.

          Dass jetzt mehr Geld in Deutschland bleibt, begründet Apple mit einer „Anpassung im Rahmen einer internen Kostenanalyse“. Insgesamt zahlten die beiden Apple-Gesellschaften im Geschäftsjahr, das am 30. September 2015 endete, noch 14 Millionen Euro Steuern. Im Folgejahr waren es rund 9 Millionen Euro mehr.

          Deutschland bekommt nur wenig von Apples Steuern

          Diese Beträge sind allerdings relativ klein, wenn man sie mit den Gesamtgewinnen von Apple vergleicht. Im Geschäftsjahr 2016 machte Apple insgesamt 84 Milliarden Euro Gewinn, fast ein Fünftel davon zahlte der Konzern an Steuern. Das ist nicht viel weniger als andere internationale Konzerne, aber in Deutschland bleibt nicht viel davon hängen.

          „Wir zahlen alle unsere Steuern, wir gehorchen allen Gesetzen“, sagte Apples Chefjustiziar im vergangenen Jahr in einem Interview mit der F.A.Z. „Es geht nicht um einen Streit darüber, wie viele Steuern wir zahlen, sondern wo wir sie bezahlen.“ Damals ging der Streit darum, dass Apple große Teile seines Gewinns in Irland versteuert, wo nur 12,5 Prozent Steuern fällig wird.

          Die Konzerne argumentieren üblicherweise damit, dass sie zudem Mehrwertsteuern zahlen, dass sie in Deutschland investieren und Geld an Zulieferer zahlen – und dass nur ein kleiner Teil des Wertes tatsächlich in Deutschland geschaffen wird. Entwickelt werden die Produkte in Amerika, hergestellt werden sie oft von Zulieferern in Asien. In Deutschland wird nur verkauft – das ist nicht der komplizierteste Teil am Geschäft. Selbst der deutsche iTunes-Dienst wird aus Irland heraus gesteuert.

          Hat der deutsche Fiskus dann einen großen Teil der Steuern verdient? Darum tobt der Streit. Deutsche Konzerne wiederum liefern einen Großteil ihrer Steuern in Deutschland ab, obwohl sie oft nur kleine Teile ihres Umsatzes hier machen. Auch dort bekommen die Staaten, in denen die Produkte verkauft werden, nur einen kleinen Teil der Steuern.

          5 Prozent vom Umsatz – 0,1 Prozent von den Steuern

          In Zahlen: Auf Deutschland entfallen fast zwei Prozent der Apple-Mitarbeiter, vor allem in den Apple-Shops, die in der zweiten Landesgesellschaft zusammengefasst sind. Grob überschlagen, könnte Apple mit deutschen Kunden knapp zehn Milliarden Euro Umsatz machen. Tatsächlich ausgewiesen wird aber nur ein Kundenumsatz von rund 500 Millionen Euro – offenbar werden Verkäufe, die nicht direkt in den Apple Stores anfallen, anderswo verbucht. Andererseits wird der Gewinn, der mit diesem Verkauf von Apple-Produkten entsteht, dann bei anderen Unternehmen versteuert, zum Beispiel bei Mediamarkt oder den Netzbetreibern.

          Dann fielen in Deutschland rund 5 Prozent der Apple-Umsätze an, knapp 2 Prozent der Mitarbeiter wären in Deutschland beschäftigt – von den Steuern bekäme Deutschland aber nur 0,1 Prozent.

          Apple wollte zu den Jahresberichten nicht Stellung nehmen.

          Korrektur: Steuerberater weisen darauf hin, dass nicht alle Steuerzahlungen von Apple in den veröffentlichten Bilanzen direkt zu sehen sind. Wahrscheinlich zahlt Apple nicht 23, sondern 25 Millionen Euro Steuern.

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