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Amerikanische Börsenaufsicht Millionen für das Verpfeifen des Arbeitgebers

10.08.2010 ·  Die amerikanische Börsenaufsicht SEC will künftig Bankangestellte hoch belohnen, wenn sie ihre Firmen bei Gesetzesverstößen verpfeifen. Es ist sogar von Millionen-Belohnungen die Rede. Außerdem sichert die Behörde den Hinweisgebern Anonymität zu.

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In den Vereinigten Staaten müssen Finanzunternehmen, die ihre Geschäfte mit Tricks aufbessern, in Zukunft ihre eigenen Mitarbeiter fürchten: Die amerikanische Börsenaufsicht SEC will etwa Bankangestellte mit Millionenbeträgen belohnen, wenn sie ihre Firmen bei Gesetzesverstößen verpfeifen, wie ein SEC-Sprecher in New York sagte. Im Gegenzug für Tipps sichert die Behörde den Hinweisgebern zudem Anonymität zu.

Das neue Gesetz ist Teil der Ende Juli in Kraft gesetzten Finanzmarktreform in den Vereinigten Staaten. Bislang konnte die SEC nur für Informationen über Insidergeschäfte Belohnungen zahlen - diese Geschäfte seien aber stets schwer zu beweisen, sagte der Sprecher der Behörde. Mit der Ausweitung der Regelung auf alle Verstöße gegen die Börsengesetze erhofft sich die SEC nun durchschlagende Erfolge.

Informanten können mit Belohnungen in Millionenhöhe rechnen

Da in den Vereinigten Staaten Unternehmen bei Verstößen oft mit harten Strafen belegt werden, ist nun geplant, dass Informanten, die bei der Aufklärung eines Verbrechens helfen, für ihre Unterstützung bis zu 30 Prozent der Geldstrafe bekommen können. Strafzahlungen für Unternehmen erreichten schnell Höhen im Wert von „zig, ja hunderten Millionen“, also könnten auch Informanten mit Belohnungen in Millionenhöhe rechnen, sagte der SEC-Sprecher. „Der Anreiz ist also groß.“ Damit die Informanten ihren Job nicht verlieren und keine Racheakte in der Firma fürchten müssen, sichert die Börsenaufsicht den Tippgebern neben der möglichen Belohnung auch Anonymität zu.

Mit den Neuregelungen will sich die Börsenaufsicht einen besseren Einblick in die komplizierten Geschäfte der Finanzunternehmen verschaffen. Viele Fachleute sehen das unregulierte und hochriskante Geschäftsgebaren an Wall Street als Ursache für die internationale Finanzkrise. Die als Reaktion auf die Krise beschlossenen Neuregelungen sind die umfassendste Finanzmarktreform in den Vereinigten Staaten seit mehr als 80 Jahren.

Das mehr als 2300 Seiten umfassende Reformgesetz unterwirft die amerikanische Finanzbranche einer schärferen Regulierung und verlangt ihr größere Transparenz ab. Die Reform sieht unter anderem die Einrichtung einer Verbraucherschutzbehörde unter dem Dach der amerikanischen Notenbank Fed vor. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt außerdem ein Frühwarnsystem zur Vermeidung weiterer Finanzkrisen; vorgeschrieben wird unter anderem eine bessere Kontrolle des Derivate-Handels und eine größere Transparenz und Haftung für Hedgefonds und Hypothekenhändler.

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