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Dienstag, 18. Juni 2013
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Rechnungslegung IAS-Umstellung zahlt sich aus für BMW

 ·  BMW berechnet die Geschäftsbilanz 2000 neu und macht auf einen Schlag 30 Prozent mehr Gewinn. IAS machts möglich.

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BMW weist einen Gewinn von 30 Prozent mehr als bisher für das Jahr 2000 aus, wenn nach dem internationalen Standard IAS bilanziert wird. Auch die Gewinnmarge ist nach IAS-Rechnung einen Prozentpunkt höher. Die Analysten bleiben ruhig, die Aktie bewegt sich trotz dieser Zahlen kaum.

Die Zahlen sprechen für sich. Die Umsatzrendite vor Steuern beträgt nach IAS 5,7 Prozent. Nach HGB-Bilanzierung waren es nur 4,7 Prozent. Das entspricht einer Rentabilitätsteigerung um einen Prozentpunkt. Der Gewinn wächst durch die Umstellung um 369 Millionen Euro. Das sind circa 30 Prozent mehr im Vergleich zur HGB-Zahl.

Anderer Maßstab, andere Zahlen

Die neuen Zahlen auf dem Papier können die Analysten nicht reizen. Eine Umstellung auf IAS führt bei vielen Unternehmen zu solchen Steigerungen. Und in diesem speziellen Fall kommt noch eines hinzu. "BMW gibt immer eine vorsichtige Prognose ab", sagt Sebastian Stein, Analyst der Bankgesellschaft Berlin.

Es kommt hinzu, dass Analysten solche Unternehmen, die nach HGB bilanzieren, ohnehin schon vorher nach IAS-Maßstab einschätzen. Deshalb führt eine Umstellung selten zu Überraschungen. Bei BMW schon gar nicht. Der sich als innovativ und modern gebende Autohersteller bilanzierte zu HGB-Zeiten konservativ. Dass heisst die Spielräume, die in HGB bestehen, um die Geschäftsbilanz je nach Interesse unterschiedlich zu berechnen, wurden von BMW nie ausgereizt. Dass IAS diese Spielräume einengt, ist also für BMW kein Problem.

Probefahrt mit VW und Eon

Als VW umstellte, war die Situation ähnlich. Die Wolfsburger wiesen 2000 erstmal ihre Bilanz nach IAS aus, allerdings unter Vorbehalt, quasi zum freibleibenden Vergleich. Die Zahlen für 2001 werden geprüfte und damit offiziell sein. Dort stieg der Gewinn zwar auf dem Papier deutlich, doch dieser Zuwachs relativiert sich durch den Standardwechsel.

Ähnliches gilt für das Versorgungsunternehmen Eon. Analyst Stein nennt einen Grund: "Die Spielräume waren bei HGB grundsätzlich größer." Der Energieriese hat ihn so ausgenutzt, dass schon innerhalb des deutschen Standards auf IAS-Niveau bilanziert wurde. Auch jetzt sind noch Spielräume da. "Die Kalkulation der einzelnen Elemente hängt immer noch in einem gewissen Grad vom Unternehmen ab", so Stein.

Am Anfang waren die Zahlen

Dennoch müssen die Zahlenverschiebungen irgendwo herkommen. Bei BMW wurden die Forschungs- und Entwicklungskosten nach IAS seperat berechnet, was nach HGB nicht möglich war. Dies allein erhöht den Gewinn um 236 Millionen Euro.

Linear statt degressiv

Abschreibungen sind nach IAS linear auszuführen. Nach HGB konnte dies noch degressiv, das heißt im Laufe der Abschreibungsjahre in immer kleineren Schritten, gemacht werden. Der Gewinn ging in diesem Bereich um 198 Millionen Euro hoch.

Unter HGB kann man jedes Jahr 30 Prozent abschreiben. Bisher wurden die Fahrzeuge des Autobauers im Leasing-Bereich nach drei Jahren bereits auf rund 30 Prozent des Ursprungswerts abgeschrieben. Unter IAS ist eine so zügige Abschreibung nicht möglich. Nach diesem Standard werden die sehr wertstabilen BMW-Fahrzeuge - dem tatsächlichen Zeitwert nach drei Jahren eher entsprechend - mit rund 50 Prozent des Ursprungswerts bilanziert. Die Differenz schlägt sich im Ergebnis positiv nieder.

Somit hat BMW immer höhere Restwerte, wenn nach IAS abgeschrieben wird. BMW hat das aber schon voraus gesehen und zu HGB-Zeiten ein Verfahren eingeführt, das die IAS-Regelung umgeht. Das kam den Münchnern jetzt zu Gute.

Rückstellungen kostet Gewinn

Es gab auch Änderungen, die das Ergebnis negativ beeinflusst haben. Rückstellungen werden nach IAS anders bilanziert, wie zum Beispiel Pensionsrückstellungen. Das kostet BMW 485 Millionen vom Gewinn.

Rechnet man diese größeren Auswirkungen und andere kleine zusammen, dann kommt man auf 369 Millionen Euro Unterschied gegenüber HGB-Bilanzzahlen.

Zahlenspielerei

Letztlich bleibt für Analyst Stein alles beim Alten: "Cashflow ist Cashflow. Der wird von der Rechnungslegung nicht beeinflusst." Bei BMW fährt man nach der Umstellung auf IAS also unverändert weiter. Die Aktie spürte den Fahrbahnwechsel kaum.

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